Klappe, die Erste und Action: Die Stadtvertretung live im Internet

Seit gestern kann man die Stadtvertretersitzungen live im Internet mitverfolgen
Seit gestern kann man die Stadtvertretersitzungen live im Internet mitverfolgen

 

(sr). Seit gestern ist Stadtpolitik in Schwerin ein wenig transparenter geworden: Die monatlichen Sitzungen der Stadtvertretung werden am sofort live im Internet übertragen. Ganz problemlos verlief der Start dann aber aber doch nicht. 

 

Für 17:00 Uhr war der Start der Übertragung angekündigt. Wer zu diesem Zeitpunkt den Live-Stream besuchte, erlebte aber eine Enttäuschung: Ein Startbild begrüßte den interessierten Bürger. Das sorgte gleich am Anfang für Verunsicherung. Was ist da los? Gibt es technische Probleme? Fragen, die nicht beantwortet wurden. Ein Standbild mit dem Hinweis „Die Sitzung beginnt in Kürze“ wäre eine schöne und angemessene Lösung gewesen. So hieß es dann nur Warten, was frustrieren kann.

 

Wer sich in Geduld übte, wurde dann am Ende doch belohnt: Gegen 17:25 Uhr ging die Sitzung im Internet auf Sendung. Stadtvertretung, Klappe, die Erste – und Action! Jetzt war man dabei.

 

Immer wieder Abschaltung der Übertragung

 

Eine Kamera schwenkt vom Rednerpult, auf die Oberbürgermeisterin, ihre Dezernenten und dem Präsidium der Stadtvertretung. Schwenks in den Sitzungssaal, auf die Presse- oder Zuschauerbank sind nicht erlaubt.

 

Die Stadtvertretung, sei anders als der Land- oder Bundestag kein Parlament. Aus Datenschutzgründen dürften daher nur die Politiker gezeigt werden. Einschränkend muss man hinzufügen, nur jene Stadtvertreter, die das schriftlich erlaubt haben. Das muss man nicht verstehen.

 

Gerade erst mit der Live-Übertragung versöhnt, bahnt sich der nächste Ärger prompt an. Während der Beantwortung von schriftlichen Anfragen aus der Stadtvertretung durch die Stadtverwaltung ist offensichtlich keine Übertragung vorgesehen. Der Live-Stream schaltet sich also wieder auf unbestimmte Zeit ab. Nun heißt es für den interessierten Bürger wieder einmal warten. Das muss man nicht verstehen.

 

Bei der Bürgerfragestunde ist ebenfalls schon im Vorfeld die Abschaltung der Übertragung angekündigt. In der Bürgerfragestunde hat jeder Bürger der Landeshauptstadt die Möglichkeit mündlich Fragen an die Stadtvertretung oder die Stadtvertretung zu stellen. Diese werden dann beantwortet. Als Internetbesucher der Stadtvertretersitzung bleibt man von der Beantwortung der Fragen ausgeschlossen. Auch dass muss man nicht verstehen.

 

In den Pausen oder zu Punkten an denen der Internetzuschauer abgeschaltet wird, zeigen Standbilder auf, dass die Sitzung unterbrochen ist und weitergehen wird. Diese Standbilder sind im Übrigen auch vorgesehen, wenn ein Redner nicht möchte, dass er gezeigt wird. Das wird aber hoffentlich nur die Ausnahme sein.

 

Immer wieder wurde gestern die Übertragung der Sitzung unterbrochen. Dabei war  nicht immer klar, warum man nun gerade an dieser Stelle weggeschaltet wird. Eine Verfolgung der Sitzung im Internet kann daher spannend, aber auch zäh und langweilig sein. Von dem Internetzuschauer wird jedenfalls ein Höchstmaß an Geduld abverlangt.

 

Interesse an Liveübertragung hielt sich in Grenzen

 

Man weiß auch nie, wie lange so eine Sitzung dauert. Ebenso weiß niemand, zu welcher Uhrzeit ein Thema aufgerufen wird. Es kann auch sein, das Tagesordnungspunkte verschoben werden – damit zum Beispiel Gäste nicht unnötig warten sollen. Gestern kamen dann auch noch Dringlichkeitsanträge dazu, die die Tagesordnung erweiterten.

 

In anderen Städten gibt es die Möglichkeit der Mitverfolgung solcher Sitzung schon einige Zeit. Dort hält sich der Zugriff in sehr überschaubare Grenzen. Das war auch gestern Abend in Schwerin der Fall.

 

Die Stadtsprecherin Michaela Christen sagt auf Anfrage, dass zwar noch keine detaillierte Gesamtstatistik vom Streaming-Provider vorliege. Aus eigener Beobachtung sagt sie aber, dass die  durchschnittliche Zuschauerzahl (gleichzeitige Zuschauer) bei ca. 30 gelegen hätte. Dabei haben sich viele erst ab ca. 18 Uhr dazu geschaltet. Zwischen 19 und 21 Uhr lag der Wert bei  um die 40. Höchstwert waren 46 Zuschauer. Ab 21 Uhr nahm das „Interesse“ spürbar ab. Es waren dann bis zum Schluss nur noch 30 Zuschauer auf dem Stream.

 

 

 

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