Sa, 13. Juni 2026
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Landesregierung gerät unter Druck:
Kita-Volksbegehren in MV erreicht Rekordzahl an Unterschriften

Das Kita-Volksbegehren in Mecklenburg-Vorpommern hat bereits 138.000 Unterschriften gesammelt – nun gibt es Streit um die Rechtmäßigkeit.

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  • Veröffentlicht Mai 22, 2026
Archiv­fo­to: Max­press

 

Das Volks­begehren für bessere Betreu­ungss­chlüs­sel in Kitas und Hort­en in Meck­len­burg-Vor­pom­mern hat nach Angaben der Ini­tia­toren inner­halb von nur vier Wochen rund 138.000 Unter­schriften gesam­melt. Damit wurde die erforder­liche Marke von 100.000 gülti­gen Unter­schriften deut­lich über­schrit­ten. Nach Ein­schätzung der Organ­isatoren han­delt es sich um die bis­lang erfol­gre­ich­ste Unter­schriften­samm­lung in der Geschichte des Bun­des­lan­des.

Hin­ter dem Volks­begehren ste­hen unter anderem die Gew­erkschaft Erziehung und Wis­senschaft (GEW) sowie der Kita-Lan­desel­tern­rat. Ziel ist es, die Per­son­alausstat­tung in Kindertagesstät­ten und Hort­en zu verbessern und dro­hende Ent­las­sun­gen im Kita-Bere­ich zu ver­hin­dern.

Die Ini­tia­toren ver­weisen seit Jahren auf Kri­tik von Fach­leuten, wonach Erzieherin­nen und Erzieher in Meck­len­burg-Vor­pom­mern für zu viele Kinder gle­ichzeit­ig ver­ant­wortlich seien. Gle­ichzeit­ig sinken die Geburten­zahlen im Land deut­lich. Dadurch dro­hen in mehreren Regio­nen Kita-Schließun­gen und Per­son­al­ab­bau. Das vorhan­dene Fach­per­son­al solle deshalb gehal­ten und kün­ftig gezielt für bessere Betreu­ungs­be­din­gun­gen einge­set­zt wer­den.

 

Gespräche mit Landesregierung laufen

Nach Angaben der Ini­tia­tive laufen bere­its Gespräche mit Min­is­ter­präsi­dentin Manuela Schwe­sig. Die hohe Zahl an Unter­schriften sei ein klares Sig­nal an die Lan­desregierung, rasch eine poli­tis­che Lösung zu find­en. Ziel sei es, Verbesserun­gen möglichst schnell umzuset­zen und nicht erst über einen möglichen Volk­sentscheid ab dem Jahr 2028.

Nach Angaben der Ini­tia­toren müsste dafür in das laufende Ver­fahren zur Nov­el­lierung des Kindertages­förderungs­ge­set­zes einge­grif­f­en wer­den. Auch im Land­tag wächst offen­bar der poli­tis­che Druck. Die bil­dungspoli­tis­che Sprecherin der Grü­nen-Frak­tion, Jut­ta Weg­n­er, erk­lärte, die aktuelle Debat­te zeige deut­lich, dass die Lan­desregierung zunehmend unter Zugzwang ger­ate.

Gle­ichzeit­ig sorgt die rechtliche Zuläs­sigkeit des Volks­begehrens inzwis­chen für Diskus­sio­nen. Ein Rechtsgutacht­en des Land­tags kommt laut den Ini­tia­toren zu dem Ergeb­nis, dass das Volks­begehren unzuläs­sig sein kön­nte. Begrün­det wird dies damit, dass die geplanten Maß­nah­men zusät­zliche Kosten verur­sachen und damit die Haushalt­shoheit des Par­la­ments berühren wür­den.

Die Ini­tia­tive weist diese Ein­schätzung zurück. Nach eige­nen Angaben wurde eben­falls ein Rechtsgutacht­en einge­holt, das zu einem gegen­teili­gen Ergeb­nis kommt. Im Stre­it­fall kön­nte let­ztlich ein Gericht über die Zuläs­sigkeit entschei­den. Wie es mit dem Volks­begehren nun weit­erge­ht, bleibt zunächst offen. Die Ini­tia­toren wollen die Unter­schriften­samm­lung vor­erst fort­set­zen.