Mehr als 100 Entschädigungs-Anträge nach Corona-Impfungen

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Schwerin sind bisher 107 Entschädigungsanträge nach vermuteten Corona-Impfschäden gestellt worden.

Foto: Wilfried Pohnke

162 Millionen Corona-Impfungen gab es bisher in Deutschland. Vor allem Kritiker der Impfungen warnten in der Vergangenheit immer wieder vor schweren Komplikationen nach einer Impfung. Was ist an solchen Aussagen dran?

Risiko schwerwiegender Folgen gering

Klar ist: Die Nebenwirkungen der Corona-Impfungen werden in Deutschland sehr genau beobachtet – vor allem schwerwiegende, lang anhaltende und solche mit Todesfolge. Erfasst werden sie zentral und anonymisiert vom Paul-Ehrlich-Institut, der Bundesbehörde für Impfstoffe und Arzneimittel.

Das Risiko für schwerwiegende Reaktionen nach einer COVID-19-Impfung ist sehr gering: Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) berichtet von gerade einmal 0,2 Verdachtsfällen pro 1000 Impfungen – es betrifft also durchschnittlich nur eine von 5.000 Personen.

Weniger klar ist: In welchen der Verdachtsfälle ist wirklich die Impfung die Ursache der Erkrankung oder des Todes? Das wird ständig geprüft – nicht nur vom Paul-Ehrlich-Institut, sondern auch von den Behörden, die für die Versorgung von Impfgeschädigten zuständig sind.

Unterschieden wird bei Nebenwirkungen oft zwischen Impfreaktionen und Impfkomplikationen. Impfschäden wiederum sind dauerhafte Beeinträchtigungen durch Impfkomplikationen, durch die man Anspruch auf finanzielle Hilfe hat.

Bisher ein Antrag bewilligt

In Mecklenburg-Vorpommern sind bislang wegen vermuteter Corona-Impfschäden 107 Anträge auf Entschädigung gestellt worden. Davon ist bisher nach Auskunft des Gesundheitsministeriums in Schwerin ein Antrag bewilligt worden. 17 Anträge wurden abgelehnt und sechs weitere Anträge hätten sich erledigt. Hier hätten entweder die Antragssteller den Antrag zurückgenommen oder durch Umzug wäre ein anderes Bundesland für die Weiterbearbeitung zuständig. Alle anderen Anträge seien derzeit in der Bearbeitung.

Für einen Antrag auf Entschädung nach Impfschäden ist in Mecklenburg-Vorpommern das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) zuständig. Ein entsprechendes Formular ist auf der Website des Amtes zu finden.

Vermutete Impfschäden sehr gering

In Mecklenburg-Vorpommern sind seit Beginn der Corona-Impfungen im vergangenen Jahr 3,4 Millionen Spritzen gegeben worden. Unter diesem Aspekt sind die vermuteten Impfschäden sehr gering.

Bei den Vektorimpfstoffen von AstraZeneca und Johnson & Johnson kann es zu lebensgefährlichen Sinusvenenthrombosen kommen. Bei den mRNA-Impfstoffen gibt es ein erhöhtes Risiko für Entzündungen am Herzen.

Die Sinusvenenthrombosen traten vor allem bei jüngeren Menschen auf, sodass für sie mRNA-Impfstoffe empfohlen wurden. Die gefährlichen Nebenwirkungen stehen im Kleingedruckten der Impfungen, werden aber meist ausgeblendet.

Die Impfungen sollen Schutz vor einem schweren Covid-19-Krankheitsverlauf bieten. Eine Ansteckung verhindern sie nicht.

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