Wahlkampf in MV:
Mehr als 90 Straftaten im Landtagswahlkampf registriert
Das LKA Mecklenburg-Vorpommern zählt bislang 93 Fälle politisch motivierter Kriminalität mit Bezug zur Landtagswahl. Besonders häufig sind Wahlplakate betroffen.

In Kürze:
- Das LKA hat bislang 93 Fälle politisch motivierter Kriminalität mit Bezug zur Landtagswahl in MV registriert.
- Sachbeschädigungen bilden mit 62 Fällen die größte Deliktgruppe; besonders häufig sind Wahlplakate betroffen.
- Gewaltdelikte weist die bisherige Statistik nicht aus; der Vorfall an einem AfD-Wahlkampfstand auf Hiddensee war darin noch nicht enthalten.
Das Landeskriminalamt (LKA) Mecklenburg-Vorpommern hat im laufenden Landtagswahlkampf 2026 bislang 93 Fälle politisch motivierter Kriminalität mit Wahlbezug registriert. Den größten Anteil machen Sachbeschädigungen aus. Gewaltdelikte weist die bisherige Statistik dagegen nicht aus.
62 der erfassten Fälle entfallen nach Angaben des LKA auf Sachbeschädigungen, weitere 17 auf einfachen Diebstahl. Fünfmal wurde das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger oder terroristischer Organisationen registriert. Hinzu kommen unter anderem Beleidigungen, Bedrohungen und Fälle von übler Nachrede oder Verleumdung. Für die landesweite Erfassung von Straftaten rund um die Landtagswahl am 20. September hat das LKA am 13. Juli eine zentrale Informationsstelle eingerichtet. Dort werden Fälle politisch motivierter Kriminalität mit Wahlbezug gebündelt. Anzeigen können Betroffene und Zeugen bei der Polizei vor Ort oder über die Onlinewache Mecklenburg-Vorpommern erstatten.
Besonders häufig trifft es die Wahlwerbung der Parteien. In 82 registrierten Fällen waren nach Angaben der Behörde Wahlplakate betroffen. Sie wurden vor allem heruntergerissen, angezündet, beschmiert oder bemalt.
Wahlplakate besonders häufig betroffen
Bei der Aufschlüsselung nach Parteien nennt das LKA 33 Fälle mit betroffenen SPD-Plakaten. Es folgen die AfD mit 24 und die Linke mit 16 Fällen. Bei den Grünen wurden 13 und bei der CDU acht Fälle registriert. Andere Parteien waren nach Angaben der Behörde seltener betroffen. Wie viele weitere Beschädigungen nicht angezeigt wurden, lässt sich nicht beziffern. Das LKA geht allerdings davon aus, dass es eine „signifikante Anzahl an nicht gemeldeten beschädigten Wahlplakaten“ gibt.
Auffällig ist, dass die für einzelne Parteien genannten Zahlen zusammengerechnet über den insgesamt ausgewiesenen 82 Fällen mit betroffenen Wahlplakaten liegen. Aus den vorliegenden Angaben geht nicht hervor, ob beispielsweise bei einzelnen Vorgängen Plakate mehrerer Parteien erfasst wurden.
Straftaten gegen Politiker
Neben Angriffen auf Wahlwerbung registrierte das LKA fünf Straftaten gegenüber Politikern. Nach Angaben des LKA waren Personen aus vier unterschiedlichen Parteien betroffen. Dabei ging es um Beleidigung, üble Nachrede und Verleumdung.
In einem weiteren Fall soll ein Wahlkämpfer bedroht und dazu genötigt worden sein, bereits aufgehängte Plakate wieder abzunehmen. Weitere Einzelheiten zu den Betroffenen oder zum Ort des Vorfalls nannte das LKA nicht. Bis zum Erfassungszeitpunkt enthält die Statistik keine Gewaltdelikte mit Wahlkampfbezug. Eine Auseinandersetzung an einem AfD-Wahlkampfstand auf Hiddensee war darin allerdings noch nicht berücksichtigt.
Nach Polizeiangaben kam es dort am Montagnachmittag zu Handgreiflichkeiten zwischen einem 73-Jährigen und einem 31-Jährigen. Der ältere Mann war demnach vor Ort, um gegen den Wahlkampfstand zu protestieren, der 31-Jährige gehörte zum Wahlkampfteam.
Zahlen können weiter steigen
Die Statistik bildet nur die bislang beim LKA erfassten Vorgänge ab. Neue Anzeigen sowie bereits geschehene, aber noch nicht gemeldete Vorfälle können die Zahl im weiteren Verlauf des Wahlkampfs erhöhen. Wie hoch die tatsächliche Zahl beschädigter oder gestohlener Wahlplakate ist, lässt sich daher nicht bestimmen. Auch das LKA kann zur Dunkelziffer nach eigenen Angaben keine belastbare Aussage treffen.




