Info-Veranstaltung für die Ortsteilvertretungen:
Landesgartenschau kann teurer werden als erwartet
In den 2030ern könnte in Schwerin eine Landesgartenschau stattfinden. Die Verwaltung lud die Ortsteilvertretungen zu einer Info-Veranstaltung ein.

“In Schwerin könnte in 2034, 2035 oder 2036 eine Landesgartenschau stattfinden. Und darüber wollen wir heute informieren” So begrüßte der amtierende Oberbürgermeister Bernd Nottebaum (CDU) die 13 Angehörigen der Schweriner Ortsteilvertretungen. Im Juni soll die Stadtvertretung entscheiden, ob Stadt und Land einen Letter of Intent, also eine Absichtserklärung für die Planung einer Landesgartenschau, unterzeichnen. Vorher sollen noch die Ortsteilvertretungen ihre Meinung zu dem Thema abgeben. Mit diesem Letter of Intent soll auch die Grundlage für eine Machbarkeitsstudie geschaffen werden. Außerdem soll sich das Land verpflichten Fördermittel bereitzustellen. Ohne diese Fördermittel sei eine Landesgartenschau nicht möglich, erklärte Ute Franke vom Fachdienst Stadtentwicklung.
Kosten könnten noch steigen
Im ersten Entwurf rechnet die Verwaltung mit Kosten in Höhe von fast 83 Millionen Euro. Darin enthalten sind sowohl die Kosten für die Investitionen in Gebäude und Grundstücke, aber auch die Kosten für die Durchführung der Landesgartenschau. Geplant sind zur Zeit etwa 73 Millionen für Investitionen in das Gelände des Güterbahnhofs und des KIW Vorwärts, in die Schwimmenden Wiesen und den Bertha-Klingberg-Platz und in den Küchengarten. Enthalten in den Kalkulationen sind 10 Prozent Kosten für “Unvorhergesehenes”, Inflation oder Preissteigerungen sind noch nicht eingeplant.
Weitere Orte in der Stadt sollen hinzukommen
Außer an den drei Orten im Bereich der Innenstadt sollen noch weitere Außenstandorte für die Landesgartenschau hinzukommen. Genannt wurden das Nordufer des Lankower Sees, der Zippendorfer Strand und das Freilichtmuseum Mueß. Eine Anmerkung der Ortsteilvertreter dazu war, ob die Kosten für diese Bereiche schon mit eingeplant sind. Als Beispiel wurde das Strandhotel in Zippendorf genannt. Laut Nottebaum sei das noch nicht in die Kalkulation eingeflossen und man hoffe nun auf Ideen und Zuarbeiten aus den Ortsteilen, um Orte wie das Strandhotel in die Konzepte mit einzuarbeiten.
“Nicht auf Zahlen sondern auf die Chancen schauen”
Der Vorsitzende des Vereins “Pro Schwerin” Werner Hinz war ebenfalls vor Ort. Vom Verein kam die Idee für eine Landesgartenschau in den 2030ern in Schwerin. Hinz: “Wir sollten hier zu Beginn nicht auf die Zahlen, sondern auf die Chancen für Schwerin schauen”. Auch die Verwaltung hofft auf Investitionen in private Gebäude und Flächen, die durch die Landesgartenschau verstärkt werden. Außerdem sollen allen Kosten auch Einnahmen gegenüberstehen, zum Beispiel durch den Kartenverkauf für die Landesgartenschau. Und auch durch den Verkauf von Grundstücken, die dann bebaut werden können. Auf den Flächen des KIW Vorwärts und des Güterbahnhofs sind noch Altlasten, deren Beseitigung teuer ist. Die Idee ist es, mit Fördermitteln für die Landesgartenschau diese Altlasten zu beseitigen, die Fläche dann für die Landesgartenschau zu nutzen und die Grundstücke dann zu bebauen. So könnte sich die Landesgartenschau auch finanziell für Schwerin lohnen.
Attraktionen für den Tourismus herausstellen
In der Verwaltung wird zur Zeit an einem neuen “Konzept für touristische Freizeit und Entwicklung” gearbeitet, erklärte Nottebaum zum Ende der Veranstaltung. In dieses Konzept soll auch die Landesgartenschau mit einfließen. Die Ortsteilvertreter merkten an, dass es wichtig sei, die touristischen Attraktionen besonders hervorzuheben. Dort soll es zum Beispiel um eine Fußgänger- und Radfahrerbrücke über den Obotritenring gehen. Mit dieser soll dann auch der neue Stadtteil, der durch die Landesgartenschau entstehen könnte, an die Innenstadt angebunden werden.
In den nächsten Wochen beraten nun Ausschüsse und Ortsteilvertretungen. Dann muss am 29. Juni die Stadtvertretung entscheiden, ob der Letter of Intent mit dem Land unterzeichnet werden soll. Danach soll eine Machbarkeitsstudie angefertigt werden. Die Kosten dafür werden mit 250.000 Euro angegeben. Das Geld muss erstmal aus dem städtischen Haushalt kommen, die Verwaltung hofft dabei aber auch auf externe Unterstützung.

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