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IW-Regionalranking:
Warum Schwerin trotz schwacher Platzierung Hoffnung schöpfen kann

Im Deutschlandvergleich liegt Schwerin weiter hinten. Dennoch zeigt das neue IW-Regionalranking: Die Landeshauptstadt holt langsam auf und könnte vom Strukturwandel profitieren.

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  • Veröffentlicht Mai 18, 2026
IW-Regionalranking Schwerin
Schw­erin entwick­elt sich im aktuellen IW-Region­al­rank­ing bess­er als in den ver­gan­genen Jahren, bleibt bun­desweit aber weit­er im unteren Mit­telfeld. Foto: Mops­gesicht auf Pix­abay

 

Die Lan­deshaupt­stadt Meck­len­burg-Vor­pom­merns gehört im aktuellen Region­al­rank­ing des Insti­tuts der deutschen Wirtschaft (IW) weit­er­hin nicht zu den wirtschaftsstarken Regio­nen Deutsch­lands. Im bun­desweit­en Niveau­rank­ing lan­det Schw­erin nur auf Platz 289 von 400 Städten und Land­kreisen. Gle­ichzeit­ig zeigt die aktuelle Studie aber auch: Die Entwick­lung der ver­gan­genen Jahre fällt deut­lich bess­er aus als die reine Momen­tauf­nahme ver­muten lässt.

Im Dynamikrank­ing, das die Verän­derun­gen der ver­gan­genen zwei Jahre misst, erre­icht Schw­erin Platz 114 und liegt damit leicht über dem Bun­des­durch­schnitt. Für die IW-Forsch­er ist genau dieser Unter­schied zwis­chen aktueller Stärke und Entwick­lung ein entschei­den­der Hin­weis darauf, welche Regio­nen Zukun­ftspoten­zial besitzen – und welche Gefahr laufen, dauer­haft zurück­z­u­fall­en.

Beson­ders span­nend wird das Rank­ing deshalb im Ver­gle­ich mit Städten wie Cot­tbus. Die ehe­ma­lige Braunkohlestadt in Bran­den­burg gilt bun­desweit als stärk­ster Auf­steiger und lan­det im Dynamikrank­ing auf Platz eins. Noch vor weni­gen Jahren galt die Lausitz vie­len als klas­sis­che Prob­lem­re­gion des Struk­tur­wan­dels. Heute prof­i­tiert Cot­tbus von mil­liar­den­schw­eren Investi­tio­nen, neuen Forschung­sein­rich­tun­gen, dem Aus­bau der Tech­nis­chen Uni­ver­sität sowie großen Infra­struk­tur­pro­jek­ten wie dem ICE-Instand­hal­tungswerk der Deutschen Bahn.

Strukturwandel ohne radikalen Bruch

Für Schw­erin liefert dieser Auf­stieg einen inter­es­san­ten Ver­gle­ich. Denn auch die Lan­deshaupt­stadt ste­ht seit Jahren vor der Frage, wie wirtschaftlich­er Wan­del gelin­gen kann, ohne die eige­nen Stärken aufzugeben. Genau darin sieht IW-Regional­ex­perte Han­no Kem­per­mann den entschei­den­den Punkt erfol­gre­ich­er Regio­nen: „Keine erfol­gre­iche Region hat auf einen kom­plet­ten Struk­tur­bruch geset­zt – sie alle knüpfen an vorhan­dene Stärken an und entwick­eln sie gezielt weit­er.“

 


Auch inter­es­sant

 

In Schw­erin zeigt sich dieser Ansatz inzwis­chen an mehreren Stellen. Mit dem Indus­triepark Schw­erin, neuen Gewer­bean­sied­lun­gen, Investi­tio­nen in Wasser­stofftech­nolo­gien sowie dem Aus­bau der Gesund­heitswirtschaft ver­sucht die Stadt seit Jahren, ihre wirtschaftliche Basis bre­it­er aufzustellen. Anders als klas­sis­che Indus­tri­e­s­tandorte set­zt Schw­erin dabei stärk­er auf Dien­stleis­tun­gen, Ver­wal­tung, Gesund­heitssek­tor und tech­nolo­gieori­en­tierte Unternehmen.

Dass die Stadt im Dynamikrank­ing inzwis­chen deut­lich bess­er abschnei­det als im Niveau­rank­ing, deutet darauf hin, dass diese Entwick­lung zumin­d­est teil­weise Wirkung zeigt. Gle­ichzeit­ig bleibt der Abstand zu den wirtschaftlich stärk­sten Regio­nen Deutsch­lands groß. Im Niveau­ver­gle­ich dominieren weit­er­hin vor allem Bay­ern und Teile Baden-Würt­tem­bergs. Der Land­kreis München vertei­digt erneut Platz eins. Ins­ge­samt stam­men elf der 20 stärk­sten Regio­nen aus Bay­ern.

Auch starke Regionen geraten unter Druck

Inter­es­sant ist allerd­ings, dass aus­gerech­net viele frühere Spitzen­re­gio­nen inzwis­chen unter Druck ger­at­en. Laut IW hat Baden-Würt­tem­berg den höch­sten Anteil an soge­nan­nten Ver­lier­erre­gio­nen seit 2016. Mehr als jed­er zweite Kreis ver­lor im Rank­ing min­destens 25 Plätze. Die Gründe liegen vor allem in der Krise tra­di­tioneller Indus­triebranchen, steigen­den Energiekosten und dem Wan­del der glob­alen Wirtschaft.

Genau daraus ziehen die IW-Forsch­er eine zen­trale Erken­nt­nis: Wirtschaftlich­er Erfolg hängt heute längst nicht mehr nur von Indus­triepro­duk­tion und Steuerkraft ab. Eine immer größere Rolle spie­len Leben­squal­ität, Fachkräftesicherung, medi­zinis­che Ver­sorgung und die Fähigkeit, junge Men­schen in der Region zu hal­ten. Nach Angaben der Studie erk­lärt der Bere­ich Leben­squal­ität inzwis­chen fast die Hälfte des regionalen Erfol­gs.

 


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Für Schw­erin ist das eine entschei­dende Nachricht. Die Stadt ver­fügt zwar nicht über die indus­trielle Stärke süd­deutsch­er Regio­nen, punk­tet aber bei weichen Stan­dort­fak­toren wie Wohn­qual­ität, Natur­raum und ver­gle­ich­sweise kurzen Wegen. Gle­ichzeit­ig bleibt der demografis­che Wan­del eine große Her­aus­forderung. Viele Regio­nen Meck­len­burg-Vor­pom­merns kämpfen weit­er­hin mit Fachkräfte­man­gel, Über­al­terung und ein­er schwachen indus­triellen Basis.

Rostock entwickelt sich deutlich dynamischer

Der Ver­gle­ich mit Ros­tock zeigt zudem, wie unter­schiedlich sich Städte inner­halb eines Bun­des­lan­des entwick­eln kön­nen. Während Ros­tock im Niveau­ver­gle­ich mit Platz 264 etwas bess­er abschnei­det, zählt die Hans­es­tadt im Dynamikrank­ing mit Platz zwölf bun­desweit zu den größten Gewin­nern. Schw­erin entwick­elt sich eben­falls pos­i­tiv, wenn auch deut­lich langsamer.

Das IW-Region­al­rank­ing zeigt damit vor allem eines: Der wirtschaftliche Abstand zwis­chen den Regio­nen Deutsch­lands bleibt groß. Gle­ichzeit­ig beweisen Beispiele wie Cot­tbus aber auch, dass Aufhol­prozesse möglich sind – wenn Regio­nen langfristig investieren, vorhan­dene Stärken weit­er­en­twick­eln und Infra­struk­tur, Wis­senschaft und Wirtschaft enger miteinan­der verbinden.

Genau darin dürfte auch für Schw­erin die wichtig­ste Her­aus­forderung der kom­menden Jahre liegen. Die Stadt muss wirtschaftliche Entwick­lung, Fachkräftesicherung und Leben­squal­ität gle­ichzeit­ig stärken. Das aktuelle IW-Rank­ing zeigt zumin­d­est, dass Schw­erin dabei nicht mehr nur auf der Stelle tritt.

 


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