Di, 10. Februar 2026
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Landtagswahl MV:
Linke und BSW bringen ihre Schweriner Kandidaten in Stellung

Die Linke und das BSW haben in Schwerin ihre Direktkandidaten für die Landtagswahl 2026 nominiert. Vier Bewerber treten in den beiden Wahlkreisen der Landeshauptstadt an.

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  • Veröffentlicht Januar 12, 2026
Landtagswahl 2026 Schwerin
Mit den Linken und dem BSW nehme die näch­sten Direk­tkan­di­dat­en das Schw­er­iner Schloss in den Blick. Foto: SNO

Die Partei Die Linke hat am Sonnabend ihre Direk­tkan­di­dat­en für die bei­den Schw­er­iner Wahlkreise zur Land­tagswahl 2026 bes­timmt. Auf ein­er Auf­stel­lungsver­samm­lung am 10. Jan­u­ar wur­den der Land­tagsab­ge­ord­nete Dr. Daniel Treps­dorf für den Wahlkreis 8 (Schw­erin I) sowie der Lan­des­geschäfts­führer der Linken in Meck­len­burg-Vor­pom­mern, Sal­im Hemeed, für den Wahlkreis 9 (Schw­erin II) nominiert.

Kampf gegen Rechtsruck als Hauptthema

Treps­dorf, der seit vie­len Jahren das Demokratiezen­trum West­meck­len­burg leit­et und dem Land­tag ange­hört, stellte in sein­er Bewer­bungsrede den Kampf gegen den Recht­sruck in den Mit­telpunkt. „Die Linke ist das Boll­w­erk für Demokratie und gegen den Recht­sruck“, sagte der 45-Jährige. Meck­len­burg-Vor­pom­mern dürfe nicht „ins Autoritäre oder Völkische kip­pen“. Für Schw­erin strebe er eine sol­i­darische, weltof­fene Stadt an, in der poli­tis­che Auseinan­der­set­zun­gen respek­tvoll geführt wür­den.

Deut­lich wurde Treps­dorf auch mit Blick auf die AfD. Wer Demokratie sys­tem­a­tisch angreife und Men­schen aus­gren­ze, stelle sich außer­halb des demokratis­chen Grund­kon­sens­es. Deshalb müsse das Land im Bun­desrat eine Ini­tia­tive für ein AfD-Ver­botsver­fahren unter­stützen, forderte der Abge­ord­nete. Mit dieser klaren Hal­tung set­zt Treps­dorf auf Kon­fronta­tion mit der extremen Recht­en – ein Kurs, der in Teilen der Wäh­ler­schaft Zus­tim­mung find­en dürfte, aber auch polar­isiert.

Konkrete Lebensfrage in den Mittelpunkt rücken

Im benach­barten Wahlkreis 9 tritt Sal­im Hemeed an, der seine poli­tis­chen Wurzeln in Schw­erin hat. „Das ist meine Heimat“, sagte der 38-Jährige. In Stadt­teilen wie dem Großen Dreesch, dem Mueßer Holz oder Neu Zip­pen­dorf habe er früh erlebt, wie Armut, Arbeit­slosigkeit und fehlende Bil­dungschan­cen Lebenswege bee­in­flussen. Diese Erfahrun­gen wolle er in den Land­tag ein­brin­gen.

Hemeed kündigte an, sich vor allem für eine stärkere Sozialpoli­tik einzuset­zen. Bezahlbare Mieten, sichere Arbeit­splätze, gute Schulen und eine ver­lässliche öffentliche Daseinsvor­sorge seien die The­men, die die Men­schen bewegten. „Es geht um die konkreten Fra­gen des Lebens – nicht um abge­hobene Debat­ten“, so der Lan­des­geschäfts­führer. Damit posi­tion­iert sich Hemeed klar als Vertreter der klas­sis­chen sozialen Kern­the­men der Linken – ein Ansatz, der in Schw­erins Plat­ten­bau­vierteln tra­di­tionell auf Res­o­nanz stößt.

BSW wählt ebenfalls Direktkandidaten

Auch das Bünd­nis Sahra Wagenknecht (BSW) hat in Schw­erin seine per­son­ellen Weichen gestellt. Auf dem jüng­sten Kreis­parteitag wur­den Patrick Biege­mann und Jens Kul­batz­ki als Direk­tkan­di­dat­en für die bei­den Schw­er­iner Land­tagswahlkreise gewählt. Damit ste­hen nun auch für das BSW MV die ersten bei­den Bewer­ber für die Land­tagswahl 2026 fest. Bei­de Kan­di­dat­en treten jew­eils in einem der bei­den Schw­er­iner Wahlkreise an und wollen dort für die noch junge Partei um Stim­men wer­ben. Auf dem Neu­jahrsemp­fang in der ver­gan­genen Woche hat­te der stel­lvertre­tende Lan­desvor­sitzende, Gerold Lehmann, angekündigt, dass seine Partei bei dieser Land­tagswahl in allen Wahlkreisen Direk­tkan­di­dat­en stellen wird.

Mehr: BSW startet in ein poli­tisch anspruchsvolles Jahr

Im Sep­tem­ber hat­te schon die CDU mit Sebas­t­ian Ehlers und Dorin Müthel-Bren­ncke ihre Direk­tkan­di­dat­en für die Schw­er­iner Wahlkreise gewählt. Eben­falls ste­hen mit Min­is­ter­präsi­dentin Manuela Schwe­sig und der Land­tagsab­ge­ord­neten Mandy Pfeifer die Direk­tkan­di­dat­en der SPD fest. Im Schwe­sig-Wahlkreis 8 hat die AfD mit Leif-Erik Holm ihr bekan­ntestes Gesicht im Land ins Ren­nen geschickt.