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Hoher Altersdurchschnitt bei MV-Lehrern:
Teilzeitquote wächst, bleibt aber unter Bundesschnitt

MV kämpft mit Lehrermangel: Hoher Altersdurchschnitt und steigende Teilzeitquoten verschärfen die Personalsituation an den Schulen.

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  • Veröffentlicht August 14, 2025
Lehrermangel
Fast jed­er zweite Lehrer in MV ist über 50 Foto: Sym­bol­bild

 

Meck­len­burg-Vor­pom­mern ste­ht vor ein­er enor­men Her­aus­forderung im Bil­dungs­bere­ich: Fast die Hälfte der Lehrerin­nen und Lehrer ist 50 Jahre oder älter, und jedes Jahr müssen Hun­derte neue Päd­a­gogen eingestellt wer­den, um alters­be­d­ingte Abgänge auszu­gle­ichen. Das geht aus aktuellen Dat­en des Sta­tis­tis­chen Bun­de­samtes für das Schul­jahr 2023/24 sowie aus Zahlen des Bil­dungsmin­is­teri­ums in Schw­erin her­vor.

Fast jeder zweite Lehrer ist über 50

Mit einem Alter­san­teil von 49,1 Prozent liegt Meck­len­burg-Vor­pom­mern bun­desweit an der Spitze der ältesten Lehrerkol­legien, nur in Sach­sen-Anhalt (54,0 Prozent) und Thürin­gen (50,0 Prozent) ist der Anteil noch höher. Im Ver­gle­ich dazu haben das Saar­land (28,4 Prozent) und Bre­men (30,1 Prozent) deut­lich jün­gere Kol­legien. Bun­desweit sind lediglich knapp 8 Prozent der Lehrkräfte jünger als 30 Jahre.

Das Bil­dungsmin­is­teri­um geht laut Lehrerbe­darf­sprog­nose davon aus, dass jährlich 600 bis 700 neue Lehrkräfte eingestellt wer­den müssen, um die Pen­sion­ierun­gen auszu­gle­ichen. Pos­i­tiv: Die Zahl der Ref­er­en­darin­nen und Ref­er­en­dare im Land ist zulet­zt spür­bar gestiegen – ein klein­er Hoff­nungss­chim­mer in einem von Fachkräfte­man­gel geprägten Arbeits­feld.

Teilzeitquote steigt – aber unter dem Bundesdurchschnitt

Ein zweit­er Trend in der Schul­sta­tis­tik: Immer mehr Lehrerin­nen und Lehrer in Deutsch­land arbeit­en in Teilzeit. Bun­desweit lag die Quote im Schul­jahr 2023/24 bei 43,1 Prozent – ein neuer Höch­st­stand. Beson­ders hoch ist der Anteil bei Lehrerin­nen: Mehr als jede zweite (50,7 Prozent) arbeit­et nur stun­den­weise, bei den Män­nern sind es 22,6 Prozent.

In Meck­len­burg-Vor­pom­mern fällt der Anteil niedriger aus: 37,1 Prozent aller rund 12.200 Lehrkräfte an öffentlichen Schulen im Land arbeit­en in Teilzeit. Bei den Lehrerin­nen liegt der Wert bei 40,3 Prozent, bei den männlichen Lehrern bei 27,3 Prozent.

Angesichts des Lehrerman­gels fordern in anderen Bun­deslän­dern immer wieder Stim­men, Teilzei­tange­bote einzuschränken, um die Unter­richtsver­sorgung zu sich­ern. Meck­len­burg-Vor­pom­merns Bil­dungsmin­is­terin Simone Old­en­burg (Linke) lehnt das ab: „Teilzeitar­beit muss trotz der anges­pan­nten Per­son­al­lage weit­er möglich sein“, betonte sie. Damit wolle man auch die Vere­in­barkeit von Beruf und Fam­i­lie sich­ern und den Lehrerberuf attrak­tiv hal­ten.

Bundesweiter Vergleich: große Unterschiede zwischen den Ländern

Beson­ders hoch ist der Teilzei­tan­teil in Ham­burg mit 55,0 Prozent, gefol­gt von Bre­men (52,2 Prozent) und Baden-Würt­tem­berg (50,1 Prozent). Deut­lich niedriger sind die Werte dage­gen in Thürin­gen (23,0 Prozent) und Sach­sen-Anhalt (23,1 Prozent), wo nur etwa jede vierte Lehrkraft in Teilzeit arbeit­et.

Der Alters­durch­schnitt und die Teilzeitquote sind zwei Fak­toren, die die Per­son­alpla­nung im Bil­dungs­bere­ich erhe­blich bee­in­flussen. Fach­leute war­nen, dass Meck­len­burg-Vor­pom­mern in den kom­menden Jahren vor ein­er „Dop­pel­be­las­tung“ ste­ht: Zum einen müssen die vie­len in den Ruh­e­s­tand gehen­den Lehrkräfte erset­zt wer­den, zum anderen steigen die Anforderun­gen an Schulen, etwa durch Dig­i­tal­isierung, Inklu­sion und Ganz­tagsange­bote.

Die Lan­desregierung set­zt neben dem Aus­bau der Lehreraus­bil­dung auf Anreize für Seit­ene­in­steiger, um den Bedarf zu deck­en. Gle­ichzeit­ig beto­nen Gew­erkschaften und Ver­bände, dass attrak­tive Arbeits­be­din­gun­gen, kleinere Klassen und mehr Unter­stützungsper­son­al entschei­dend seien, um junge Men­schen für den Lehrerberuf in Meck­len­burg-Vor­pom­mern zu gewin­nen und im Land zu hal­ten.