Schweriner Zoo: Internationale Zusammenarbeit als Schlüssel
Zum „Reverse the Red Day“ stellt der Zoo Schwerin erfolgreiche Artenschutzprojekte vor – von Riesenottern in Argentinien bis zu Schnecken im Pazifik.

Anlässlich des internationalen Aktionstages „Reverse the Red Day“ am 7. Februar lenkt der Zoo Schwerin den Blick auf seine Beteiligung an erfolgreichen Artenschutzprojekten. Der Aktionstag macht weltweit auf den dramatischen Rückgang der biologischen Vielfalt aufmerksam und stellt zugleich Beispiele vor, bei denen es gelungen ist, bedrohte Arten durch gezielte Schutzmaßnahmen zu stabilisieren oder zurückzubringen.
Der Name der Initiative bezieht sich auf die Rote Liste gefährdeter Arten der International Union for Conservation of Nature (IUCN). Ziel ist es, negative Entwicklungen beim Artensterben umzukehren und Arten schrittweise in weniger gefährdete Kategorien einzuordnen – symbolisch vom „Rot“ zurück in Richtung „Grün“.
Ein zentrales Beispiel für diese Arbeit ist die Wiederansiedlung der Riesenotter in Argentinien. Die Art galt dort über Jahrzehnte als ausgestorben. Durch die Koordination des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms und des Internationalen Zuchtbuchs, die beide vom Schweriner Zoodirektor Tim Schikora betreut werden, sowie durch die enge Zusammenarbeit mehrerer europäischer Zoos konnte erstmals wieder eine Riesenotterfamilie erfolgreich ausgewildert werden. Insgesamt wurden zunächst neun Tiere aus europäischen Zoos und den USA in den Iberá-Nationalpark gebracht. Dort wurde inzwischen mehrfach Nachwuchs geboren. Eine Herabstufung des Gefährdungsstatus steht zwar noch aus, weitere Auswilderungen sind jedoch geplant.
Bereits messbare Erfolge gibt es bei einem weiteren Projekt im Pazifik. Seit 2021 beteiligt sich der Zoo Schwerin gemeinsam mit dem Grünen Zoo Wuppertal am internationalen Erhaltungszuchtprogramm der Moorea-Baumschnecke (Partula tohiveana). Nach einer Auswilderung im Herbst 2024 wurden im Jahr 2025 erneut mehrere hundert Tiere nach Französisch-Polynesien gebracht.
Im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung konnten inzwischen erstmals ausgewachsene, nicht markierte Tiere im natürlichen Lebensraum nachgewiesen werden – ein Beleg dafür, dass sich die Art wieder selbstständig vermehrt. Infolge dieser Entwicklung stufte die IUCN die Art auf der Roten Liste von „in der Natur ausgestorben“ auf „vom Aussterben bedroht“ herab.
Der Zoo Schwerin betont, dass solche Erfolge nur durch jahrelange Vorbereitung und internationale Zusammenarbeit möglich seien. Zoos spielten dabei eine wichtige Rolle, indem sie stabile Reservepopulationen aufbauen und Fachwissen für Wiederansiedlungsprojekte bereitstellen.



