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Wann darf welche Flagge wehen -
Kein Regenbogen ohne Regeln!

Wann weht schwarz-rot-gold vor dem Schweriner Rathaus? Und wann der Regenbogen? Und warum hängt die Landesflagge nicht jeden Tag? Wir haben die Antworten!

  • Veröffentlicht Februar 9, 2026
    Vor dem Schweriner Rathaus stehen drei Fahnenmasten.Vor dem Schw­er­iner Rathaus ste­hen drei Fah­nen­mas­ten. Foto: Chris Loose

 

Wann darf die Regen­bo­gen­flagge vor dem Schw­er­iner Rathaus hän­gen? Und zeigt Schw­erin am 27. Feb­ru­ar die Flagge vom Equal Pay Day, die auf unter­schiedliche Bezahlung von Män­nern und Frauen im gle­ichen Job aufmerk­sam macht? Darüber hat der Haup­tauss­chuss Ende Jan­u­ar (27.01.2026) entsch­ieden. Mit einem Ja. An fünf ver­schiede­nen Anlässen darf eine soge­nan­nte “nicht-hoheitliche” Beflag­gung vor dem Schw­er­iner Rathaus hän­gen. Die Zus­tim­mung des Haup­tauss­chuss­es ist nötig, weil das die Stadtvertre­tung im ver­gan­genen Jahr so entsch­ieden hat.

Was ist dann eine hoheitliche Beflaggung?

Eine hoheitliche Beflag­gung ist über eine Lan­desverord­nung aus dem Jahr 1998 geregelt. Das teilte uns die Ver­wal­tung mit. In dieser Verord­nung sind 15 ver­schiedene Anlässe geregelt, an denen Deutsch­land­flaggen vor oder an öffentlichen Gebäu­den aufzuhän­gen sind. Zum Beispiel am Tag der deutschen Ein­heit. Oder am Volk­strauertag auf halb­mast. Diese Regelung bet­rifft aber nur Flaggen­mas­ten am Stadthaus und am Rathaus, eben an den hoheitlichen Gebäu­den.

Viele Flaggenmasten, viele Verantwortliche

Im Besitz der Stadt Schw­erin gibt es noch weit­ere Fah­nen­mas­ten, zum Beispiel am Bertha-Kling­berg-Platz. Ohne Ver­wal­tungs­ge­bäude nebe­nan, kann die Stadtver­wal­tung entschei­den, wer dort Flagge zeigen darf. In diesem Fall ist das dauer­haft die Sparkasse auf­grund ein­er Koop­er­a­tion mit der Stadt. Ver­ant­wortlich für die Flaggenset­zung am Stadthaus sind die Haus­meis­ter, am Rathaus der Außen­di­enst des kom­mu­nalen Unternehmens ZGM und für den Bertha-Kling­berg-Platz das kom­mu­nale Unternehmen SDS.

 

Am Bertha-Klingberg-Platz stehen noch einige Fahnenmasten mehr. Dort wehen, unter Anderem, die Flaggen der Polizeigewerkschaft und der Sparkasse.
Am Bertha-Kling­berg-Platz ste­hen noch einige Fah­nen­mas­ten mehr. Dort wehen, unter Anderem, die Flaggen der Polizeigew­erkschaft und der Sparkasse. Foto: Chris Loose

 

Was sagen die Stadtvertreter?

Sollen nun noch weit­ere Flaggen vor dem Rathaus hän­gen, müssen Anträge im Haup­tauss­chuss einge­bracht wer­den. Das geht auf einen CDU-Antrag aus dem ver­gan­genen Mai zurück. Außer­dem wollte die CDU ermöglichen, dass auch ohne beson­deren Anlass die Landes‑, Bun­des- und Europaflagge vor dem Rathaus wehen darf. Das hätte das Land Meck­len­burg-Vor­pom­mern erlauben müssen, lehnte es aber ab. Zu den nun beschlosse­nen Beflag­gun­gen sind die Mei­n­un­gen ver­schieden. Die AfD und die FDP wollen auss­chließlich die Deutsch­land, Europa und MV-Flagge vor den Ver­wal­tungs­ge­bäu­den. Die CDU-Vertreter enthiel­ten sich bei der Abstim­mung im Haup­tauss­chuss, da sie auf eine poli­tis­che Beflag­gung verzicht­en wollen. Die SPD, das ASK, und die Grü­nen begrüßen die Beschlüsse, beson­ders den zum Hissen der Regen­bo­gen­fahne am Christo­pher Street Day. Weit­ere konkrete Pla­nun­gen, um zusät­zliche Flaggen hissen zu lassen, soll es noch nicht geben.