Neubauten, Sanierungen, E‑Busse:
So will Schwerin 46 Millionen Euro aus dem Sondervermögen Bund einsetzen
Schwerin kann in den kommenden Jahren mit rund 46 Millionen Euro aus einem Bundes-Sondervermögen planen. Die Stadt hat nun erstmals vorgestellt, welche Projekte finanziert werden sollen.

Die Landeshauptstadt Schwerin kann in den kommenden Jahren mit erheblichen zusätzlichen Investitionen rechnen. Aus dem Sondervermögen des Bundes stehen der Stadt nach einer Vereinbarung mit dem Land Mecklenburg-Vorpommern rund 46 Millionen Euro für den Zeitraum von 2026 bis 2035 zur Verfügung. In der Sitzung des Hauptausschusses der Stadtvertretung hat die Stadtverwaltung nun erstmals einen konkreten Vorschlag vorgelegt, wie diese Mittel eingesetzt werden sollen. „Ich freue mich, dass wir als erste Kommune in Mecklenburg-Vorpommern den politischen Gremien einen konkreten Plan vorlegen können“, sagte der 1. Stellvertreter des Oberbürgermeisters Bernd Nottebaum. Der Vorschlag setze inhaltliche Schwerpunkte bei Bildung, Sport, öffentlichem Nahverkehr und Kultur und berücksichtige dabei verschiedene Stadtteile.
Schwerpunkt auf Schulen und Sportanlagen
Der größte Teil der Mittel – rund 32,4 Millionen Euro – ist für öffentliche allgemeinbildende Schulen vorgesehen. Geplant sind unter anderem mehrere Bau- und Sanierungsprojekte. So sollen die Schulhöfe der Grundschule Mueßer Berg sowie der Grundschule Nils Holgersson saniert werden. Dafür sind etwa 1,6 Millionen Euro eingeplant. Ein besonders großes Projekt ist die ergänzende Förderung für den Neubau von Klassen mit dem Förderschwerpunkt emotional-soziale Entwicklung am Standort Lankow. Hierfür sind rund 11 Millionen Euro vorgesehen. Auch die Schulsportanlage am Sportplatz Weststadt soll umfassend saniert werden. Zusätzlich ist ein neues Funktionsgebäude geplant, das die derzeitigen Container ersetzen soll. Für diese Maßnahme sind etwa sechs Millionen Euro vorgesehen. Die Anlage wird aktuell vom Goethegymnasium, der Regionalschule Weststadtcampus und der Grundschule John-Brinckman genutzt. Das größte Einzelprojekt betrifft die umfassende Sanierung des Gymnasiums Fridericianum. Die Planung soll ab 2027 beginnen, der Baubeginn ist ab 2030 vorgesehen. Rund 13,8 Millionen Euro sollen dafür aus dem Sondervermögen eingesetzt werden.
E‑Busse und neues Museumsgebäude geplant
Weitere Mittel sind für Verkehrsinfrastruktur und Energie vorgesehen. Rund 7,8 Millionen Euro sollen als Investitionskostenzuschuss an den Nahverkehr Schwerin fließen. Damit sollen im Jahr 2028 insgesamt 13 neue Elektrobusse angeschafft werden. Auch kulturelle Infrastruktur ist Teil des Plans. Für rund 6,2 Millionen Euro soll ein neues Eingangsgebäude für das Freilichtmuseum Mueß entstehen. Die Maßnahme gilt als wichtiger Baustein für die geplante Revitalisierung der historischen Dorf- und Museumsanlage. Darüber hinaus erhält jede Kommune einen Sockelbetrag von 50.000 Euro zur freien Verfügung. In Schwerin soll dieses Geld für die Sanierung der sanitären Anlagen im städtischen Gebäude „Alte Post“ am Berliner Platz verwendet werden, das vielfältig für gemeinwohlorientierte Angebote genutzt wird.




