Bewerbungsfrist abgelaufen:
Liste der OB-Kandidaten steht – sechs Bewerber wollen ins Stadthaus
Mit Ablauf der Bewerbungsfrist steht fest: Sechs Kandidatinnen und Kandidaten bewerben sich um das Amt des Oberbürgermeisters in Schwerin. Am 12. April entscheiden die Wähler über Badenschiers Nachfolge.

Die Bewerberliste für die Wahl des neuen Oberbürgermeisters der Landeshauptstadt Schwerin ist komplett. Mit Ablauf der Frist zur Anmeldung am Dienstag, 27. Januar, haben sich nach Angaben der Stadt sechs Frauen und Männer um das höchste Amt im Schweriner Stadthaus beworben. Gewählt wird am 12. April. Der Gemeindewahlausschuss prüft nun die Unterlagen; am 5. Februar soll offiziell bekanntgegeben werden, wer zur Wahl zugelassen wird.
Die Neuwahl ist nötig geworden, nachdem der langjährige Oberbürgermeister Rico Badenschier (SPD) sein Amt Ende 2025 vorzeitig niedergelegt hatte. Der Mediziner kehrte in seinen Beruf als Neuroradiologe zurück. Zugleich hatte Badenschier zuletzt immer wieder auf wachsende politische Differenzen in der Stadtvertretung verwiesen. Nach der Kommunalwahl 2024 seien Beschlüsse gefasst worden, die er nicht mehr habe vertreten können.
Bekannte Namen aus Landes- und Kommunalpolitik
Öffentlich angekündigt hatten ihre Kandidatur bereits mehrere bekannte Gesichter aus der Landes- und Kommunalpolitik. Für die SPD tritt die Landtagsabgeordnete Mandy Pfeifer an. Auch Sebastian Ehlers (CDU), ebenfalls Mitglied des Landtages und Stadtpräsident, bewirbt sich um das Amt. Die AfD schickt Petra Federau ins Rennen.
Als parteiloser Kandidat will der Schweriner Gastronom Heiko Steinmüller antreten. Er positioniert sich als Bewerber aus der Mitte der Stadtgesellschaft und setzt nach eigenen Angaben vor allem auf wirtschaftliche Vernunft und Praxiserfahrung.
Einzelkandidat Schubert setzt auf „Kehrtwende“
Am letzten Tag der Frist meldete sich auch der Wirtschaftswissenschaftler und Unternehmer Lars Schubert offiziell zurück auf der kommunalpolitischen Bühne. Schubert kandidiert als Einzelbewerber und bereits zum zweiten Mal für das Amt des Oberbürgermeisters – schon 2002 war er angetreten. Mit seinem Wahlantritt möchte Schubert nach eigenen Aussagen „überparteilich Enttäuschten eine glaubwürdige Wahlalternative in der bürgerlichen Mitte anzubieten”.
Unter dem Motto „Schwerin im Herzen. Das Land im Blick.“ wirbt Schubert für eine „freiheitliche Bürgerkandidatur“. Er fordert eine grundsätzliche Kehrtwende in Politik und Verwaltung und wendet sich gegen ein aus seiner Sicht jahrelanges „Weiter so“. Kommunen dürften sich nicht länger darauf beschränken, Mangel zu verwalten, sondern müssten wieder stärker eigene Verantwortung übernehmen. Der Oberbürgermeister sei „oberster Anwalt der Bürger – nicht oberster Verwalter“, so Schubert.
ASK schickt Wosniak ins Rennen
Ebenfalls am Dienstag stellte die Aktion Stadt und Kulturschutz Schwerin (ASK) ihre Kandidatin vor. Dr. phil. Aileen Wosniak, promovierte psychologische Psychotherapeutin, ist gebürtige Schwerinerin und auf dem Großen Dreesch aufgewachsen. Nach längerer Abwesenheit ist sie vor zwei Jahren bewusst in ihre Heimatstadt zurückgekehrt.
Wosniak setzt in ihrer Kandidatur klare inhaltliche Schwerpunkte: mehr soziale Gerechtigkeit, stärkere Beteiligung von Kindern und Jugendlichen, feministische Stadtentwicklung sowie strukturell verankerten Tier- und Umweltschutz. Demokratie lebe von echter Teilhabe, betont sie. Ehrenamt dürfe dabei kein Ersatz für staatliche Verantwortung sein.
Entscheidung Anfang April
Damit bewerben sich nach aktuellem Stand sechs Kandidatinnen und Kandidaten um die Nachfolge von Rico Badenschier. Ob alle Bewerbungen formal zugelassen werden, entscheidet sich Anfang Februar. Spätestens dann steht fest, wer am 12. April tatsächlich auf dem Stimmzettel stehen wird.
Der Wahlkampf dürfte kurz, aber intensiv werden. Die Herausforderungen für die Landeshauptstadt sind groß – von angespannten Finanzen über Stadtentwicklung bis hin zu sozialen Fragen. Wer am Ende ins Stadthaus einzieht, entscheidet sich im Frühjahr an der Wahlurne.
Hinweis der Redaktion:
Dieser Artikel wurde am 29. Januar 2026 geändert. Im ursprünglichen Text hatten wir geschrieben, dass der Unternehmer Lars Schubert bei der Oberbürgermeisterwahl als FDP-Kandidat antritt. Das ist falsch. Richtig ist: Lars Schubert tritt bewusst als Einzelkandidat an, um „überparteilich Enttäuschten eine glaubwürdige Wahlalternative in der bürgerlichen Mitte anzubieten”. Wir haben es deshalb entsprechend im Text angepasst.




