Landesgartenschau 2035:
250.000 Euro für Machbarkeitsstudie
Stadt und Land wollen eine Landesgartenschau 2035 in Schwerin. Das muss geplant werden, eine Machbarkeitsstudie kostet 250.000 Euro. Die müssen erstmal aus dem städtischen Haushalt kommen.

„Miteinander – Erbe bewahren – Wandel gestalten“ unter diesem Motto steht der erste Entwurf für eine Landesgartenschau 2035 in Schwerin. Mit dieser Landesgartenschau soll besonders das Gelände um das KIW Vorwärts und den alten Güterbahnhof belebt und für die Stadtentwicklung erschlossen werden. Die Idee dazu kommt vom Verein Pro Schwerin und ist entstanden, nachdem Schwerin Welterbe wurde. “Die grundsätzliche Unterstützung des Landes liegt bereits vor.”, erklärte Werner Hinz, der Vorsitzende des Vereins. Mit dem Land soll nun schnellstmöglich eine Absichtserklärung, ein sogenannter Letter of Intent, unterzeichnet werden. Das soll möglichst noch vor der Landtagswahl im Herbst geschehen, da sind sich die Verwaltung und der Verein einig. Vorher muss dem noch die Stadtvertretung zustimmen. Mit dem Letter of Intent soll die Landesregierung sich verpflichten, Fördermittel anzuerkennen und die Kosten für die Landesgartenschau in der Haushaltsplanung für Mecklenburg-Vorpommern zu berücksichtigen.
Mehr als 80 Millionen Euro an Kosten
Ob die Landesgartenschau überhaupt 2035 stattfinden sollte, ist auch noch fraglich. Im gleichen Jahr ist eine Bundesgartenschau in Sachsen-Anhalt geplant und könnte zur Konkurrenz werden. “Den Termin sollten wir nicht nach hinten schieben, eher nach vorne auf 2034.”, so Hinz von Pro Schwerin. Die Kosten für die Landesgartenschau werden im ersten Konzept auf mehr als 80 Millionen Euro beziffert. Im gesamten Entwurf sind 10 Prozent für “Unvorhergesehenes” eingeplant. Als nächster Schritt soll nach dem Letter of Intent eine Machbarkeitsstudie beauftragt werden. Die soll 250.000 Euro kosten. “Das Geld für die Studie muss aus dem städtischen Haushalt kommen. Wir hoffen aber auf Unterstützer.”, erklärt der amtierende Oberbürgermeister Bernd Nottebaum (CDU).
Bundesgartenschau 2009
Mit der Landesgartenschau will die Verwaltung an den Erfolg der Bundesgartenschau (BUGA) von 2009 anknüpfen. Laut Nottebaum werden zur Zeit noch 80 Prozent der Sachen, die vor fast 20 Jahren zur BUGA gebaut wurden, genutzt. Beim KIW Vorwärts und beim ehemaligen Güterbahnhof kann eine Erschließung, zum Beispiel für den Wohnungsbau, teuer werden. Deshalb soll die Landesgartenschau hier den Städtebau und die Entwicklung in Schwerin fördern. Auch die Schwimmenden Wiesen, der Bertha-Klingberg-Platz und einige Orte in den umliegenden Gemeinden könnten Teil der Landesgartenschau werden. Weitere Infos zur genauen Planung hat die Schweriner Verwaltung auf einer Internetseite zusammengefasst: https://www.schwerin.de/news/stadt-legt-projektskizze-fuer-landesgartenschau-vor/
440.000 Besucher erwartet
Die Landesgartenschau soll nicht umsonst sein. Auch nicht für die Schwerinerinnen und Schweriner. Für die Landesgartenschau werden 440.000 Besucher erwartet, die dann auch Tickets kaufen sollen. Laut Nottebaum trug das auch zum Erfolg der BUGA bei, dass die Schweriner eine Dauerkarte hatten und die aktiv genutzt haben. Der Preis soll aber trotzdem für alle attraktiv sein.
Ob und wann die Landesgartenschau stattfindet, ist also noch nicht klar. Eine Planung für die Kosten der Machbarkeitsstudie gibt es bereits. Im nächsten Schritt sollen sich nun die Ausschüsse mit dem Projekt befassen. In der Sitzung des Hauptausschusses am 28. April gab es bereits Kritik vom SPD-Stadtvertreter Daniel Alff. Er möchte, dass die Ortsteilvertretungen mehr in die Entscheidung einbezogen werden. Da die Zeit bis zur Landtagswahl knapp ist, will der amtierende Oberbürgermeister die Ortsteilvertretungen nun mit einer kurzen Fristsetzung von rund 2 Wochen anschreiben. Ende Juni soll die Schweriner Stadtvertretung dann schon entscheiden, ob der Letter of Intent mit dem Land unterzeichnet wird.




