LINKE Schwerin: Ex-Stadtvertreter verlässt Partei

Der ehemalige Stadtvertreter Dirk Rosehr hat seinen Austritt aus der Partei DIE LINKE erklärt. Die Arbeit der Partei in Schwerin sei in den vergangenen Jahren zu wenig an den Bürgerinnen und Bürgern orientiert.

Dirk Rosehr mit seinem Austrittschreiben. Aus Frust über seine Partei, hat er die LINKE verlassen
Foto: Facebookseite Rosehr

Bis letzten Sonntag war Dirk Rosehr noch Stadtvertreter der Fraktion DIE LINKE. Bei der Kommunalwahl schaffte er es allerdings nicht wieder in die Stadtvertretung. Am Mittwoch erklärte er nun öffentlich seinen Austritt aus der Partei.

„Zu wenig an den Bürgerinnen und Bürgern orientiert“

Das Verhältnis zwischen Rosehr und seiner Partei galt schon einige Wochen als belastet. Insbesondere, dass sich der Linken-Politiker im Wahlkampf öffentlich gegen den 2015 gefassten Beschluss seiner Fraktion aussprach, den Verkauf von 1 100 Wohneinheiten der WGS an das Unternehmen Intown zu verkaufen, sorgte parteiintern für viel Kritik. Als Rosehr dann auch noch eine Strafanzeige gegen den WGS-Aufsichtsrat stellte, da rumorte es hinter den Kulissen kräftig. Aus seiner ehemaligen Partei war damals zu hören, dass der Stadtvertreter hier Wahlkampf auf dem Rücken der LINKEN machen würde. 

Dirk Rosehr begründete seinen Austritt am Mittwoch damit, dass die Arbeit der LINKEN in den vergangenen Jahren „zu wenig an den Bürgerinnen und Bürgern orientiert“ sei und rechnet mit seinen Ex-Genossen ab.  „Vor wenigen Wochen setzte ich mich erneut mit den Auswirkungen des Verkaufes der Wohnungen an Intown auseinander, gab ein Interview bei TV Schwerin, dessen mehrere tausend Aufrufe die Dringlichkeit dieses Themas durchaus bestätigten. 

Doch statt Unterstützung und Rückhalt durch die Partei, hagelte es Kritik und Ablehnung. An dieser Stelle zeigte sich beispielsweise sehr deutlich, dass es in erster Linie nicht um die Bürgerinnen und Bürger geht, sondern um eigenen Machterhalt.“, schreibt er in einer auf Facebook veröffentlichten Begründung seines Austritts.

Auch vermisste Rosehr im Wahlkampf die Unterstützung seiner Partei. So habe man ihn auf den letzten Platz im Wahlbereich 2 gesetzt. Weder „medial, noch im Internet oder auf Print, an keiner Stelle, gab es Unterstützung oder Unterstützungsangebote.“, bemängelt der Ex-Linke. Das alles habe bei ihm zur Überzeugung geführt, einen Schlussstrich zu ziehen und seiner Partei den Rücken zu kehren.

 

Von den LINKEN zur ASK

Aus seiner früheren Partei ist zu hören, dass man überhaupt nicht so traurig sei, dass Rosehr gehen würde. Das Vertrauensverhältnis sei schon längere Zeit gestört. So sei Rosehr nach seiner öffentlich geäußerten Kritik an seiner Partei im Zusammenhang mit Intown, trotz verabredeter Termine und Absprachen, nicht erreichbar gewesen. 

Ein offizielles Statement der LINKEN in Schwerin war durch den gestrigen Feiertag noch nicht einzuholen. Von der politischen Bühne möchte sich Dirk Rosehr hingegen nicht verabschieden. Schnell hat er eine neue politische Heimat gefunden: Gleich nachdem er seinen Austritt bei den LINKEN erklärt hatte, stellte er einen Aufnahmeantrag bei der Aktionsgruppe Stadt- und Kulturschutz (ASK). 

Stefan Rochow

Journalist, Unternehmer und Gründer der digitalen Tageszeitung Schwerin-Lokal.de. Sie erreichen mich per E-Mail unter redaktion@schwerinlokal.de

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