Neustart auf Kaninchenwerder:
Inselpächter blickt nach turbulentem Auftakt nach vorn
Daniel Schmidt und sein Team haben die Bewirtschaftung der Schweriner Insel übernommen. Nach einem Start unter Zeitdruck sollen Gastronomie und touristische Angebote nun Schritt für Schritt wachsen.

Die Sommertage am Schweriner See sind lang und auch auf Kaninchenwerder ist wieder mehr Leben eingekehrt. Seit Ende Juni kümmert sich Daniel Schmidt mit seinem Team von Garage 7 um die Bewirtschaftung der Insel. Pünktlich zum Stadtwerke-Strandfest startete das neue Angebot mit einer schwimmenden Eisdiele und mobiler Gastronomie.
Bis dahin war es allerdings ein Kraftakt. Nachdem Schmidt im Frühjahr den Zuschlag als neuer Betreiber erhalten hatte, blieb nur wenig Zeit für die Vorbereitungen. „Es war enorm viel Arbeit, alles rechtzeitig fertigzubekommen“, blickt der Unternehmer auf die vergangenen Wochen zurück. Gemeinsam mit seinem Team habe er unter hohem Zeitdruck daran gearbeitet, dass Besucherinnen und Besucher die Insel bereits zum Saisonstart wieder nutzen können.


Zwischen Startschwierigkeiten und Sommerplänen
Der Auftakt verlief nicht ganz ohne Herausforderungen. Beim Stadtwerke-Strandfest hatte sich Schmidt mehr Nachfrage erhofft. Ein möglicher Grund sei aus seiner Sicht die große Hitze gewesen. Hinzu kommt: Die Bewirtschaftung einer Insel ist stark vom Wetter abhängig, ein Faktor, der auch künftig eine Rolle spielen wird.
Trotzdem schaut der neue Betreiber optimistisch auf die kommenden Wochen. „Der Sommer fängt gerade erst an“, sagt Schmidt. Das Eisboot bleibt zunächst als feste Anlaufstelle auf Kaninchenwerder. Angeboten werden unter anderem Kaffee, Eis, kleine Speisen und Sitzmöglichkeiten für Inselgäste. Perspektivisch kann sich Schmidt auch vorstellen, die schwimmende Eisdiele mobil einzusetzen.
Neue Ideen sollen behutsam wachsen
Langfristig möchte der Unternehmer das touristische Angebot auf Kaninchenwerder erweitern. Dafür laufen bereits Gespräche über mögliche Kooperationen, unter anderem mit dem Zoo Schwerin und der Weißen Flotte. Ziel sei es, mehr Menschen für einen Besuch der Insel zu gewinnen und neue Angebote zu entwickeln.
Dabei soll die besondere Lage der Insel berücksichtigt werden. Neue Vorhaben müssten im Einklang mit Natur und Landschaft entstehen, betont Schmidt. Gleichzeitig müsse ein Betrieb wirtschaftlich tragfähig bleiben.
Auch am Inselgebäude bewegt sich etwas: Erste Arbeiten zur Sanierung haben begonnen. Bis 2027 sollen die Voraussetzungen für eine neue Nutzung geschaffen werden. Bis dahin setzt der Pächter auf mobile Lösungen und einen schrittweisen Aufbau des Angebots.
Schmidt hatte sich nach einem mehrstufigen Ausschreibungsverfahren gegen zahlreiche weitere Interessenten durchgesetzt. Die Stadt Schwerin sieht in seinem Konzept eine Möglichkeit, Kaninchenwerder als Ausflugsziel weiterzuentwickeln. Zunächst läuft die Zusammenarbeit über eine einjährige Nutzungsvereinbarung, parallel sollen Gespräche über eine langfristige Perspektive geführt werden.
Für den neuen Betreiber bleibt die Insel trotz der Herausforderungen ein besonderes Projekt. Seine Erfahrungen aus dem Hausbootbau und seine Verbindung zum Schweriner See möchte er nutzen, um Kaninchenwerder in den kommenden Jahren weiterzuentwickeln.






