Sa, 18. April 2026
Close

SPD, AfD und die Industrie- und Handelskammer:
Kritik an Bauturbo-Bremse der Stadtverwaltung

Die Stadtverwaltung will die Nutzungsmöglichkeiten der neuen Bauturbo-Gesetzgebung einschränken. Das kritisieren Stadtfraktionen und die IHK.

  • Veröffentlicht März 25, 2026
Online-Terminreservierung beim BürgerBüro Schwerin erfolgreich: Hohe Zufriedenheit, kurze Wartezeiten. Umfrage bestätigt Beliebtheit der digitalen Services. | Foto: privat
Kri­tik an geplanten Ein­schränkun­gen des Bau­tur­bo-Geset­zes durch die Stadtver­wal­tung. Foto: Ste­fan Rochow

 

Die Schw­er­iner Ver­wal­tung will Kri­te­rien und Richtlin­ien für die Anwen­dung der Bau­tur­bo-Geset­zge­bung ein­führen. Laut Ver­wal­tungsvorschlag, sind die deut­lich enger gefasst, als es das Bun­des­ge­setz vor­sieht. Eine Anwen­dung, zum Beispiel für Ein­fam­i­lien­häuser, wäre damit aus­geschlossen. Erst wenn 6 Woh­nun­gen oder mehr entste­hen, kön­nten Bauher­ren von den Vere­in­fachun­gen des Geset­zes prof­i­tieren. Ein­schränkun­gen wie diese wur­den auf Bun­de­sebene disku­tiert, im späteren Ver­lauf jedoch nicht umge­set­zt. Die Ver­wal­tung will diese zusät­zlichen Beschränkun­gen jet­zt zumin­d­est auf dem Gebi­et der Lan­deshaupt­stadt ein­führen. Kri­tik daran kommt von der SPD, der AfD und der Indus­trie- und Han­del­skam­mer (IHK) Schw­erin.

Beschränkung wirklich sinnvoll?

Die IHK Schw­erin begrüßt die neue Bau­tur­bo-Geset­zge­bung auf Bun­de­sebene und hofft, dass dadurch mehr gebaut wird. Das sei auch für die regionale Wirtschaft gut und Kom­munen kön­nten durch die ver­ringerten bürokratis­chen Hür­den auch Geld sparen. Die IHK Schw­erin kri­tisiert jedoch den Vorstoß der Ver­wal­tung den Bau­tur­bo nur anzuwen­den, wenn mehr als 6 Woh­nun­gen entste­hen oder auch den Außen­bere­ich kom­plett aus der Anwen­dung auszuschließen. Es sollte außer­dem auch Berück­sich­ti­gung find­en, wenn Gewer­beräume entste­hen. Die Indus­trie- und Han­del­skam­mer sieht das Risiko, dass sich die Stadt Schw­erin sel­ber Ket­ten anlegt, anstatt die umfan­gre­ichen Möglichkeit­en des Bau­tur­bos zu nutzen.

Fehlende Beteiligung kommunaler Gremien

Die SPD-Frak­tion in der Schw­er­iner Stadtvertre­tung kri­tisiert, dass die Idee der Ver­wal­tung die “grund­stück­spoli­tis­chen Leitlin­ien” der Stadt unter­läuft. Außer­dem sei keine Beteili­gung kom­mu­naler Gremien vorge­se­hen, so die SPD weit­er. Der Bau­tur­bo könne genutzt wer­den um bezahlbaren, behin­derten- und senioren­gerecht­en Wohn­raum zu schaf­fen. Die Frak­tion find­et es gut, dass sich die Ver­wal­tung mit dem The­ma beschäftigt, will sich jedoch erst abschließend äußern, wenn alle Auss­chüsse ihre Mei­n­ung geäußert haben.

Junge Familien werden benachteiligt

Die AfD-Frak­tion sieht den Vorschlag der Ver­wal­tung als große Ein­schränkung, die beson­ders junge Fam­i­lien benachteiligt. Laut der AfD kön­nten mit dem Bau­tur­bo mehr Möglichkeit­en geschaf­fen wer­den, damit sich junge Fam­i­lien den Traum vom Eigen­heim erfüllen kön­nen. Angesichts der extrem niedri­gen Wohneigen­tum­srate in Schw­erin sei das Han­deln der Ver­wal­tung unver­ständlich, so die AfD weit­er. Durch die Ein­schränkun­gen wür­den die Möglichkeit­en der Bun­desregelung zu stark eingeschränkt und verengt und seien damit weit ab von einem Bau­tur­bo. Die AfD will die Möglichkeit­en das Bauen in Schw­erin zu vere­in­fachen auss­chöpfen und plant deshalb einen Änderungsantrag zum Vorschlag der Ver­wal­tung einzubrin­gen.

Keine Reaktion der anderen Fraktionen

Von Seit­en der anderen Frak­tio­nen in der Stadtvertre­tung erhiel­ten wir keine Antwort auf unsere Anfrage. Gerne hät­ten wir auch die Mei­n­ung weit­er­er Stadt­frak­tio­nen zu diesem The­ma wiedergegeben.