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Landtagswahl 2026:
Jascha Dopp fordert wirtschaftlichen Neustart für Schwerin

Jascha Dopp will für die CDU in den Landtag. Im Interview spricht er über Wirtschaft, Schwerins Finanzen, Bildung, Migration, Sicherheit und seine Ziele für die Stadt bis 2031.

  • Veröffentlicht September 10, 2026
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Foto: CDU MV

 

Im Vor­feld der Land­tagswahl in Meck­len­burg-Vor­pom­mern spricht Schw­erin-Lokal mit den Direk­tkan­di­datin­nen und Direk­tkan­di­dat­en der Lan­deshaupt­stadt. Im Mit­telpunkt ste­ht die Frage, was sie konkret für Schw­erin und das Land erre­ichen wollen.

Heute im Gespräch: Jascha Dopp (CDU). Dopp ist seit vie­len Jahren poli­tisch in Schw­erin aktiv und arbeit­et beru­flich in der Lan­desver­wal­tung. Im Wahlkreis Schw­erin I tritt er an, nach­dem Sebas­t­ian Ehlers mit sein­er Wahl zum Ober­bürg­er­meis­ter nicht erneut für den Land­tag kan­di­diert.

Dopp set­zt im Wahlkampf vor allem auf wirtschaftlich­es Wach­s­tum, eine bessere Bil­dungspoli­tik und mehr Sicher­heit. Er fordert zudem eine kon­se­quentere Finanzierung der Kom­munen nach dem Grund­satz „Wer bestellt, bezahlt“, will kleinere und mit­tel­ständis­che Unternehmen stärk­er unter­stützen und sieht weit­er­hin Poten­zial für einen Hochschul­stan­dort in Schw­erin.

Im Inter­view spricht er über die Bilanz der rot-roten Lan­desregierung, die schwierige Lage der CDU, Schw­erins Finanzen, Wirtschaft und Bürokratie, Bil­dung, Migra­tion und Sicher­heit sowie seine Ziele für die kom­menden fünf Jahre.

Herr Dopp, Sie sind seit vie­len Jahren poli­tisch in Schw­erin aktiv und arbeit­en in der Lan­desver­wal­tung. Warum kan­di­dieren Sie jet­zt für den Land­tag?

Die Sit­u­a­tion ist in diesem Wahlkreis eine beson­dere. Unser frisch geback­en­er Ober­bürg­er­meis­ter Sebas­t­ian Ehlers hat­te den Wahlkreis 8 vorher inne und saß für Schw­erin im Land­tag. Mit sein­er Wahl zum Ober­bürg­er­meis­ter war klar, dass er nicht erneut für den Land­tag antreten kann.

Man hat mich dann gebeten, für ihn einzus­prin­gen. Das war auch mit der Partei abges­timmt und wurde ins­beson­dere vom Lan­desvor­sitzen­den unter­stützt. Nach kurz­er Über­legung habe ich zuge­sagt. Ich bin schon lange poli­tisch für die CDU und vorher auch für die Junge Union aktiv. Ich bin in Schw­erin aufgewach­sen, hier zur Schule gegan­gen, wohne hier und bringe mich seit vie­len Jahren poli­tisch ein. Dann spricht eben auch viel dafür, die Chance zu ergreifen und für seine Stadt im Land­tag etwas erre­ichen zu wollen.

Wenn Sie auf die ver­gan­genen fünf Jahre unter der rot-roten Lan­desregierung zurück­blick­en: Was ist gut gelaufen und wo braucht Meck­len­burg-Vor­pom­mern einen Kur­swech­sel?

Wenn Sie die ver­gan­genen fünf Jahre ansprechen, fällt mir als Erstes ein, dass nicht genug für die wirtschaftliche Entwick­lung unseres Bun­des­lan­des getan wurde.

Wir sind ein tolles Bun­des­land mit Ost­seeküste, Seen­plat­te, Wäldern und viel Natur. Deshalb kom­men jedes Jahr sehr viele Touris­ten zu uns. Ger­ade auch Schw­erin braucht sich mit seinen Seen, Wäldern, dem Schloss und dem Wel­terbe nicht zu ver­steck­en. Was uns aber fehlt, ist eine solide und bre­it aufgestellte wirtschaftliche und indus­trielle Basis. Das ist kein Prob­lem, das erst mit der rot-roten Lan­desregierung begonnen hat. Aber angesichts der wirtschaftlichen Her­aus­forderun­gen ist in den ver­gan­genen Jahren zu wenig aufge­holt wor­den. Das hat auch gesellschaftliche Fol­gen. Wir sehen es bei Schulen, bei der Abwan­derung junger Men­schen und beim Fachkräfte­man­gel.

Viele junge Men­schen erleben diese ver­lore­nen Jahre, in denen Fre­unde nach der Schule oder Aus­bil­dung wegziehen. Das war bei mir selb­st so und ist im gesamten Land ein großes Prob­lem. Der Schlüs­sel ist für mich eine gute wirtschaftliche Per­spek­tive. Genau diese Entwick­lung ist ver­nach­läs­sigt wor­den. Meck­len­burg-Vor­pom­mern liegt bei vie­len wirtschaftlichen Struk­turen weit­er­hin deut­lich hin­ter anderen Län­dern. Das möchte ich ändern. Deshalb set­zt auch die CDU einen klaren Schw­er­punkt auf die wirtschaftliche Entwick­lung.

Gle­ichzeit­ig liegt die CDU in den Umfra­gen deut­lich hin­ter SPD und AfD. Warum wird die CDU derzeit so wenig gehört?

Das tut uns natür­lich weh. Ein Teil davon hängt aus mein­er Sicht mit der verän­derten Medi­en­land­schaft zusam­men.

Social Media spielt eine immer größere Rolle. Auch im klas­sis­chen Nachricht­engeschäft geht es zunehmend um Mobil­isierung, Aufre­gung, Schlagzeilen und Emo­tio­nen. Für eine Partei, die sich als Partei der poli­tis­chen Mitte ver­ste­ht und konkrete inhaltliche Vorschläge machen möchte, ist das eine Her­aus­forderung. Das bedeutet aber nicht, dass Prob­leme, die beispiel­sweise von AfD oder Linken ange­sprochen wer­den, automa­tisch falsch sind. Das wäre ein großer Irrweg. Die Men­schen haben reale Prob­leme.

Wenn diese Prob­leme allerd­ings nur genutzt wer­den, um sich zu pro­fil­ieren oder Aufre­gung zu erzeu­gen, ohne konkrete Lösun­gen anzu­bi­eten, führt das aus mein­er Sicht in die falsche Rich­tung. Die CDU muss ler­nen, unter den heuti­gen Bedin­gun­gen bess­er zu kom­mu­nizieren. Trotz­dem bin ich davon überzeugt, dass man mit Inhal­ten und Ergeb­nis­sen überzeu­gen muss. Auch nach der Bun­destagswahl hätte ich mir auf Bun­de­sebene schneller konkrete Ergeb­nisse gewün­scht.

Schw­erin steckt seit Jahren in finanziellen Schwierigkeit­en. Ist das haupt­säch­lich ein haus­gemacht­es Prob­lem oder wird die Stadt struk­turell nicht aus­re­ichend finanziert?

Da müssen wir Schw­erin auch ein­mal ein Stück weit in Schutz nehmen.

Schw­erin hat­te unter Ober­bürg­er­meis­tern ver­schieden­er Parteien immer große Her­aus­forderun­gen beim Haushalt. Trotz­dem hat die Stadt es geschafft, inner­halb von weniger als zehn Jahren die Ver­schul­dung beziehungsweise das Defiz­it von rund 173 Mil­lio­nen Euro auf etwa 75 Mil­lio­nen Euro zu reduzieren. Fast 100 Mil­lio­nen Euro in weniger als zehn Jahren abzubauen, ist eine beachtliche Leis­tung. Daran haben viele Parteien mit­gewirkt. Die CDU hat diese Kon­so­li­dierung immer unter­stützt und auch einge­fordert.

Trotz­dem haben wir jet­zt wieder ein erhe­blich­es Defiz­it. Das liegt nicht daran, dass die Stadt plöt­zlich ange­fan­gen hätte, Geld ohne Ende auszugeben. Ein entschei­den­der Fak­tor sind steigende Sozialaus­gaben und andere Pflichtleis­tun­gen. Dadurch bleibt kaum noch finanzieller Spiel­raum für frei­willige Auf­gaben. Für mich wäre deshalb als Land­tagsab­ge­ord­neter ein zen­traler Punkt, wieder kon­se­quent zum Prinzip der Kon­nex­ität zurück­zukehren. Vere­in­facht gesagt: Wer bestellt, bezahlt.

Wenn Bund oder Land neue Leis­tun­gen beschließen, dür­fen sie nicht einen Teil der Kosten bei den Kom­munen abladen. Das passiert aber seit Jahren. Es wer­den neue Ansprüche geschaf­fen, Bund oder Land übernehmen vielle­icht 80 oder 90 Prozent und der Rest bleibt bei den Kom­munen hän­gen. Ger­ade finanzschwache Städte ger­at­en dadurch immer weit­er unter Druck. Schw­erin hat gezeigt, dass es seine Finanzen selb­st kon­so­li­dieren kann. Aber das funk­tion­iert nicht, wenn ständig neue Pflich­tauf­gaben hinzukom­men, die nicht voll­ständig finanziert wer­den.

Sie set­zen stark auf Wirtschaft. Was müsste sich ändern, damit sich mehr Unternehmen in Schw­erin und Meck­len­burg-Vor­pom­mern ansiedeln?

Bei großen Unternehmen haben wir lei­der eine lange Tra­di­tion darin, Chan­cen nicht kon­se­quent genug zu nutzen.

Es gab in der Ver­gan­gen­heit beispiel­sweise Gespräche über große Indus­triean­sied­lun­gen. Wenn Inve­storen dann das Gefühl haben, dass andere Stan­dorte bessere Bedin­gun­gen bieten, gehen sie eben nach Sach­sen, Thürin­gen oder Süd­deutsch­land. Wir müssen bei solchen Chan­cen schneller sein und dür­fen nicht zuerst darüber disku­tieren, welche möglichen Prob­leme irgend­wann entste­hen kön­nten. Aber noch wichtiger ist mir, dass wir nicht nur auf große Konz­erne schauen.

Die Wirtschaft in Meck­len­burg-Vor­pom­mern beste­ht ganz über­wiegend aus kleinen und mit­tel­ständis­chen Unternehmen. Diese Unternehmen müssen min­destens genau­so gut unter­stützt wer­den wie große Inve­storen. Dazu gehören bessere Bürgschaftsmöglichkeit­en und bessere Finanzierungsmöglichkeit­en für Investi­tio­nen. Ein weit­er­er großer Punkt ist der Bürokratieab­bau. Ich weiß, dass dieses Wort inzwis­chen fast jed­er benutzt. Deshalb haben wir einen konkreteren Ansatz. Wir wollen nicht nur neue Berichts- und Doku­men­ta­tion­spflicht­en stop­pen. Wir wollen sämtliche beste­hen­den lan­desrechtlichen Bericht­spflicht­en über­prüfen. Die Min­is­te­rien sollen inner­halb eines Jahres begrün­den müssen, warum eine Vorschrift weit­er­hin notwendig ist. Wenn diese Begrün­dung nicht erfol­gt, fällt die Regelung weg.

Viele Vor­gaben über­schnei­den sich ohne­hin mit Bun­des- oder Euro­parecht. Mit einem solchen Ansatz kön­nten wir einen erhe­blichen Teil der Bürokratie vere­in­fachen oder abschaf­fen. Wir brauchen einen Neustart in der Wirtschaft­spoli­tik.

Neben der Wirtschaft nen­nt die CDU Bil­dung als Schw­er­punkt. Was müsste sich konkret ändern?

Die Bilanz der derzeit­i­gen Bil­dungspoli­tik ist aus mein­er Sicht sehr schlecht.

Wenn wir uns Leis­tungs­dat­en und Abi­tur­ergeb­nisse anschauen, ste­ht Meck­len­burg-Vor­pom­mern im bun­desweit­en Ver­gle­ich nicht gut da. Für mich zeigt sich darin auch ein unter­schiedlich­es bil­dungspoli­tis­ches Ver­ständ­nis.

Wir müssen wieder dahin kom­men, dass exzel­lente Bil­dung in Meck­len­burg-Vor­pom­mern möglich ist. Dazu gehört für uns, die Gym­nasien zu stärken und Stan­dards wieder anzuheben. Ich halte nichts davon, Leis­tungsan­forderun­gen immer weit­er abzubauen oder Konkur­renz grund­sät­zlich neg­a­tiv zu sehen. Eine Prü­fung, bei der am Ende kein Ergeb­nis, keine Note oder keine Einord­nung mehr eine Rolle spielt, ver­liert aus mein­er Sicht ihren Sinn.

Es geht bei Bil­dung nicht um Gle­ich­macherei, son­dern darum, Poten­ziale zu fördern. Dafür müssen Schü­lerin­nen und Schüler auch her­aus­ge­fordert wer­den. Gle­ichzeit­ig brauchen Kinder mit beson­derem Förderbe­darf eine gezielte Unter­stützung. Deshalb halte ich es auch für falsch, Förder­schulen voll­ständig abzuschaf­fen. Beson­dere Bedürfnisse müssen auch beson­ders berück­sichtigt wer­den.

Sicher­heit ist für viele Men­schen in Schw­erin ein wichtiges The­ma. Was müsste sich konkret verän­dern?

Beim Marien­platz sieht man, dass Polizeipräsenz und Kam­er­aüberwachung dur­chaus etwas bewirken kön­nen.

Natür­lich gibt es dort weit­er­hin Prob­leme, aber die Sit­u­a­tion hat sich gegenüber früheren Jahren verän­dert. Mein Ein­druck ist allerd­ings, dass sich ein Teil der Prob­leme lediglich ver­lagert hat. Wir sehen inzwis­chen Entwick­lun­gen am Markt und am Schlachter­markt. Dort hat es zulet­zt auch schwere Auseinan­der­set­zun­gen gegeben.

Wenn ein Konzept an einem Ort funk­tion­iert, sich das Prob­lem aber an einen anderen Ort ver­schiebt, muss man darauf reagieren. Deshalb würde ich prüfen, ob Polizeipräsenz und Videoüberwachung auch auf die Fußgänger­zone, den Markt und den Schlachter­markt aus­geweit­et wer­den kön­nen. Entschei­dend ist aber auch, Prob­leme über­haupt anzuerken­nen.

Die Poli­tik der ver­gan­genen zehn Jahre, an der auch die CDU beteiligt war, hat an bes­timmten Stellen Prob­leme verur­sacht. Das kann und muss man selb­stkri­tisch sagen. Genau­so falsch wäre es aber, so zu tun, als sei alles ver­loren. Es gibt konkrete Möglichkeit­en für Stadt, Land und Bund, die Sit­u­a­tion zu verbessern.

In Teilen Ihrer Sicher­heit­spoli­tik vertreten Sie ähn­liche Forderun­gen wie die AfD. Wo unter­schei­den sich CDU und AfD bei Migra­tion und Sicher­heit?

Ich spreche der AfD nicht ab, dass sie bei einzel­nen konkreten Prob­le­men Forderun­gen stellt, die auch wir vertreten. Der Unter­schied liegt für mich im Gesamt­bild. Irreg­uläre Migra­tion muss bess­er kon­trol­liert wer­den. Ide­al­er­weise passiert das bere­its an den europäis­chen Außen­gren­zen.

Men­schen, die keinen Aufen­thalt­sti­tel haben und aus­reisepflichtig sind, müssen auch kon­se­quenter zurück­ge­führt wer­den. Aber genau­so wichtig ist die andere Seite.

Wir brauchen qual­i­fizierte Zuwan­derung nach Meck­len­burg-Vor­pom­mern und Schw­erin. Ger­ade in Pflege und medi­zinis­chen Berufen haben wir einen erhe­blichen Fachkräfte­man­gel. In Schw­er­iner Kliniken arbeit­en beispiel­sweise viele aus­ländis­che Fachkräfte. Wür­den diese Men­schen plöt­zlich fehlen, hät­ten wir erhe­bliche Prob­leme. Deshalb muss man unter­schei­den. Eine aus­ge­bildete Kranken­schwest­er, die mit Sprachken­nt­nis­sen, Arbeitsver­trag und Qual­i­fika­tion nach Deutsch­land kommt, ist etwas völ­lig anderes als jemand, der ohne Per­spek­tive auf Arbeit ein­reist und möglicher­weise zusät­zlich straf­fäl­lig wird. Diese Dif­feren­zierung ist für mich entschei­dend und fehlt mir bei der AfD häu­fig.

Sie treten in einem Wahlkreis unter anderem gegen Min­is­ter­präsi­dentin Manuela Schwe­sig und Leif-Erik Holm an. Warum sollte man Ihnen trotz­dem die Erst­stimme geben?

Ich kön­nte jet­zt behaupten, dass ich genau­so bekan­nt bin und diesel­ben Chan­cen habe. Das wäre aber nicht ehrlich. Das ist sicher­lich ein­er der schwierig­sten Wahlkreise in Meck­len­burg-Vor­pom­mern. Gegen die Min­is­ter­präsi­dentin oder Leif-Erik Holm ein Direk­t­man­dat zu gewin­nen, ist für mich extrem schwierig. Aber ich kan­di­diere nicht, weil ich darin in erster Lin­ie eine per­sön­liche Kar­ri­ereper­spek­tive sehe.

Ich kan­di­diere, weil ich hin­ter den Ideen und Überzeu­gun­gen der CDU ste­he und mich für meine Stadt ein­brin­gen möchte. Auch wenn man keine sichere Aus­sicht auf ein Man­dat hat, ist es in ein­er Demokratie wichtig, für seine poli­tis­chen Überzeu­gun­gen einzuste­hen. Es gibt Men­schen, die wed­er Holm noch Schwe­sig wählen möcht­en. Für diese Men­schen möchte ich ein poli­tis­ches Ange­bot sein. Jede Stimme ist Teil demokratis­ch­er Repräsen­ta­tion und kann später auch für poli­tis­che Mehrheit­en wichtig wer­den.

Angenom­men, Sie ziehen in den Land­tag ein und wir sprechen 2031 erneut. Welche drei Dinge müssten sich verän­dert haben, damit Sie von ein­er erfol­gre­ichen Leg­is­laturpe­ri­ode sprechen?

Erstens wün­sche ich mir, dass die wirtschaftliche Entwick­lung Schw­erins deut­lich an Schwung gewin­nt, ger­ade bei kleinen und mit­tel­ständis­chen Unternehmen.

Auch im Touris­mus sehe ich große Chan­cen. Schw­erin hat durch das Wel­terbe ein enormes Poten­zial, aber noch zu wenige gute Hotels. Tages­touris­ten sind wichtig. Aber ein Gast, der ein oder zwei Nächte bleibt, bringt der Stadt wirtschaftlich deut­lich mehr. Dafür brauchen wir gute Hotels, Inve­storen und bessere Rah­menbe­din­gun­gen. Zweit­ens wün­sche ich mir eine starke Bil­dungs­land­schaft. Schw­erin hat gute Schulen, aber sie kön­nen noch bess­er wer­den. Dazu gehören staatliche und pri­vate Schulen.

Außer­dem bleibt für mich die Ansied­lung beziehungsweise der Aus­bau eines Hochschu­lange­bots in Schw­erin ein wichtiges Ziel. Wir wer­den keine Uni­ver­sität aus Ros­tock oder Greif­swald nach Schw­erin ver­lagern. Aber prax­is­na­he Hochschu­lange­bote, wie es sie bere­its in einzel­nen Bere­ichen gibt, kön­nen wir weit­er­en­twick­eln. Das würde jun­gen Men­schen ermöglichen, für Aus­bil­dung und Studi­um in Schw­erin zu bleiben und anschließend hier ins Beruf­sleben einzusteigen. Drit­tens wün­sche ich mir deut­lich mehr Sicher­heit.

Ich möchte in fünf Jahren meine dann jugendliche Tochter mit einem guten Gefühl abends in Schw­erin unter­wegs sein lassen kön­nen. Hun­dert­prozentige Sicher­heit wird es nie geben. Aber dieses grundle­gende Sicher­heits­ge­fühl hat­ten wir in Schw­erin lange und wir kön­nen es wieder erre­ichen. Dafür müssen wir konkrete Prob­leme lösen und dür­fen uns nicht nur von ide­ol­o­gis­chen Scheuk­lap­pen leit­en lassen.

Vie­len Dank für das Gespräch.

Danke schön.

Das Gespräch führte Dario Rochow