Zecken-Saison in MV:
Mehr als 100 Borreliose-Fälle in MV – Gesundheitsamt warnt vor Dunkelziffer
Bereits 129 Borreliose-Fälle in MV – und die Dunkelziffer könnte deutlich höher liegen. Warum Zecken aktuell besonders aktiv sind und wie Sie sich schützen können, lesen Sie hier.

In Mecklenburg-Vorpommern haben sich in diesem Jahr bereits über 100 Menschen mit Borreliose infiziert – einer Krankheit, die durch Zeckenstiche übertragen wird. Wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, wurden bis Ende Juni landesweit 129 Fälle registriert.
Im Nordosten Deutschlands besteht eine Meldepflicht für Borreliose. Dennoch gehen Fachleute von einer hohen Dunkelziffer aus, da nicht alle Fälle erkannt oder ärztlich gemeldet werden. Im Vergleich zu anderen Bundesländern zeigt sich ein uneinheitliches Bild: In Hamburg und Schleswig-Holstein beispielsweise besteht keine Meldepflicht, weshalb dort keine offiziellen Zahlen vorliegen.
Im vergangenen Jahr wurden in Mecklenburg-Vorpommern insgesamt 408 Borreliose-Infektionen gemeldet. Ein Jahr zuvor lag die Zahl etwas darunter – ein möglicher Hinweis auf eine steigende Tendenz.
Borreliose kann verschiedene Organe befallen, darunter Haut, Nervensystem und Gelenke. Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch ist laut dem Robert Koch-Institut ausgeschlossen. Die Krankheit lässt sich in der Regel mit Antibiotika behandeln. Eine Schutzimpfung existiert bislang nicht.
Gesundheitsbehörden raten deshalb zu besonderer Vorsicht bei Aufenthalten in Wald- und Wiesengebieten. Zecken bevorzugen feuchte, schattige Umgebungen und können bereits bei Temperaturen ab etwa 7 Grad Celsius aktiv sein.
Tipp der Redaktion:
Nach dem Aufenthalt im Freien sollte der Körper gründlich auf Zecken abgesucht werden. Besonders gefährdet sind Kinder, Spaziergänger, Gärtner und Hundehalter. Wird eine Zecke entdeckt, sollte sie möglichst schnell und vollständig entfernt werden – idealerweise mit einer Zeckenkarte oder Pinzette.



