Kita-Neubau:
Neue Kita Feldstadtmäuse in Schwerin offiziell übergeben
Nach 16 Monaten Bauzeit ist die neue Kita Feldstadtmäuse in Schwerin eröffnet. Alle 105 Plätze sind belegt. Gleichzeitig geht die Zahl der Kita-Kinder in der Stadt zurück.

In Kürze:
- Die neue Kita Feldstadtmäuse in der Bleicherstraße bietet Platz für 105 Kinder und ist nach Angaben der Stadt bereits vollständig belegt.
- Der Ersatzneubau kostete rund 6,5 Millionen Euro und löst den bisherigen Standort in einer alten Villa in der Demmlerstraße ab.
- Gleichzeitig sinkt die Zahl der Kita-Kinder in Schwerin. Bereits die Bedarfsplanung 2023 bis 2025 prognostizierte mittelfristig ein Überangebot an Krippen- und Kindergartenplätzen.
Die neue Kita Feldstadtmäuse in Schwerin ist am Freitag offiziell in Anwesenheit von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) und Oberbürgermeister Sebastian Ehlers (CDU) übergeben worden. 105 Kinder haben den Ersatzneubau in der Bleicherstraße bereits bezogen, sämtliche Plätze sind nach Angaben der Stadt belegt. Rund 6,5 Millionen Euro investierte das Zentrale Gebäudemanagement (ZGM) in das Gebäude.
Der Neubau ersetzt die bisherige Kita in einer alten Villa in der Demmlerstraße. Auf mehr als 1.500 Quadratmetern stehen den Kindern nun unter anderem Gruppen- und Therapieräume sowie Bereiche für Bewegung, kreatives Arbeiten und Naturthemen zur Verfügung. Zwei Gruppen arbeiten integrativ, betreuen also gemeinsam Kinder mit und ohne Beeinträchtigungen.
Bemerkenswert ist die vollständige Belegung auch vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung. „Auch wenn die Zahl der Kita-Kinder in Schwerin derzeit insgesamt sinkt, war diese Investition vorausschauend“, sagte Oberbürgermeister Sebastian Ehlers (CDU) bei der Eröffnung. Dass die Einrichtung bereits ausgelastet sei, zeige nach seiner Einschätzung den Bedarf vor Ort.

Allerdings entstehen mit den Feldstadtmäusen nicht einfach 105 zusätzliche Betreuungsplätze. Bei dem Gebäude handelt es sich um einen Ersatz für den bisherigen Standort. Die Stadt hatte den Neubau bereits vor Jahren in ihre Planungen aufgenommen. Erste Überlegungen dazu gab es nach Angaben der Kita gGmbH 2017.
Kita Feldstadtmäuse Teil der Bedarfsplanung
Der Rückgang der Kinderzahlen kommt für die Stadt nicht überraschend. Bereits in ihrer Kindertagesstättenbedarfsplanung für die Jahre 2023 bis 2025 prognostizierte die Verwaltung mittelfristig ein Überangebot an Krippen- und Kindergartenplätzen. Zusätzliche Kapazitäten werden dagegen vor allem im Hort benötigt.

Die Feldstadtmäuse wurden in dieser Planung ausdrücklich als einer von mehreren vorgesehenen Ersatzneubauten aufgeführt. Neben ihnen nannte die Stadt damals die Einrichtungen Nandolino in der Paulsstadt, Mosaik auf dem Großen Dreesch und Matthias Claudius in der Schelfstadt. Investitionen im Kitabereich sollten damit zunehmend dem vorhandenen Gebäudebestand zugutekommen und nicht in erster Linie zusätzliche Plätze schaffen.
Für die Feldstadt ist noch ein weiterer Punkt interessant: Trotz insgesamt zurückgehender Geburtenzahlen erwartete die Stadt in ihrer Planung zunächst nicht überall sinkende Betreuungszahlen. Für die Planungsregion Mitte/West mit Paulsstadt und Feldstadt rechnete sie bis 2024 noch mit einem Anstieg. Auch für Teile des Schweriner Ostens und Südens wurde damals zunächst eine wachsende Nachfrage angenommen.
Rückgang inzwischen spürbar
Inzwischen ist die demografische Veränderung offenbar weiter fortgeschritten. Im Doppelhaushalt 2025/26 bezeichnet die Stadt den zuvor prognostizierten Rückgang der Kinderzahlen im Krippen- und Kitabereich als bereits spürbar. Der Schwerpunkt beim Ausbau von Betreuungskapazitäten habe sich deshalb auf den Hortbereich verlagert.
Aktuelle Zahlen zeigen zugleich, wie groß das Schweriner Betreuungssystem ist. Zum Stichtag 1. März 2025 wurden nach Angaben der Stadt in 55 Kindertageseinrichtungen 1.039 Krippenkinder, 2.547 Kindergartenkinder und 3.988 Hortkinder betreut. Weitere 152 Kinder befanden sich in Tagespflege.
Wie stark die Zahl der Krippen- und Kindergartenkinder seitdem zurückgegangen ist und wie sich die Entwicklung auf einzelne Stadtteile und Einrichtungen verteilt, geht aus den bislang veröffentlichten Angaben nicht hervor. Damit bleibt auch offen, ob neben gut ausgelasteten Einrichtungen wie den Feldstadtmäusen an anderer Stelle bereits Plätze frei bleiben.
Neubau bietet mehr Möglichkeiten
Für die Kinder und Beschäftigten der Feldstadtmäuse bedeutet der Umzug vor allem deutlich veränderte räumliche Bedingungen. Kita-Leiterin Kathrin Lange berichtet, dass auch Kinder, die am alten Standort eher zurückhaltend gewesen seien, das neue Gebäude schnell angenommen hätten. „Im Vorfeld stellt man sich ja vor, wie die Kinder die neuen Räume erobern. Und das mitzuerleben, war einfach wunderbar“, sagte Lange.
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Neben einem Mehrzweckraum gibt es unter anderem ein Atelier, einen Natur- und Umweltraum sowie Räume für Physio- und Ergotherapie. Das soll insbesondere die integrative Arbeit erleichtern. Nach Angaben des Trägers verfügt das Team unter anderem über Erfahrungen in der Betreuung autistischer Kinder. Ein Fahrstuhl erschließt das Obergeschoss barrierearm.
Auch energetisch unterscheidet sich der Neubau deutlich vom bisherigen Gebäude. Das Erdgeschoss wurde in Beton‑, das Obergeschoss in Holzbauweise errichtet. Geheizt wird mit einer Sole-Wärmepumpe, die über Erdsonden Wärme aus dem Boden nutzt. Hinzu kommen eine Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher, Dachbegrünung und eine Lüftungsanlage.
Regenwasser soll möglichst auf dem Grundstück zurückgehalten und versickert werden. Auch die Außenanlagen wurden nach diesem sogenannten Schwammstadt-Prinzip gestaltet. Für das Gebäude strebt die Stadt eine Zertifizierung nach dem Nachhaltigkeitsstandard DGNB Gold an.
Unterstützt wurde die 6,5‑Millionen-Euro-Investition nach Angaben der Stadt mit Mitteln aus einem Förderprogramm der staatlichen KfW-Bank. Wie hoch die Förderung konkret ausfällt und welchen Anteil der Kosten die Stadt selbst trägt, teilte die Verwaltung in ihrer Mitteilung nicht mit.




