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Studie zeigt:
Mehr als jeder dritte Weg in Schwerin wird zu Fuß zurückgelegt

In Schwerin boomt der Fußgängerverkehr: 34 % aller Wege werden zu Fuß zurückgelegt – ein Rekordwert, der den Mobilitätswandel in der Stadt unterstreicht.

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  • Veröffentlicht Januar 15, 2025
Foto: LHS/Ulrike Auge

 

Ein über­raschen­des Ergeb­nis liefert die jüng­ste Mobil­ität­sun­ter­suchung für die Lan­deshaupt­stadt Schw­erin: Der Fußgängerverkehr erlebt einen deut­lichen Auf­schwung. Wie eine repräsen­ta­tive Studie der Tech­nis­chen Uni­ver­sität Dres­den im Rah­men des Forschung­spro­jek­tes „Mobil­ität in Städten – SrV“ zeigt, leg­en die Schw­er­iner­in­nen und Schw­er­iner mit­tler­weile 34 Prozent ihrer All­t­agswege zu Fuß zurück – ein bemerkenswert­er Anstieg.

Umweltfreundliche Mobilität auf dem Vormarsch

Mit 63 Prozent aller Wege, die im soge­nan­nten Umweltver­bund – also zu Fuß, mit dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmit­teln – zurück­gelegt wer­den, erre­icht Schw­erin den besten Wert der let­zten 25 Jahre. Dieser Erfolg kommt nicht auf Kosten ander­er umwelt­fre­undlich­er Verkehrsmit­tel: Sowohl der Rad­verkehr mit einem sta­bilen Anteil von 15 Prozent als auch Bus und Bahn mit 13 Prozent sind kon­stant geblieben. Der große Ver­lier­er ist der motorisierte Indi­vid­u­alverkehr, der auf 37,4 Prozent gesunken ist – ein sig­nifikan­ter Rück­gang im Ver­gle­ich zu 44 Prozent im Jahr 2008.

„Ein Erfolg, der früher als erwartet kam“

Verkehrs­dez­er­nent Bernd Not­te­baum zeigt sich erfreut: „Wir hat­ten erst für 2028 mit einem der­ar­ti­gen Ergeb­nis gerech­net. Der Wan­del hin zu ein­er nach­haltigeren Mobil­ität ist eine pos­i­tive Über­raschung.“ Das gerin­gere Pen­deln mit dem Auto spiegelt auch die verän­derten Lebens­ge­wohn­heit­en und eine bewusste Entschei­dung viel­er Schw­er­iner­in­nen und Schw­er­iner für umwelt­fre­undlichere Alter­na­tiv­en wider.

Daten als Grundlage für bessere Planung

Die Unter­suchung erfasste nicht nur, welche Verkehrsmit­tel genutzt wer­den, son­dern beleuchtete auch Fak­toren wie Alter, Führerscheinbe­sitz und Erre­ich­barkeit von Hal­testellen. Dadurch kon­nten auch spez­i­fis­che Bedürfnisse von Senioren, Kindern oder sel­ten mobil­isierten Per­so­n­en berück­sichtigt wer­den. Ein weit­eres Augen­merk lag auf der Nutzung von Shar­ing-Ange­boten, die zunehmend an Bedeu­tung gewin­nen.

Die Ergeb­nisse der Studie dienen nicht nur der lokalen Verkehrs­pla­nung, son­dern liefern auch wichtige Erken­nt­nisse für bun­desweite Trends. Schw­erin prof­i­tiert dabei von sein­er kom­pak­ten Sied­lungsstruk­tur und der Nähe zwis­chen Wohn‑, Arbeits- und Freizeitorten, die die Stadt ide­al für Fußgängerverkehr machen.

Neues Konzept für Fußwege in Planung

Angesichts des wach­senden Anteils des Fußgängerverkehrs plant die Stadt, ein umfassendes Fußverkehrskonzept zu entwick­eln, das 2024 umge­set­zt wer­den soll. Ziel ist es, die Fußwege bess­er zu gestal­ten und den Men­schen den All­t­ag zu erle­ichtern. „Schw­erin ist eine Stadt der kurzen Wege. Diesen Vorteil möcht­en wir kün­ftig noch stärk­er beto­nen“, so Not­te­baum.

Langjährige Forschung mit lokalem Mehrwert

Die Mobil­itätsstudie ist Teil eines langfristi­gen Forschung­spro­jek­tes, das seit 1972 in über 500 deutschen Städten durchge­führt wird. Die regelmäßi­gen Befra­gun­gen ermöglichen es, Entwick­lun­gen über Jahrzehnte hin­weg nachzu­vol­lziehen. Für Schw­erin, das von Beginn an an dem Pro­jekt teil­nimmt, bieten die Ergeb­nisse wertvolle Dat­en, um die Verkehrsen­twick­lung gezielt zu steuern.

In den kom­menden Wochen sollen weit­ere Ergeb­nisse der Unter­suchung veröf­fentlicht wer­den, die noch detail­liert­ere Ein­blicke in die Mobil­ität in Schw­erin geben.