Studie zeigt:
Mehr als jeder dritte Weg in Schwerin wird zu Fuß zurückgelegt
In Schwerin boomt der Fußgängerverkehr: 34 % aller Wege werden zu Fuß zurückgelegt – ein Rekordwert, der den Mobilitätswandel in der Stadt unterstreicht.

Ein überraschendes Ergebnis liefert die jüngste Mobilitätsuntersuchung für die Landeshauptstadt Schwerin: Der Fußgängerverkehr erlebt einen deutlichen Aufschwung. Wie eine repräsentative Studie der Technischen Universität Dresden im Rahmen des Forschungsprojektes „Mobilität in Städten – SrV“ zeigt, legen die Schwerinerinnen und Schweriner mittlerweile 34 Prozent ihrer Alltagswege zu Fuß zurück – ein bemerkenswerter Anstieg.
Umweltfreundliche Mobilität auf dem Vormarsch
Mit 63 Prozent aller Wege, die im sogenannten Umweltverbund – also zu Fuß, mit dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln – zurückgelegt werden, erreicht Schwerin den besten Wert der letzten 25 Jahre. Dieser Erfolg kommt nicht auf Kosten anderer umweltfreundlicher Verkehrsmittel: Sowohl der Radverkehr mit einem stabilen Anteil von 15 Prozent als auch Bus und Bahn mit 13 Prozent sind konstant geblieben. Der große Verlierer ist der motorisierte Individualverkehr, der auf 37,4 Prozent gesunken ist – ein signifikanter Rückgang im Vergleich zu 44 Prozent im Jahr 2008.
„Ein Erfolg, der früher als erwartet kam“
Verkehrsdezernent Bernd Nottebaum zeigt sich erfreut: „Wir hatten erst für 2028 mit einem derartigen Ergebnis gerechnet. Der Wandel hin zu einer nachhaltigeren Mobilität ist eine positive Überraschung.“ Das geringere Pendeln mit dem Auto spiegelt auch die veränderten Lebensgewohnheiten und eine bewusste Entscheidung vieler Schwerinerinnen und Schweriner für umweltfreundlichere Alternativen wider.
Daten als Grundlage für bessere Planung
Die Untersuchung erfasste nicht nur, welche Verkehrsmittel genutzt werden, sondern beleuchtete auch Faktoren wie Alter, Führerscheinbesitz und Erreichbarkeit von Haltestellen. Dadurch konnten auch spezifische Bedürfnisse von Senioren, Kindern oder selten mobilisierten Personen berücksichtigt werden. Ein weiteres Augenmerk lag auf der Nutzung von Sharing-Angeboten, die zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Die Ergebnisse der Studie dienen nicht nur der lokalen Verkehrsplanung, sondern liefern auch wichtige Erkenntnisse für bundesweite Trends. Schwerin profitiert dabei von seiner kompakten Siedlungsstruktur und der Nähe zwischen Wohn‑, Arbeits- und Freizeitorten, die die Stadt ideal für Fußgängerverkehr machen.
Neues Konzept für Fußwege in Planung
Angesichts des wachsenden Anteils des Fußgängerverkehrs plant die Stadt, ein umfassendes Fußverkehrskonzept zu entwickeln, das 2024 umgesetzt werden soll. Ziel ist es, die Fußwege besser zu gestalten und den Menschen den Alltag zu erleichtern. „Schwerin ist eine Stadt der kurzen Wege. Diesen Vorteil möchten wir künftig noch stärker betonen“, so Nottebaum.
Langjährige Forschung mit lokalem Mehrwert
Die Mobilitätsstudie ist Teil eines langfristigen Forschungsprojektes, das seit 1972 in über 500 deutschen Städten durchgeführt wird. Die regelmäßigen Befragungen ermöglichen es, Entwicklungen über Jahrzehnte hinweg nachzuvollziehen. Für Schwerin, das von Beginn an an dem Projekt teilnimmt, bieten die Ergebnisse wertvolle Daten, um die Verkehrsentwicklung gezielt zu steuern.
In den kommenden Wochen sollen weitere Ergebnisse der Untersuchung veröffentlicht werden, die noch detailliertere Einblicke in die Mobilität in Schwerin geben.




