Opferverbände protestieren:
„Keine Ehre für Täter“ – Kundgebung am Lenin-Denkmal
Am 14. Juni protestieren Opferverbände in Schwerin gegen das Lenin-Denkmal am Großen Dreesch. Mit einer Mahnwache fordern sie: Keine öffentlichen Ehrungen für Täter kommunistischer Gewalt.

Seit vier Jahrzehnten steht die überlebensgroße Statue von Wladimir Iljitsch Lenin an der Hamburger Allee im Stadtteil Großer Dreesch – nun formiert sich erneut Widerstand gegen das Denkmal. Am kommenden Samstag, dem 14. Juni 2025, ruft die Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG) gemeinsam mit der Lagergemeinschaft Workuta/GULag Sowjetunion zu einer Mahnwache unter dem Motto „40 Jahre Lenin in Schwerin sind genug!“ auf. Die Kundgebung beginnt um 14 Uhr am Denkmal an der Ecke Hamburger Allee / Plater Straße und soll bis 17 Uhr andauern. Mit Redebeiträgen, Plakaten und einer symbolischen Verhüllung der Statue wollen die Veranstalter ein sichtbares Zeichen gegen kommunistische Gewaltherrschaft setzen.
Öffentliche Ehrung für einen Verbrecher
Die Organisatoren fordern die Entfernung des Denkmals, das sie als „öffentliche Ehrung für einen Verbrecher“ bezeichnen. „Lenin hat mit seiner Politik den Grundstein für Diktatur, Terror und politische Verfolgung gelegt“, erklärt die UOKG in ihrer Mitteilung. Sie erinnern daran, dass Lenin nicht nur die erste Geheimpolizei – die Tscheka – gründete, sondern auch verantwortlich für die Einrichtung der ersten Konzentrationslager in Europa gewesen sei. Auch die massenhafte Ermordung politischer Gegner gehe auf sein Konto.
Besonders betroffen macht viele das Schicksal von mehr als 100 Menschen, die in Schwerin zwischen 1950 und 1953 von sowjetischen Militärtribunalen zum Tode verurteilt und in Moskau erschossen wurden. Unter ihnen war der Rostocker Student Arno Esch, ein liberaler Demokrat und Pazifist, dessen Urteil erst 1991 vom Obersten Gerichtshof der Sowjetunion aufgehoben wurde.
Jahrzehntelanger Streit um das Denkmal
Die Debatte über die Zukunft der Statue ist nicht neu. Bereits in der Vergangenheit hatte die CDU die Entfernung des Denkmals gefordert. Die Linke hingegen plädierte für einen Verbleib – sie sieht in der Statue einen pädagogischen Erinnerungsort, an dem Schulklassen über totalitäre Systeme aufgeklärt werden könnten. Eine offizielle Entscheidung der Stadt steht bis heute aus.
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Die Veranstalter der Mahnwache hoffen nun, mit ihrem Protest ein deutliches Zeichen zu setzen. „Die Völker Osteuropas haben sich längst von den Lenindenkmälern befreit“, heißt es in ihrem Aufruf. In Schwerin aber stehe Lenin weiterhin „in alter Pracht“ – ein Zustand, den sie nicht länger hinnehmen wollen.




