Wirtschaftliche Unsicherheit:
Kostenexplosion belastet Handwerk
Sinkende Umsätze und hohe Kosten belasten das Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern. Laut Umfrage berichten viele Betriebe von wachsendem Druck und fehlender Aufbruchsstimmung.

Im Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern verschlechtert sich die wirtschaftliche Lage. Wie die Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern und die Handwerkskammer Schwerin mitteilten, zeigt eine aktuelle Konjunkturumfrage eine zunehmend angespannte Stimmung in den Betrieben.
Demnach berichteten rund 45 Prozent der etwa 900 befragten Unternehmen im ersten Quartal von rückläufigen Umsätzen im Vergleich zum Vorquartal. Noch im Herbst habe es Anzeichen für eine mögliche Erholung gegeben, erklärte der Präsident der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern, Axel Hochschild. Die aktuellen Zahlen ließen jedoch keine Trendwende erkennen.
Als wesentliche Belastungsfaktoren nannten die Betriebe vor allem gestiegene Einkaufs- und Materialpreise. Nach Angaben der Kammern klagten 88 Prozent der Unternehmen über entsprechende Kostensteigerungen – deutlich mehr als im Vorjahr. In der Folge habe etwa jeder zweite Betrieb seine Verkaufspreise anpassen müssen. Gleichzeitig würden Investitionen häufiger verschoben.
Stabil zeigt sich hingegen die Entwicklung bei Beschäftigung und Ausbildung. Die Zahl der Mitarbeitenden sowie der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge sei weitgehend konstant geblieben. Die Beschäftigten seien das wichtigste Kapital der Betriebe, betonte der Präsident der Handwerkskammer Schwerin, Uwe Lange. Einsparungen würden daher eher bei Investitionen als beim Personal vorgenommen.
Kritisch äußerten sich die Handwerkskammern zur geplanten Entlastungsprämie der Bundesregierung. Diese sende aus Sicht der Kammern ein falsches Signal an die Unternehmen. Angesichts von rund 19.000 Handwerksbetrieben mit etwa 112.000 Beschäftigten im Land sei eine flächendeckende Auszahlung finanziell kaum darstellbar.
Die Bundesregierung hatte angesichts gestiegener Energiepreise angekündigt, dass Arbeitgeber ihren Beschäftigten eine steuer- und abgabenfreie Prämie von bis zu 1.000 Euro gewähren können. Eine Verpflichtung dazu besteht jedoch nicht.




