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Besuch aus aller Welt:
2.000 Zeugen Jehovas besuchen Schwerin und erinnern an Verfolgung in der DDR

Rund 2.000 internationale Gäste von Jehovas Zeugen besuchen Schwerin. Neben dem Welterbe steht die Verfolgung der Glaubensgemeinschaft in der DDR im Mittelpunkt.

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  • Veröffentlicht August 14, 2026
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Jehovas Zeugen in Schwerin
Ethel und Tinashe Har­ri­son, die eigens aus Malawi angereist sind, um den inter­na­tionalen Kongress in Ham­burg und das touris­tis­che Rah­men­pro­gramm in Nord­deutsch­land mitzuer­leben. Foto: JZ

 


In Kürze:

  • Rund 2.000 inter­na­tionale Gäste der Jeho­vas Zeu­gen besuchen im Rah­men eines Kon­gress­es Schw­erin.
  • Zum Pro­gramm gehören das Schw­er­iner Schloss und das UNESCO-Wel­terbe Res­i­den­zensem­ble.
  • Eine eigens ein­gerichtete Ausstel­lung beschäftigt sich mit der Ver­fol­gung von Jeho­vas Zeu­gen während der SED-Dik­tatur.

 

Rund 2.000 inter­na­tionale Gäste von Jeho­vas Zeu­gen besuchen derzeit Schw­erin. Anlass ist ein inter­na­tionaler Kongress der Glaubens­ge­mein­schaft in Ham­burg. Zum Begleit­pro­gramm gehören ein Besuch des Schw­er­iner Schloss­es und eine Ausstel­lung über die Ver­fol­gung von Jeho­vas Zeu­gen in der DDR.

Ins­ge­samt sind nach Angaben der Glaubens­ge­mein­schaft rund 5.000 Delegierte aus 25 Län­dern bis zum 18. August in Nord­deutsch­land unter­wegs. Für etwa 2.000 von ihnen ist ein Aus­flug nach Schw­erin vorge­se­hen. Dort besichti­gen sie unter anderem das zum UNESCO-Wel­terbe gehörende Res­i­den­zensem­ble.

Zum Pro­gramm gehört eine Führung durch das Schw­er­iner Schloss mit Thron­saal und weit­eren his­torischen Räu­men. Im Burggarten begleit­en his­torisch gek­lei­dete Darsteller die Besuch­er. Organ­isiert wurde dieser Teil des Pro­gramms nach Angaben der Glaubens­ge­mein­schaft von ehre­namtlichen Helfern aus Schw­erin und der Umge­bung.

Ein weit­er­er Schw­er­punkt liegt auf der Geschichte der Reli­gion­s­ge­mein­schaft in der DDR. In einem Gemein­dege­bäude in Schw­erin wurde dafür eine zweis­prachige Ausstel­lung ein­gerichtet. Sie beschäftigt sich mit dem Ver­bot der Zeu­gen Jeho­vas im Jahr 1950 und den Fol­gen für ihre Mit­glieder.

Ausstellung erinnert an Verfolgung in der DDR

Nach Angaben der Glaubens­ge­mein­schaft waren rund 50 Ehre­namtliche an Recherche, Gestal­tung und Auf­bau der Ausstel­lung beteiligt. Unter­stützt wor­den seien sie dabei von lokalen His­torik­ern und Zeitzeu­gen. Gezeigt wer­den unter anderem his­torische Fotografien, Schreib­maschi­nen, ein Ton­bandgerät sowie Möbel und andere Gegen­stände aus der DDR-Zeit.

Neben den Exponat­en set­zt die Ausstel­lung auf Videoin­t­er­views und per­sön­liche Berichte von Zeitzeu­gen aus Ost- und West­deutsch­land. Inter­na­tionale Besuch­er sollen dadurch erfahren, unter welchen Bedin­gun­gen Mit­glieder der Glaubens­ge­mein­schaft während der SED-Dik­tatur lebten.

Eine Besucherin aus Flori­da beschreibt den Ein­druck so: „Es fühlt sich an, als würde man bei jeman­dem im Wohnz­im­mer sitzen und erleben, wie das Leben damals war.“

Auch Zeitzeu­gen sind während der Ver­anstal­tung vor Ort. Arturo González aus Paraguay berichtet, er habe zunächst einen Erleb­nis­bericht von Peter Lasch auf einem Bild­schirm gese­hen. Anschließend habe er fest­gestellt, dass Lasch selb­st im Raum gewe­sen sei und Fra­gen beant­wortet habe. „Das war wirk­lich etwas Beson­deres“, sagt González.

Jehovas Zeugen waren in der DDR verboten

Die Zeu­gen Jeho­vas wur­den am 31. August 1950 in der DDR ver­boten. Ange­hörige der Glaubens­ge­mein­schaft wur­den unter anderem wegen ihrer religiösen Aktiv­itäten, ihrer poli­tis­chen Neu­tral­ität und der Ver­weigerung des Wehr­di­en­stes ver­fol­gt.

Nach Angaben von Jeho­vas Zeu­gen wur­den mehr als 5.000 Mit­glieder in der DDR zu Gefäng­nis­strafen verurteilt. Die Ausstel­lung in Schw­erin greift neben der staatlichen Ver­fol­gung auch For­men des Wider­stands und der gegen­seit­i­gen Unter­stützung inner­halb der Glaubens­ge­mein­schaft auf.

Michael Tsi­fi­daris, Sprech­er von Jeho­vas Zeu­gen in Nord­deutsch­land, verbindet die his­torische Ausstel­lung mit ein­er Botschaft für die Gegen­wart. Die dama­li­gen Mit­glieder hät­ten trotz per­sön­lich­er Nachteile an ihren Überzeu­gun­gen fest­ge­hal­ten. „Näch­sten­liebe ist stärk­er als Mis­strauen und Pro­pa­gan­da“, sagt Tsi­fi­daris.

Rund 250 Helfer in Schwerin im Einsatz

Neben Schloss­be­such und Ausstel­lung gibt es für die inter­na­tionalen Gäste ein Begeg­nung­spro­gramm. Rund um ein Gemein­de­haus der Glaubens­ge­mein­schaft in Schw­erin find­en während der sechs Ver­anstal­tungstage Tre­f­fen mit Live­musik sowie gas­tronomis­chen Ange­boten statt.

Nach Angaben von Jeho­vas Zeu­gen sind dafür rund 250 frei­willige Helfer im Ein­satz. Die Ver­anstal­tun­gen wür­den von Mit­gliedern selb­st organ­isiert und durch frei­willige Spenden finanziert. Ähn­liche Pro­gramme wur­den für die Kon­gressteil­nehmer auch an anderen Orten in Nord­deutsch­land vor­bere­it­et.