Ist das Kunst oder eine Straftat?

In der vergangenen Woche wurde eine Betonwand im Plattenpark übermalt. In den sozialen Netzwerken wird kontrovers diskutiert, wie man mit Graffiti umgehen soll. Ein Kommentar der Vorsitzende des Vereins "Die Platte lebt", Hanne Luhdo.

Diese Betonplatte wurde im Plattenpark beschmiert. In den sozialen Netzwerken wird nun kontrovers diskutiert Foto: Hanne Luhdo

In der letzten Woche wurde eine der Betonwände im „PlattenPark“ im Mueßer Holz ungefragt übergemalt. Der Verein „Die Platte lebt“ ist wütend und traurig und fragt bei Facebook, ob jemand Hinweise zum Täter hat. Und schon ist eine Diskussion entfacht, ob das eine Straftat sei oder ob der Verein einfach nur spießig ist, weil ihm das nicht passt.

 

Sachbeschädigung ist eine Straftat

 

Aber da geht es ja nicht nur darum, ob einem das abstraktes Graffiti-Bild in Grau-Schwarz vielleicht sogar besser gefällt als das bunte Regenbogen-Bild, das zuvor Kinder gemalt hatten. Das ist natürlich Geschmackssache. Und Sprayer sehen das sicher anders als Kinder und deren Eltern bzw. Großeltern. Da geht es vor allem darum, dass ein Kunstobjekt, das einem Verein gehört (mit einem Schild gekennzeichnet), beschädigt wurde. Und das ist eben eine Straftat!

Keiner möchte, dass sein Haus, sein Garten, sein Auto, Fahrrad oder die Wohnung ungefragt von anderen verunstaltet wird. Das muss man nicht tolerieren und ist auch nicht „spießig“, wie ein Facebook-Nutzer meinte. Wer schreibt, dass er „das Rumgeheule“ wegen der Aktion nicht verstehe, weiß nicht, wieviel ehrenamtliche Arbeit im „PlattenPark“ steckt, der von vielen Bewohnern im Mueßer Holz tagtäglich genutzt wird, weil sie sich dort wohl fühlen.

„Graffiti fragt nicht, Graffiti kommt einfach. Bloß keine Anzeige erstatten“, meint jemand und schlägt vor, da einfach wieder neu was drüber zu malen. „Und gut ist!“ Wirklich? „Einfach so nehmen, wie es kommt?“ Nein, das sehen Vereinsmitglieder und Freunde des „PlattenParks“ anders. Für sie ist das das Werk von „respektlosen Schmierfinken, die bestraft werden müssen“. Möglichkeiten, sich künstlerisch auszutoben, gibt es an anderen Stellen und in Jugendprojekten. Vielleicht nicht genug. Aber das ist schon wieder ein anderes Thema.

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