Man glaubt es kaum: 17-jähriger flieht durch Toilettenfenster aus Gerichtsgebäude

Es klingt alles wie in einem schlechten Film: Ein 17-jähriger flieht durch ein Toilettenfenster vor der Polizei, die ihn gerade in Untersuchungshaft bringen wollte, und versteckt sich dann bei Familienangehörigen. Nun sitzt er doch in Untersuchungshaft.

Während die Polizei auf ihn wartete, floh ein 17-jähriger durch ein Toilettenfenster. | Foto: privat / Anja P.

Dass die wenigsten wohl ungern vom Gericht in Untersuchungshaft geschickt werden, dürfte nachvollziehbar sein. Wer wandert schon gern ins Gefängnis. Nur wenige allerdings versuchen sich nach Verkündung der Entscheidung aus dem Staub zu machen. So aber geschah es am vergangenen Wochenende in Schwerin. Und das Ganze noch wie in einem nicht besonders ideenreichen Film.

 

Toilettenfenster diente zur Flucht

Denn das wohl schon viel zu oft in Filmen genutzte Fenster einer Toilette spielte in der Szenerie eine zentrale Rolle. Ein 17-jähriger hatte nämlich am vergangenen Samstag (30. April) gerade im Amtsgericht Ludwigslust erfahren, dass es für ihn nun in Untersuchungshaft gehen sollte. Hintergrund der Entscheidung war der Vorwurf, der Jugendliche habe am vergangenen Freitag (29. April) in Schwerin einen 19-jährigen geschlagen und beraubt. Der 17-jährige war zunächst zwar vom Tatort in der Reiferbahn geflüchtet. Später gelang es Polizeibeamten jedoch, ihn zu ermitteln und vorläufig festzunehmen.

 

Als Polizei Flucht bemerkte, war Tatverdächtiger erst einmal weg

Am Folgetag ging es dann also ins Amtsgericht, wo für den Tatverdächtigen der Weg in die Untersuchungshaft festgelegt wurde. Kurz vor der Unterführung aber nutzte der 17-jährige einen Toilettengang zur Flucht. Durch das Fenster des Gerichts gelang es ihm, sich abzusetzen. Dass dieser nun wirklich viel zu oft in Filmen zu beobachtende Weg so einfach möglich war, darüber sollten Gericht und Polizei noch einmal intensiv nachdenken. Im konkreten Fall kommt dies aber zu spät. Denn erst einmal war der Jugendliche verschwunden, was die zwei Polizeibeamten, die den Mann zum Amtsgericht vorführten, kurz nach der Flucht durch das Fenster auch bemerkten.

 

Auch wenig kreativ: Jugendlicher war bei Familienangehörigen

Nun folgte eine umfangreiche Fahndung, um den 17-jährigen möglichst schnell wieder zu ergreifen. Die Polizei setzte dabei in der Region in und um Ludwigslust auch den Polizeihubschrauber sowie einen Fährtenhund ein. Im Zuge der Fahndung gelang es dann einige Stunden später, den Flüchtigen bei Familienangehörigen im benachbarten Landkreis Prignitz (Brandenburg) festzustellen und ihn vorläufig festzunehmen. Die Polizei überstellte ihn anschließend wie geplant einer Untersuchungshaftanstalt.

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