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Kita-Neubau:
Neue Kita Feldstadtmäuse in Schwerin offiziell übergeben

Nach 16 Monaten Bauzeit ist die neue Kita Feldstadtmäuse in Schwerin eröffnet. Alle 105 Plätze sind belegt. Gleichzeitig geht die Zahl der Kita-Kinder in der Stadt zurück.

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  • Veröffentlicht August 29, 2026
Der Neubau der Kita „Feld­stadt­mäuse“ in der Ble­ich­er­straße bietet Platz für 105 Kinder und erset­zt den bish­eri­gen Stan­dort in der Demm­ler­straße. Foto: LHS

 


In Kürze:

  • Die neue Kita Feld­stadt­mäuse in der Ble­ich­er­straße bietet Platz für 105 Kinder und ist nach Angaben der Stadt bere­its voll­ständig belegt.
  • Der Ersatzneubau kostete rund 6,5 Mil­lio­nen Euro und löst den bish­eri­gen Stan­dort in ein­er alten Vil­la in der Demm­ler­straße ab.
  • Gle­ichzeit­ig sinkt die Zahl der Kita-Kinder in Schw­erin. Bere­its die Bedarf­s­pla­nung 2023 bis 2025 prog­nos­tizierte mit­tel­fristig ein Überange­bot an Krip­pen- und Kinder­garten­plätzen.

 

Die neue Kita Feld­stadt­mäuse in Schw­erin ist am Fre­itag offiziell in Anwe­sen­heit von Min­is­ter­präsi­dentin Manuela Schwe­sig (SPD) und Ober­bürg­er­meis­ter Sebas­t­ian Ehlers (CDU) übergeben wor­den. 105 Kinder haben den Ersatzneubau in der Ble­ich­er­straße bere­its bezo­gen, sämtliche Plätze sind nach Angaben der Stadt belegt. Rund 6,5 Mil­lio­nen Euro investierte das Zen­trale Gebäude­m­an­age­ment (ZGM) in das Gebäude.

Der Neubau erset­zt die bish­erige Kita in ein­er alten Vil­la in der Demm­ler­straße. Auf mehr als 1.500 Quadrat­metern ste­hen den Kindern nun unter anderem Grup­pen- und Ther­a­pieräume sowie Bere­iche für Bewe­gung, kreatives Arbeit­en und Natur­the­men zur Ver­fü­gung. Zwei Grup­pen arbeit­en inte­gra­tiv, betreuen also gemein­sam Kinder mit und ohne Beein­träch­ti­gun­gen.

Bemerkenswert ist die voll­ständi­ge Bele­gung auch vor dem Hin­ter­grund der demografis­chen Entwick­lung. „Auch wenn die Zahl der Kita-Kinder in Schw­erin derzeit ins­ge­samt sinkt, war diese Investi­tion vorauss­chauend“, sagte Ober­bürg­er­meis­ter Sebas­t­ian Ehlers (CDU) bei der Eröff­nung. Dass die Ein­rich­tung bere­its aus­ge­lastet sei, zeige nach sein­er Ein­schätzung den Bedarf vor Ort.

 

Ober­bürg­er­meis­ter Sebas­t­ian Ehlers im Gespräch mit Kindern. Foto: LHS

 

Allerd­ings entste­hen mit den Feld­stadt­mäusen nicht ein­fach 105 zusät­zliche Betreu­ungsplätze. Bei dem Gebäude han­delt es sich um einen Ersatz für den bish­eri­gen Stan­dort. Die Stadt hat­te den Neubau bere­its vor Jahren in ihre Pla­nun­gen aufgenom­men. Erste Über­legun­gen dazu gab es nach Angaben der Kita gGmbH 2017.

Kita Feldstadtmäuse Teil der Bedarfsplanung

Der Rück­gang der Kinderzahlen kommt für die Stadt nicht über­raschend. Bere­its in ihrer Kindertagesstät­tenbe­darf­s­pla­nung für die Jahre 2023 bis 2025 prog­nos­tizierte die Ver­wal­tung mit­tel­fristig ein Überange­bot an Krip­pen- und Kinder­garten­plätzen. Zusät­zliche Kapaz­itäten wer­den dage­gen vor allem im Hort benötigt.

Min­is­ter­präsi­dentin Manuela Schwe­sig (re.) über­re­ichte Kita gGmbH-Geschäfts­führerin Anke Preuß (li.) per­sön­lich eine Ehren­münze als Wertschätzung für ihre jahrzehn­te­lange Arbeit in der Kita gGmbH. Foto: maxpress/Janine Pleger

Die Feld­stadt­mäuse wur­den in dieser Pla­nung aus­drück­lich als ein­er von mehreren vorge­se­henen Ersatzneubaut­en aufge­führt. Neben ihnen nan­nte die Stadt damals die Ein­rich­tun­gen Nan­dolino in der Paulsstadt, Mosaik auf dem Großen Dreesch und Matthias Claudius in der Schelf­s­tadt. Investi­tio­nen im Kitabere­ich soll­ten damit zunehmend dem vorhan­de­nen Gebäudebe­stand zugutekom­men und nicht in erster Lin­ie zusät­zliche Plätze schaf­fen.

Für die Feld­stadt ist noch ein weit­er­er Punkt inter­es­sant: Trotz ins­ge­samt zurück­ge­hen­der Geburten­zahlen erwartete die Stadt in ihrer Pla­nung zunächst nicht über­all sink­ende Betreu­ungszahlen. Für die Pla­nungsre­gion Mitte/West mit Paulsstadt und Feld­stadt rech­nete sie bis 2024 noch mit einem Anstieg. Auch für Teile des Schw­er­iner Ostens und Südens wurde damals zunächst eine wach­sende Nach­frage angenom­men.

Rückgang inzwischen spürbar

Inzwis­chen ist die demografis­che Verän­derung offen­bar weit­er fort­geschrit­ten. Im Dop­pel­haushalt 2025/26 beze­ich­net die Stadt den zuvor prog­nos­tizierten Rück­gang der Kinderzahlen im Krip­pen- und Kitabere­ich als bere­its spür­bar. Der Schw­er­punkt beim Aus­bau von Betreu­ungska­paz­itäten habe sich deshalb auf den Hort­bere­ich ver­lagert.

Aktuelle Zahlen zeigen zugle­ich, wie groß das Schw­er­iner Betreu­ungssys­tem ist. Zum Stich­tag 1. März 2025 wur­den nach Angaben der Stadt in 55 Kindertage­sein­rich­tun­gen 1.039 Krip­penkinder, 2.547 Kinder­gartenkinder und 3.988 Hortkinder betreut. Weit­ere 152 Kinder befan­den sich in Tage­spflege.

Wie stark die Zahl der Krip­pen- und Kinder­gartenkinder seit­dem zurück­ge­gan­gen ist und wie sich die Entwick­lung auf einzelne Stadt­teile und Ein­rich­tun­gen verteilt, geht aus den bis­lang veröf­fentlicht­en Angaben nicht her­vor. Damit bleibt auch offen, ob neben gut aus­ge­lasteten Ein­rich­tun­gen wie den Feld­stadt­mäusen an ander­er Stelle bere­its Plätze frei bleiben.

Neubau bietet mehr Möglichkeiten

Für die Kinder und Beschäftigten der Feld­stadt­mäuse bedeutet der Umzug vor allem deut­lich verän­derte räum­liche Bedin­gun­gen. Kita-Lei­t­erin Kathrin Lange berichtet, dass auch Kinder, die am alten Stan­dort eher zurück­hal­tend gewe­sen seien, das neue Gebäude schnell angenom­men hät­ten. „Im Vor­feld stellt man sich ja vor, wie die Kinder die neuen Räume erobern. Und das mitzuer­leben, war ein­fach wun­der­bar“, sagte Lange.

 


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Neben einem Mehrzweck­raum gibt es unter anderem ein Ate­lier, einen Natur- und Umwel­traum sowie Räume für Physio- und Ergother­a­pie. Das soll ins­beson­dere die inte­gra­tive Arbeit erle­ichtern. Nach Angaben des Trägers ver­fügt das Team unter anderem über Erfahrun­gen in der Betreu­ung autis­tis­ch­er Kinder. Ein Fahrstuhl erschließt das Obergeschoss bar­ri­erearm.

Auch ener­getisch unter­schei­det sich der Neubau deut­lich vom bish­eri­gen Gebäude. Das Erdgeschoss wurde in Beton‑, das Obergeschoss in Holzbauweise errichtet. Geheizt wird mit ein­er Sole-Wärmepumpe, die über Erd­son­den Wärme aus dem Boden nutzt. Hinzu kom­men eine Pho­to­voltaikan­lage mit Bat­ter­iespe­ich­er, Dachbe­grü­nung und eine Lüf­tungsan­lage.

Regen­wass­er soll möglichst auf dem Grund­stück zurück­ge­hal­ten und ver­sick­ert wer­den. Auch die Auße­nan­la­gen wur­den nach diesem soge­nan­nten Schwamm­stadt-Prinzip gestal­tet. Für das Gebäude strebt die Stadt eine Zer­ti­fizierung nach dem Nach­haltigkeits­stan­dard DGNB Gold an.

Unter­stützt wurde die 6,5‑Millionen-Euro-Investition nach Angaben der Stadt mit Mit­teln aus einem Förder­pro­gramm der staatlichen KfW-Bank. Wie hoch die Förderung konkret aus­fällt und welchen Anteil der Kosten die Stadt selb­st trägt, teilte die Ver­wal­tung in ihrer Mit­teilung nicht mit.