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Mehr Verkäufe, höhere Preise:
Immobilienmarkt in Schwerin zieht wieder an – Eigentumswohnungen besonders gefragt

In Schwerin zieht der Immobilienmarkt wieder an: Die Zahl der Verkäufe steigt, Eigentumswohnungen boomen und auch die Preise entwickeln sich nach schwierigen Jahren wieder nach oben.

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  • Veröffentlicht Mai 14, 2026
Immobilienmarkt Schwerin
Eigen­tumswoh­nun­gen bleiben der Motor des Schw­er­iner Immo­bilien­mark­tes: 2025 stieg die Zahl der Verkäufe erneut deut­lich an.

Der Schw­er­iner Immo­bilien­markt sendet nach schwieri­gen Jahren wieder vor­sichtige Auf­bruchssig­nale. Zwar bleibt das Niveau der Boom­jahre unerr­e­icht, doch die aktuellen Zahlen aus dem neuen Grund­stücks­mark­t­bericht der Lan­deshaupt­stadt zeigen deut­lich: Die Tal­sohle scheint über­schrit­ten. Die Zahl der Grund­stück­skäufe steigt erneut, Eigen­tumswoh­nun­gen entwick­eln sich zum wichtig­sten Mark­t­seg­ment und auch die Preise ziehen wieder mod­er­at an.

Der Gutachter­auss­chuss für Grund­stück­swerte hat den aktuellen Grund­stücks­mark­t­bericht gemein­sam mit der Boden­richtwertkarte zum Stich­tag 1. Jan­u­ar 2026 im Demm­ler­saal des Schw­er­iner Rathaus­es beschlossen. Unter Leitung des Vor­sitzen­den Ulrich Frisch analysierten die ehre­namtlichen Sachver­ständi­gen die Entwick­lung des Immo­bilien­mark­tes in der Lan­deshaupt­stadt. Dabei wird deut­lich: Die Verun­sicherung durch steigende Baupreise, hohe Zin­sen, Infla­tion und die Fol­gen der Energiekrise wirkt weit­er­hin nach – den­noch kommt wieder Bewe­gung in den Markt.

Mit 649 abgeschlosse­nen Grund­stück­skaufverträ­gen im Jahr 2025 hat der Schw­er­iner Immo­bilien­markt gegenüber dem Vor­jahr deut­lich zugelegt. Das entspricht einem Anstieg um 21 Prozent und ist bere­its das zweite Jahr in Folge mit steigen­den Ver­tragszahlen. Noch liegt Schw­erin damit unter dem langjähri­gen Durch­schnitt von rund 750 Verträ­gen pro Jahr, doch der drastis­che Ein­bruch aus dem Jahr 2023 mit lediglich 458 Verträ­gen scheint über­wun­den.

Eigentumswohnungen dominieren den Markt

Beson­ders stark gefragt sind Eigen­tumswoh­nun­gen. Sie machen inzwis­chen rund 60 Prozent aller Transak­tio­nen aus und sind damit der mit Abstand wichtig­ste Teil­markt in Schw­erin. Vor allem der Weit­er­verkauf beste­hen­der Eigen­tumswoh­nun­gen nahm deut­lich zu. Wur­den 2024 noch rund 200 Woh­nun­gen weit­er­verkauft, stieg diese Zahl 2025 auf 310 Verkäufe. Auch der Erstverkauf legte kräftig zu und stieg um 76 Prozent auf 65 Woh­nun­gen.

Die Preise für Eigen­tumswoh­nun­gen entwick­el­ten sich dabei sta­bil bis leicht steigend. Für durch­schnit­tlich aus­ges­tat­tete Woh­nun­gen mit ein­er Größe zwis­chen 45 und 120 Quadrat­metern lag der durch­schnit­tliche Kauf­preis bei 1.940 Euro pro Quadrat­meter Wohn­fläche – rund 30 Euro mehr als im Vor­jahr. Auf­fäl­lig ist dabei, dass Neubau­woh­nun­gen auf dem Markt kaum noch eine Rolle spie­len. Stattdessen wur­den vor allem Woh­nun­gen verkauft, die nach dem Woh­nung­seigen­tums­ge­setz in Eigen­tumswoh­nun­gen umge­wan­delt wur­den. In diesem Seg­ment wur­den 41 Woh­nun­gen veräußert. Der durch­schnit­tliche Quadrat­meter­preis lag hier bei 2.107 Euro.


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Während der Woh­nungs­markt anzieht, bleibt der klas­sis­che Bau­grund­stücks­markt nahezu aus­getrock­net. Ger­ade ein­mal acht Grund­stücke für den Eigen­heim­bau wur­den 2025 in Schw­erin verkauft. Vier davon lagen im Stadt­teil War­nitz, weit­ere Grund­stücke befan­den sich in Neumüh­le, Friedrich­sthal, Wick­endorf und Kreb­s­för­den. Der Grund für die geringe Zahl liegt laut Gutachter­auss­chuss vor allem im Man­gel an neuen Bauge­bi­eten.

Weniger Flächenumsatz trotz steigender Nachfrage

Diese Entwick­lung spiegelt sich auch in den Flächenum­sätzen wider. Ins­ge­samt wur­den 2025 nur noch 387.000 Quadrat­meter Fläche umge­set­zt – ein Rück­gang um 64 Prozent im Ver­gle­ich zum Vor­jahr. Beson­ders deut­lich fiel der Rück­gang bei unbe­baut­en Bau­flächen aus. Hier sank der Umsatz auf 71.000 Quadrat­meter, fast 200.000 Quadrat­meter weniger als 2024. Auch bei bebaut­en Grund­stück­en ging der Flächenum­satz um 22 Prozent auf 239.000 Quadrat­meter zurück.

Ein Son­der­fall hat­te die Sta­tis­tik des Vor­jahres zusät­zlich verz­er­rt: 2024 waren mehrere große Gemeinbe­darfs­flächen verkauft wor­den, wodurch ein außergewöhn­lich hoher Flächenum­satz von 386.000 Quadrat­metern ent­stand. 2025 fiel dieser Wert wieder deut­lich auf lediglich 29.000 Quadrat­meter zurück.

Der Gel­dum­satz auf dem Schw­er­iner Immo­bilien­markt blieb trotz steigen­der Ver­tragszahlen nahezu sta­bil. Ins­ge­samt wur­den Immo­bilien und Grund­stücke im Wert von 224 Mil­lio­nen Euro umge­set­zt – ein leichter Rück­gang um zwei Prozent gegenüber dem Vor­jahr. Der Gel­dum­satz bei bebaut­en Grund­stück­en sank von 154 auf 143 Mil­lio­nen Euro. Das Seg­ment Woh­nungs- und Teileigen­tum behauptete sich dage­gen sta­bil bei rund 67 Mil­lio­nen Euro und kon­nte sog­ar leicht zule­gen.

Preise für Wohnhäuser steigen wieder leicht

Auch bei klas­sis­chen Wohn­häusern zeigen sich erste Preis­steigerun­gen. Für sanierte freis­te­hende Ein- und Zweifam­i­lien­häuser der Bau­jahre bis 1949 sowie von 1991 bis 2021 lagen die durch­schnit­tlichen Verkauf­spreise zwis­chen 2.530 und 3.150 Euro pro Quadrat­meter Wohn­fläche. Dop­pel­haushälften und Rei­henend­häuser wur­den für 2.530 bis 2.660 Euro pro Quadrat­meter verkauft. Rei­hen­mit­tel­häuser lagen mit Preisen zwis­chen 1.980 und 2.540 Euro pro Quadrat­meter etwas darunter.

Die Zahl der verkauften Ein- und Zweifam­i­lien­häuser ging allerd­ings zurück. Ins­ge­samt wur­den 53 Objek­te verkauft – 21 weniger als im Vor­jahr. Sta­bil blieb dage­gen der Markt für Dop­pel- und Rei­hen­häuser mit 47 Verkäufen. Gle­ichzeit­ig belebt sich der Markt für Mehrfam­i­lien­häuser wieder leicht. Hier wur­den 55 Objek­te verkauft, nach 51 im Vor­jahr.

Bei Mehrfam­i­lien­häusern zeigt sich eben­falls eine Trendwende bei den Preisen. Voll mod­ernisierte Alt­baut­en bis Bau­jahr 1956 erzie­len inzwis­chen wieder höhere Erlöse. Für bis 2004 mod­ernisierte Häuser wer­den im Schnitt etwa 1.400 Euro pro Quadrat­meter Wohn­fläche gezahlt. Wur­den die Gebäude nach 2005 mod­ernisiert, steigt der Durch­schnittswert auf etwa 1.700 Euro pro Quadrat­meter. Nach Preis­rück­gän­gen in den Jahren 2023 und 2024 steigen die Werte inzwis­chen wieder leicht an.

Abrissgrundstücke wieder gefragter

Ein weit­er­er inter­es­san­ter Teil­markt bet­rifft Grund­stücke mit abris­s­würdi­ger Gebäudesub­stanz. 2025 wur­den in Schw­erin elf solch­er Verkäufe reg­istri­ert. Die Entwick­lung zeigt, wie stark sich der Markt in den ver­gan­genen Jahren verän­dert hat. Während die Kauf­preise zwis­chen 2017 und 2022 teil­weise deut­lich über den Boden­richtwerten lagen und zeitweise sog­ar 192 Prozent des Richtwert­niveaus erre­icht­en, fol­gte danach ein deut­lich­er Preis­rück­gang.

Jet­zt ziehen auch diese Verkäufe wieder an. Nach Angaben des Gutachter­auss­chuss-Vor­sitzen­den Ulrich Frisch seien Inve­storen inzwis­chen wieder eher bere­it, Grund­stücke mit abris­s­würdi­gen Gebäu­den in inner­städtis­chen Lagen zu kaufen. Im aktuellen Bericht­s­jahr wur­den diese Grund­stücke im Durch­schnitt zu 109 Prozent des Boden­richtwertes verkauft. Die Span­nweite reichte dabei von 57 bis 174 Prozent.

Frisch betonte zudem, dass der Gutachter­auss­chuss auf sämtliche notariellen Kaufverträge zugreifen könne, um die tat­säch­liche Mark­ten­twick­lung möglichst genau auszuw­erten. Dadurch entste­he ein sehr detail­liertes Bild über Preisen­twick­lun­gen und Mark­t­be­we­gun­gen. Zwar sei die Zahl der Verträge in den ver­gan­genen zwei Jahren wieder gestiegen, „aber wir sind noch nicht da, wo wir mal waren“, so Frisch.

Kaum Bewegung bei den Bodenrichtwerten

Trotz der mod­er­at­en Preis­steigerun­gen blieben die Boden­richtwerte in Schw­erin ins­ge­samt weit­ge­hend sta­bil. Der Bauland­preisin­dex stieg lediglich min­i­mal von 128,5 auf 128,8 Punk­te. Verän­derun­gen gab es allerd­ings in eini­gen inner­städtis­chen Sanierungs­ge­bi­eten. Beson­ders her­vorge­hoben wurde die teil­weise Aufhe­bung des Sanierungs­ge­bi­etes „Schelf­s­tadt-Erweiterung“. Die dor­ti­gen Grund­stücke wur­den neuen Boden­richtwert­zo­nen zuge­ord­net.

Für Immo­bilienbe­sitzer bedeutet die Sta­bil­ität der Boden­richtwerte zunächst ein­mal Pla­nungssicher­heit. Größere Wert­sprünge bei Grund­stück­en bleiben aus. Den­noch spie­len Boden­richtwerte weit­er­hin eine wichtige Rolle – etwa bei Verkäufen, Finanzierun­gen oder steuer­lichen Bew­er­tun­gen. Vor allem im Zusam­men­hang mit der neuen Grund­s­teuer gewin­nen sie zunehmend an Bedeu­tung.

 


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Denn Boden­richtwerte fließen unmit­tel­bar in die Berech­nung der Grund­s­teuer ein. Steigen die Boden­richtwerte langfristig, kann das mit­tel­bar auch zu höheren Steuer­las­ten für Eigen­tümer führen. Das gilt sowohl für pri­vate Haus­be­sitzer als auch für Unternehmen mit größeren Grund­stücks­flächen.

Auswirkungen auf Mieten und kommunale Unternehmen

Auch kom­mu­nale Unternehmen beobacht­en die Entwick­lung aufmerk­sam. Für städtis­che Woh­nungs­bauge­sellschaften oder Betriebe mit größeren Grund­stücks­bestän­den bee­in­flussen Boden­richtwerte die bilanziellen Werte ihrer Immo­bilien. Gle­ichzeit­ig wirken sich steigende Grund­stück­swerte mit­tel­bar auf Investi­tions- und Finanzierungskosten aus.

Beson­ders rel­e­vant sind die Boden­richtwerte außer­dem für die Erb­pacht. Die Höhe viel­er Erb­bauzin­sen ori­en­tiert sich am Grund­stück­swert. Steigen die Boden­richtwerte dauer­haft, kön­nten deshalb langfristig auch höhere Ein­nah­men für die Stadt durch Erb­pachtverträge entste­hen. Kurzfristig ist dieser Effekt in Schw­erin jedoch begren­zt, da die Boden­richtwerte aktuell nahezu unverän­dert geblieben sind.

Ob steigende Boden­richtwerte automa­tisch auch höhere Mieten bedeuten, lässt sich dage­gen nicht pauschal beant­worten. Sie sind zwar ein Fak­tor bei der Kalku­la­tion von Neubaut­en und Investi­tio­nen, entschei­dend bleiben aber vor allem Baukosten, Zin­sen und die all­ge­meine Nach­frage am Woh­nungs­markt. Den­noch kön­nen dauer­haft steigende Grund­stück­swerte mit­tel­bar dazu beitra­gen, dass sich Wohn­raum ver­teuert – ins­beson­dere im Neubauseg­ment.

Ins­ge­samt zeigt der Grund­stücks­mark­t­bericht ein Bild vor­sichtiger Sta­bil­isierung. Die Unsicher­heit­en am Immo­bilien­markt sind zwar weit­er­hin spür­bar, doch Schw­erin scheint sich Schritt für Schritt von den Ver­w­er­fun­gen der ver­gan­genen Jahre zu lösen. Beson­ders Eigen­tumswoh­nun­gen treiben den Markt derzeit an. Gle­ichzeit­ig bleibt das fehlende Ange­bot an Bau­grund­stück­en ein zen­trales Prob­lem für den Woh­nungs­bau in der Lan­deshaupt­stadt.