Landtagswahl MV:
Linke und BSW bringen ihre Schweriner Kandidaten in Stellung
Die Linke und das BSW haben in Schwerin ihre Direktkandidaten für die Landtagswahl 2026 nominiert. Vier Bewerber treten in den beiden Wahlkreisen der Landeshauptstadt an.

Die Partei Die Linke hat am Sonnabend ihre Direktkandidaten für die beiden Schweriner Wahlkreise zur Landtagswahl 2026 bestimmt. Auf einer Aufstellungsversammlung am 10. Januar wurden der Landtagsabgeordnete Dr. Daniel Trepsdorf für den Wahlkreis 8 (Schwerin I) sowie der Landesgeschäftsführer der Linken in Mecklenburg-Vorpommern, Salim Hemeed, für den Wahlkreis 9 (Schwerin II) nominiert.
Kampf gegen Rechtsruck als Hauptthema
Trepsdorf, der seit vielen Jahren das Demokratiezentrum Westmecklenburg leitet und dem Landtag angehört, stellte in seiner Bewerbungsrede den Kampf gegen den Rechtsruck in den Mittelpunkt. „Die Linke ist das Bollwerk für Demokratie und gegen den Rechtsruck“, sagte der 45-Jährige. Mecklenburg-Vorpommern dürfe nicht „ins Autoritäre oder Völkische kippen“. Für Schwerin strebe er eine solidarische, weltoffene Stadt an, in der politische Auseinandersetzungen respektvoll geführt würden.
Deutlich wurde Trepsdorf auch mit Blick auf die AfD. Wer Demokratie systematisch angreife und Menschen ausgrenze, stelle sich außerhalb des demokratischen Grundkonsenses. Deshalb müsse das Land im Bundesrat eine Initiative für ein AfD-Verbotsverfahren unterstützen, forderte der Abgeordnete. Mit dieser klaren Haltung setzt Trepsdorf auf Konfrontation mit der extremen Rechten – ein Kurs, der in Teilen der Wählerschaft Zustimmung finden dürfte, aber auch polarisiert.
Konkrete Lebensfrage in den Mittelpunkt rücken
Im benachbarten Wahlkreis 9 tritt Salim Hemeed an, der seine politischen Wurzeln in Schwerin hat. „Das ist meine Heimat“, sagte der 38-Jährige. In Stadtteilen wie dem Großen Dreesch, dem Mueßer Holz oder Neu Zippendorf habe er früh erlebt, wie Armut, Arbeitslosigkeit und fehlende Bildungschancen Lebenswege beeinflussen. Diese Erfahrungen wolle er in den Landtag einbringen.
Hemeed kündigte an, sich vor allem für eine stärkere Sozialpolitik einzusetzen. Bezahlbare Mieten, sichere Arbeitsplätze, gute Schulen und eine verlässliche öffentliche Daseinsvorsorge seien die Themen, die die Menschen bewegten. „Es geht um die konkreten Fragen des Lebens – nicht um abgehobene Debatten“, so der Landesgeschäftsführer. Damit positioniert sich Hemeed klar als Vertreter der klassischen sozialen Kernthemen der Linken – ein Ansatz, der in Schwerins Plattenbauvierteln traditionell auf Resonanz stößt.
BSW wählt ebenfalls Direktkandidaten
Auch das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) hat in Schwerin seine personellen Weichen gestellt. Auf dem jüngsten Kreisparteitag wurden Patrick Biegemann und Jens Kulbatzki als Direktkandidaten für die beiden Schweriner Landtagswahlkreise gewählt. Damit stehen nun auch für das BSW MV die ersten beiden Bewerber für die Landtagswahl 2026 fest. Beide Kandidaten treten jeweils in einem der beiden Schweriner Wahlkreise an und wollen dort für die noch junge Partei um Stimmen werben. Auf dem Neujahrsempfang in der vergangenen Woche hatte der stellvertretende Landesvorsitzende, Gerold Lehmann, angekündigt, dass seine Partei bei dieser Landtagswahl in allen Wahlkreisen Direktkandidaten stellen wird.
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Im September hatte schon die CDU mit Sebastian Ehlers und Dorin Müthel-Brenncke ihre Direktkandidaten für die Schweriner Wahlkreise gewählt. Ebenfalls stehen mit Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und der Landtagsabgeordneten Mandy Pfeifer die Direktkandidaten der SPD fest. Im Schwesig-Wahlkreis 8 hat die AfD mit Leif-Erik Holm ihr bekanntestes Gesicht im Land ins Rennen geschickt.



