Lankow: 190 geschützte Bäume werden nach Geländeverkauf gefällt.

 Schwerin, 09.02.2016.(pm/stm). Wieder erregt das Thema Baumfällungen die Gemüter der Schwerinerinnen und Schweriner. Auf dem kürzlich von der Stadt verkauften „Internatsgelände“ in Lankow sollen nun, mit Genehmigung der Stadtverwaltung 190 Bäume gefällt werden. Dies stößt auf deutlichen Widerstand auch in der Stadtpolitik.

Fällungen auf dem HELIOS Gelände im November 2015
Fällungen auf dem HELIOS Gelände im November 2015

190 geschützte Bäume zur Fällung freigegeben

 

Nachdem es zuletzt im November vergangenen Jahres Sorge und Unruhe auf dem HELIOS Klinik Gelände gab, regt sich nun auch in Lankow Widerstand aufgrund der angekündigten Fällung von 190 Bäumen. Die Fraktion der Bündnis 90/Grünen und Ortsbeiratsmitglied Dirk Rosehr (Linke) kritisieren die Genehmigung zur Fällung.

„Ein Großteil des wertvollen Großgrüns wird erhalten und in die Bebauungsstruktur sowie in die Straßenplanung integriert. Um keine Brache zu schaffen, sondern von Anfang an vitales Grün zwischen den Häusern für eine hohe Wohnqualität zu nutzen“ zitiert Cornelia Nagel aus dem Erläuterungsbericht der Architekten des neuen Wohnquartiers am Lankower See, dem ehemaligen Internatskomplex. Der vorliegende städtebauliche Entwurf vereinbart sich nach Ansicht der Bündnisgrünen Stadtfraktion nicht mit den geplanten Fällungen von 190 geschützten Bäumen auf diesem Gebiet.

Ähnlich sieht es Ortsbeiratsmitglied Dirk Rosehr (Die Linke.): „Immer wieder werden in Schwerin Fällungen vorgenommen, die nicht nachvollziehbar erscheinen. Im Vorfeld zu reagieren ist nahezu unmöglich, da es kein Register gibt, aus dem man sich die aktuellen Planungen ziehen kann.“

 

Für B90/Grüne nicht nachvollziehbar

 

„Diese Masse an Baumfällungen ist für unsere Fraktion, im Hinblick auf das Wohnkonzept nicht nachzuvollziehen. Denn besonders der Erhalt und Einbindung der Bäume in die geplante Wohnbebauung war für die Zustimmung uns zum Grundstücksverkauf maßgeblich entscheidend. Nach Fällung von 190 geschützten Bäumen entsteht augenscheinlich eine Brachfläche, für die noch nicht einmal ein beschlossener B-Plan vorliegt. Wir stehen noch ganz am Anfang eines möglichen Bebauungsplanverfahrens aber Fällungen und Rodungen werden bereits von der Verwaltung genehmigt. Hier sollen Tatsachen geschaffen werden, die irreparabel sind. Die Baumfällungen stehen im eklatanten Widerspruch zu dem von der Verwaltung bisher vorgelegten Unterlagen bezüglich der Einleitung eines B-Plan Verfahrens. Verwaltungshandeln muss transparent und verlässlich sein.2 sagt eine Sprecherin der Grünen.

„Brachliegende Flächen städtebaulich zu entwickeln und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen ist richtig und wichtig. Hier sollte jedoch der zweite Schritt nicht vor dem ersten getan werden.

 

50 Jahre vs. 5 Minuten

 

Gefällt ist ein Baum in fünf Minuten. Zum Wachsen braucht er 50 Jahre.“ so Nagel abschließend.

 

 

 

 

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