Hohe Spritpreise:
Landtag fordert Senkung der Energiesteuer
Der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern fordert Maßnahmen gegen hohe Spritpreise. Neben strengeren Regeln für Mineralölkonzerne wird auch eine Senkung der Energiesteuer diskutiert.

Angesichts der hohen Kraftstoffpreise fordert der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern mehrere Maßnahmen zur Entlastung von Verbrauchern und Unternehmen. Neben einer Verschärfung des Kartellrechts und einer Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne sprach sich das Parlament auch für eine Senkung der Energiesteuer aus.
Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) betonte in der Landtagsdebatte, dass steigende Spritpreise in einem Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern eine besondere Belastung darstellten. Viele kleine und mittelständische Unternehmen sowie zahlreiche Pendler seien auf das Auto angewiesen. „Teure Kraftstoffe und unkalkulierbare Preissteigerungen sind eine besondere Belastung“, sagte Schwesig. Ziel müsse sein, die Preise wieder zu senken.
Der Landtag forderte die Landesregierung auf, sich beim Bund unter anderem für die Einführung einer Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne einzusetzen. Damit sollen nach Ansicht der Abgeordneten ungerechtfertigte Gewinne abgeschöpft und zur Entlastung der Verbraucher verwendet werden. Schwesig schlug vor, mögliche Einnahmen für eine Senkung der Energiesteuer zu nutzen. Auch Redner anderer Parteien sprachen sich in der Debatte für steuerliche Entlastungen bei Kraftstoffen aus.
Mehrheitlich folgte das Parlament einem Antrag der Koalitionsfraktionen von SPD und Linken. Kritik kam unter anderem von der CDU. Fraktionschef Daniel Peters bemängelte, dass in dem Antrag konkrete Vorschläge zur Änderung des Kartellrechts fehlten.
Schwesig erklärte, eine mögliche Maßnahme könne sein, bei der Preisbildung stärker den Durchschnittspreis von Lagerbeständen zu berücksichtigen. Derzeit würden Mineralölkonzerne häufig den zuletzt eingekauften Preis zugrunde legen, obwohl ein Teil der Vorräte günstiger erworben worden sei.
Unterschiedliche Positionen gab es auch bei weiteren Maßnahmen. Der AfD-Abgeordnete Enrico Schult forderte die Abschaffung der CO₂-Abgabe. Die Grünen plädierten dagegen für einen schnelleren Ausbau erneuerbarer Energien, um die Abhängigkeit von importierten fossilen Energieträgern zu verringern. Die FDP kritisierte, dass in der Debatte ein Feindbild gegenüber Konzernen aufgebaut werde.




