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Schweriner Zoo: Internationale Zusammenarbeit als Schlüssel

Zum „Reverse the Red Day“ stellt der Zoo Schwerin erfolgreiche Artenschutzprojekte vor – von Riesenottern in Argentinien bis zu Schnecken im Pazifik.

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  • Veröffentlicht Februar 8, 2026
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Riesenot­ter mit drei Jungtieren Foto: Fun­da­cion Rewil­d­ing Argenti­na

 

Anlässlich des inter­na­tionalen Aktion­stages „Reverse the Red Day“ am 7. Feb­ru­ar lenkt der Zoo Schw­erin den Blick auf seine Beteili­gung an erfol­gre­ichen Arten­schutzpro­jek­ten. Der Aktion­stag macht weltweit auf den drama­tis­chen Rück­gang der biol­o­gis­chen Vielfalt aufmerk­sam und stellt zugle­ich Beispiele vor, bei denen es gelun­gen ist, bedro­hte Arten durch gezielte Schutz­maß­nah­men zu sta­bil­isieren oder zurück­zubrin­gen.

Der Name der Ini­tia­tive bezieht sich auf die Rote Liste gefährde­ter Arten der Inter­na­tion­al Union for Con­ser­va­tion of Nature (IUCN). Ziel ist es, neg­a­tive Entwick­lun­gen beim Arten­ster­ben umzukehren und Arten schrit­tweise in weniger gefährdete Kat­e­gorien einzuord­nen – sym­bol­isch vom „Rot“ zurück in Rich­tung „Grün“.

Ein zen­trales Beispiel für diese Arbeit ist die Wieder­an­sied­lung der Riesenot­ter in Argen­tinien. Die Art galt dort über Jahrzehnte als aus­gestor­ben. Durch die Koor­di­na­tion des Europäis­chen Erhal­tungszucht­pro­gramms und des Inter­na­tionalen Zucht­buchs, die bei­de vom Schw­er­iner Zood­i­rek­tor Tim Schiko­ra betreut wer­den, sowie durch die enge Zusam­me­nar­beit mehrerer europäis­ch­er Zoos kon­nte erst­mals wieder eine Riesenot­ter­fam­i­lie erfol­gre­ich aus­gewil­dert wer­den. Ins­ge­samt wur­den zunächst neun Tiere aus europäis­chen Zoos und den USA in den Iberá-Nation­al­park gebracht. Dort wurde inzwis­chen mehrfach Nach­wuchs geboren. Eine Her­ab­stu­fung des Gefährdungssta­tus ste­ht zwar noch aus, weit­ere Auswilderun­gen sind jedoch geplant.

Bere­its mess­bare Erfolge gibt es bei einem weit­eren Pro­jekt im Paz­i­fik. Seit 2021 beteiligt sich der Zoo Schw­erin gemein­sam mit dem Grü­nen Zoo Wup­per­tal am inter­na­tionalen Erhal­tungszucht­pro­gramm der Moorea-Baum­sch­necke (Par­tu­la tohiveana). Nach ein­er Auswilderung im Herb­st 2024 wur­den im Jahr 2025 erneut mehrere hun­dert Tiere nach Franzö­sisch-Poly­ne­sien gebracht.

Im Rah­men der wis­senschaftlichen Begleitung kon­nten inzwis­chen erst­mals aus­gewach­sene, nicht markierte Tiere im natür­lichen Leben­sraum nachgewiesen wer­den – ein Beleg dafür, dass sich die Art wieder selb­st­ständig ver­mehrt. Infolge dieser Entwick­lung stufte die IUCN die Art auf der Roten Liste von „in der Natur aus­gestor­ben“ auf „vom Ausster­ben bedro­ht“ herab.

Der Zoo Schw­erin betont, dass solche Erfolge nur durch jahre­lange Vor­bere­itung und inter­na­tionale Zusam­me­nar­beit möglich seien. Zoos spiel­ten dabei eine wichtige Rolle, indem sie sta­bile Reserve­pop­u­la­tio­nen auf­bauen und Fach­wis­sen für Wieder­an­sied­lung­spro­jek­te bere­it­stellen.