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Gefahr gebannt:
In diesen Seen kann man jetzt unbesorgt baden

Blaualgenwarnungen sind in MV aktuell selten. Die Badewasserqualität an fast allen Seen und Stränden ist laut Behörden hervorragend – dank Regen, Wind und moderaten Temperaturen.

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  • Veröffentlicht August 7, 2025
Zip­pen­dor­fer Strand in Schw­erin. Foto: Schw­erin-Lokal

 

Die diesjährige Bade­sai­son in Meck­len­burg-Vor­pom­mern ver­läuft bis­lang erfreulich ruhig: Trotz wech­sel­haften Wet­ters bescheini­gen die Gesund­heits­be­hör­den fast allen Badestellen im Land eine sehr gute Wasserqual­ität. Nach Angaben des Gesund­heit­samts in Schw­erin sind derzeit keine Blaual­gen­war­nun­gen für die Seen und Strände der Lan­deshaupt­stadt aktiv. Auch lan­desweit gibt es nur wenige War­nun­gen, ein eher ungewöhn­lich gün­stiger Befund für den kalen­darischen Hochsom­mer.

Wind, Regen und milde Temperaturen als natürliche Bremse

Als Grund für die geringe Belas­tung nen­nt das Lan­desamt für Gesund­heit und Soziales (LAGuS) das durchwach­sene Wet­ter der ver­gan­genen Wochen. Häu­figer Regen, Wind und mod­er­ate Tem­per­a­turen hät­ten die Ver­mehrung von Blaual­gen, Zerkarien und Vib­ri­o­nen bish­er gehemmt. Ger­ade die soge­nan­nte Blaualge, eine Gruppe von Cyanobak­te­rien, kann sich bei lan­gan­hal­tender Hitze explo­sion­sar­tig ver­mehren und gesund­heitss­chädliche Gift­stoffe freiset­zen. Typ­is­che Anze­ichen sind grün­lich-trübes Wass­er, Schlieren und ein mod­riger Geruch. Bei Hautkon­takt kann es bei Men­schen und Tieren zu aller­gis­chen Reak­tio­nen kom­men.

Aktuell sind lediglich vier kleinere Gewäss­er im Land­kreis Ros­tock betrof­fen: der Lan­genseer See, der Kuh­lensee bei Thelkow, der Lütt See bei Vietow und der Straßensee bei Karstorf. Für Ost­see und Bod­den beste­hen derzeit keine Warn­hin­weise. Auch alle sechs offiziellen Badestellen in Schw­erin, darunter Zip­pen­dor­fer Strand, Rep­pin­er Burg und Lankow­er See, weisen laut Gesund­heit­samt eine „aus­geze­ich­nete“ Wasserqual­ität auf.

Laborüberwachung bis Mitte September

Im Rah­men des lan­desweit­en Mon­i­tor­ings wer­den regelmäßig Wasser­proben an ins­ge­samt rund 500 Badestellen ent­nom­men. Dazu zählen 334 Seen, 154 Ost­see­ab­schnitte sowie neun Flussstellen. Die Proben wer­den im LAGuS-Labor auf poten­ziell gesund­heitss­chädliche Keime und Bak­te­rien unter­sucht. Bere­its zum Start der Bade­sai­son am 20. Mai 2025 hat­ten 96,6 Prozent der kon­trol­lierten Badegewäss­er das Prädikat „aus­geze­ich­net“ oder „gut“ erhal­ten. Lediglich drei Badestellen wur­den damals als „man­gel­haft“ eingestuft.

Ein weit­eres Augen­merk gilt den Vib­ri­o­nen, ein­er Bak­te­rien­art, die sich vor allem in salzhaltigem Wass­er bei Tem­per­a­turen über 20 Grad ver­mehrt. Für gesunde Badegäste meist unbe­den­klich, kön­nen diese Keime für Men­schen mit geschwächtem Immun­sys­tem, chro­nis­chen Erkrankun­gen oder offe­nen Wun­den gefährlich wer­den. Erst Ende Juli war ein 68-jähriger Mann nach ein­er Vib­ri­o­nen-Infek­tion gestor­ben, der erste bekan­nte Todes­fall dieser Art in diesem Som­mer.

Wetter bleibt stabil, aber nicht hochsommerlich

Für die kom­menden Tage rech­net der Deutsche Wet­ter­di­enst mit Wet­terbesserung. Tem­per­a­turen sollen auf Werte zwis­chen 22 und 25 Grad steigen. Die Wassertem­per­a­turen an Seen und Strän­den liegen derzeit bei etwa 19 Grad, und damit rund zwei Grad unter dem langjähri­gen Mit­tel für diese Jahreszeit.

Die Gesund­heits­be­hör­den war­nen den­noch davor, sor­g­los zu wer­den. Bei plöt­zlichem Tem­per­at­u­ranstieg könne sich die Sit­u­a­tion vor allem bei ste­hen­den Gewässern schnell ändern. Badegäste soll­ten daher auch weit­er­hin die offiziellen Bade­wasser­hin­weise des Lan­des beacht­en, die tage­sak­tuell auf der Bade­wasserkarte von Meck­len­burg-Vor­pom­mern abruf­bar sind.