Mecklenburg-Vorpommern nur Durchschnitt beim gesunden Leben: Bewegungsmangel wird zum Problem

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In Deutschland leben immer weniger Menschen gesund: Stattdessen steigt die Zahl derjenigen, die sich (viel) zu wenig bewegen im gleichen Maß an wie die Zahl der Übergewichtigen und Fettleibigen. Mecklenburg-Vorpommern schneidet in den neuesten Statistiken nicht sonderlich gut ab.

Nur neun Prozent der Deutschen leben gesund

Der große Gesundheitsreport der DKV brachte vor einigen Wochen die traurige Wahrheit ans Licht: Unter Beachtung aller für die Studie berücksichtigten Parameter wie Bewegung, gesunde Ernährung, Verzicht auf Rauchen, Alkohol, etc., leben nur 9% der Bevölkerung wirklich gesund. Am besten schnitten dabei Hamburg und Sachsen ab, wo 12% einem gesunden Lebensstil nachgingen. Mecklenburg-Vorpommern landete mit 9% im Mittelfeld, während Hessen mit nur 7% das Schlussbild bildete. Grund zur Freude hat der Nordosten dennoch nicht: Bei der Zahl der meisten Erkrankungen ist Mecklenburg-Vorpommern nämlich einsamer Spitzenreiter: Hier kommen auf 100.000 Einwohner 31.000 Klinikaufenthalte. Nirgendwo sonst leiden so viele Einwohner an Diabetes, Brustkrebs, Asthma, psychischen Erkrankungen und alkoholischen Leberschäden, wie eine Auswertung der Daten von Eurostat zeigte.

Einzige positive Entwicklung ist die weiter sinkende Zahl der Raucher, auch wenn Mecklenburg-Vorpommern hier weiterhin den traurigen Spitzenplatz mit 28% Rauchern einnimmt. Problematisch ist dagegen der Anteil der Menschen, die an Bewegungsmangel leiden. Mehr als die Hälfte (57%) erreicht nicht einmal die empfohlene Mindestaktivitätszeit pro Woche. Jüngere sind dabei aktiver als ältere Menschen.

Bewegungsmangel bekämpfen ist eine große Zukunftsaufgabe

Tägliche Bewegung im Alltag hat zahlreiche positive Auswirkungen: Durch die verbrannten Kalorien sinkt das Gewicht, während die Muskulatur gestärkt wird. Schon ein täglicher Spaziergang im Grünen hebt die Laune und kann sogar Depressionen verhindern. Vielen Menschen fehlen jedoch die Zeit und die Energie, um neben einem anstrengenden Arbeitstag auch noch Sport zu treiben oder einen längeren Spaziergang zu unternehmen. Dabei lässt sich hier gut ansetzen: Die vielen Schweriner Pendler könnten zumindest bei gutem Wetter teilweise aufs Rad umsteigen, um sich tägliche Bewegung zu verschaffen, während Arbeitgeber mit einem umfangreichen Angebot an Betriebssport helfen können, zum Beispiel Yogastunden während der Arbeitszeit oder Mannschaftssportarten nach Feierabend, die zugleich das Zusammengehörigkeitsgefühl stärken.

Andere Konzepte stecken noch in den Kinderschuhen: Der sogenannte OfficeIQ-Schreibtisch analysiert das Verhalten seines Benutzers und ermahnt ihn zu mehr Bewegung, wenn er zu lange am Stück gesessen hat. Aus den Niederlanden kommt die Idee der Deskbikes, bei denen eine Art Fahrradsitz den Schreibtischstuhl ersetzt und die Mitarbeiter täglich mehrere Stunden während der Arbeit radeln.

 

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