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Erfolg für Bürgerinitiative:
Kostenloser Nahverkehr kommt auf politische Tagesordnung

Mehr als 2.000 Schweriner unterstützen den Einwohnerantrag für einen entgeltfreien Nahverkehr. Damit muss sich nun die Stadtvertretung mit dem Vorschlag befassen. Die Unterschriften werden am 16. März übergeben.

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  • Veröffentlicht März 11, 2026
Kostenloser Nahverkehr Schwerin
Archiv­bild: Wird der Nahverkehr in Schw­erin bald kosten­frei? Das wird The­ma der Stadtvertre­tung. Foto: Ste­fan Rochow 

 

Die Bürg­erini­tia­tive „Freifahrt.Jetzt.Schwerin“ hat ihr Ziel erre­icht: Mit mehr als 2.000 gülti­gen Unter­schriften hat sie das erforder­liche Quo­rum für einen Ein­wohn­er­antrag zum ent­gelt­freien Nahverkehr in der Lan­deshaupt­stadt über­schrit­ten. Damit wird sich nun die Schw­er­iner Stadtvertre­tung mit dem Anliegen befassen.

Entgeltfreier öffentlicher Nahverkehrs in der Stadt

Nach Angaben der Wahlbe­hörde wur­den ins­ge­samt 2.252 Unter­schriften als gültig anerkan­nt. Weit­ere 709 Unter­schriften erwiesen sich als ungültig. Damit ist das nach § 18 Abs. 2 der Kom­mu­nalver­fas­sung Meck­len­burg-Vor­pom­mern erforder­liche Quo­rum erfüllt. Vor­be­haltlich der abschließen­den Bestä­ti­gung durch das Prä­sid­i­um am 12. März soll der Antrag am 23. März auf die Tage­sor­d­nung der Stadtvertre­tung geset­zt wer­den. Dort wird zunächst for­mal über die Zuläs­sigkeit entsch­ieden, bevor inhaltlich über den Antrag berat­en wird.

 


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Die Bürg­erini­tia­tive hat­te in den ver­gan­genen Monat­en Unter­schriften aus der Schw­er­iner Bevölkerung gesam­melt. Ziel ist die Ein­führung eines ent­gelt­freien öffentlichen Nahverkehrs in der Stadt. „Erk­lärtes Ziel war, den Antrag in die Stadtvertre­tung zur dor­ti­gen Zus­tim­mung einzubrin­gen“, erk­lärte Got­tre­ich Albrecht von der Ini­tia­tive.

Nach Ansicht der Ini­tia­tive ist der Schw­er­iner Nahverkehr städtis­ches Eigen­tum und sollte allen Ein­wohner­in­nen und Ein­wohn­ern möglichst niedrigschwellig zur Ver­fü­gung ste­hen. Ein ent­gelt­freier Nahverkehr könne die soziale Teil­habe in der Stadt stärken und den All­t­ag viel­er Men­schen erle­ichtern. Gle­ichzeit­ig, so die Ini­tia­tive, würde ein kosten­los­es Ange­bot den Umstieg vom pri­vat­en Auto auf Straßen­bahn und Bus attrak­tiv­er machen. Damit kön­nten Verkehrssicher­heit und Gesund­heit gefördert sowie ein Beitrag zum Umwelt- und Kli­maschutz geleis­tet wer­den.

Solidarischer Modell: Elf Euro im Monat

Auch zur Finanzierung hat die Bürg­erini­tia­tive eigene Vorschläge vorgelegt. Nach ihren Berech­nun­gen benötigt der öffentliche Nahverkehr in Schw­erin rund eine Mil­lion Euro pro Monat. Ein möglich­er Ansatz sei ein sol­i­darisches Mod­ell: Wür­den beispiel­sweise 68.000 Ein­wohner­in­nen und Ein­wohn­er monatlich jew­eils 11 Euro beitra­gen, kämen rund 748.000 Euro zusam­men. Ergänzend schlägt die Ini­tia­tive ein vergün­stigtes Pendlertick­et für 8,30 Euro sowie ein Drei-Euro-Tick­et für Touristin­nen und Touris­ten vor. Zusam­men kön­nten diese Bausteine laut Ini­tia­tive monatliche Ein­nah­men von rund 1.000.500 Euro ermöglichen.

Die gesam­melten Unter­schriften­lis­ten sollen am Mon­tag, 16. März, um 16 Uhr feier­lich vor dem Schw­er­iner Rathaus an Stadt­präsi­dent Sebas­t­ian Ehlers übergeben wer­den. Die Ini­tia­tive lädt Medi­en­vertreter dazu ein, an der Über­gabe teilzunehmen.

Für einen Ein­wohn­er­antrag in Schw­erin sind min­destens 2.000 gültige Unter­schriften von Ein­wohner­in­nen und Ein­wohn­ern erforder­lich. Dieses Ziel hat die Ini­tia­tive nun über­schrit­ten. Ob der Vorstoß für einen kosten­losen Nahverkehr tat­säch­lich umge­set­zt wird, entschei­det sich in den kom­menden Wochen in der Stadtvertre­tung.

 


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