Sa, 18. April 2026
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Neue Kriminalstatistik für MV:
Mehr Sexualdelikte und häusliche Gewalt trotz sinkender Gesamtzahlen

Die Kriminalität in Mecklenburg-Vorpommern ist 2025 gesunken. Gleichzeitig erreichen Fälle häuslicher Gewalt einen Höchststand und auch Sexualdelikte nehmen deutlich zu.

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  • Veröffentlicht März 25, 2026
Mehr Sonntagsöffnungen könnten den Einkauf in Schwerin beleben – doch neue Regeln sorgen bei Händlern und Bürgern für Diskussionen, Foto: maxpress
Der Marien­platz galt für viele als ein­er der gefährlich­sten Orte in MV, Foto: max­press

 

Die Zahl der Straftat­en in Meck­len­burg-Vor­pom­mern ist im Jahr 2025 zurück­ge­gan­gen. Nach Angaben des Innen­min­is­teri­ums wur­den ins­ge­samt 103.901 Fälle reg­istri­ert, rund 4.600 weniger als im Vor­jahr. Gle­ichzeit­ig lag die Aufk­lärungsquote mit über 63 Prozent erneut über dem Bun­des­durch­schnitt.

Trotz des all­ge­meinen Rück­gangs zeigen einzelne Bere­iche eine gegen­teilige Entwick­lung. Beson­ders deut­lich wird dies bei der häus­lichen Gewalt: Hier reg­istri­erte die Polizei mit 5.204 Fällen einen Höch­st­stand seit 1990. Das sind knapp 200 Fälle mehr als im Jahr zuvor. In zwei Drit­teln der Fälle han­delte es sich um Kör­per­ver­let­zungs­de­lik­te. Zudem wur­den neun Tötungs­de­lik­te im Zusam­men­hang mit häus­lich­er Gewalt erfasst, vier davon mit tödlichem Aus­gang. Die Aufk­lärungsquote lag bei 99,7 Prozent.

Innen­min­is­ter Chris­t­ian Pegel beze­ich­nete die Entwick­lung als alarmierend und sprach sich für stärkere Schutz­maß­nah­men aus. Disku­tiert wird unter anderem der Ein­satz elek­tro­n­is­ch­er Fußfes­seln für Inten­sivtäter, um Betrof­fene frühzeit­ig war­nen zu kön­nen.

 

Deutlicher Anstieg bei Sexualdelikten

Auch bei Straftat­en gegen die sex­uelle Selb­st­bes­tim­mung ist ein deut­lich­er Anstieg zu verze­ich­nen. Die Fal­lzahl stieg um 28,2 Prozent auf 2.573 Fälle. Beim sex­uellen Miss­brauch von Kindern wur­den 342 Fälle reg­istri­ert, ein Plus von 13,2 Prozent. Beson­ders stark nahm die Ver­bre­itung kinder­pornografis­ch­er Inhalte zu. Hier wur­den 966 Fälle erfasst, ein Anstieg um mehr als 60 Prozent. Als Gründe nen­nt das Min­is­teri­um unter anderem eine verbesserte inter­na­tionale Zusam­me­nar­beit und mehr Hin­weise über Melde­plat­tfor­men.

Rück­läu­fig entwick­el­ten sich hinge­gen die Dieb­stahls­de­lik­te. Mit 27.535 Fällen lag die Zahl auf einem ver­gle­ich­sweise niedri­gen Niveau. Auch bei Cyberkrim­i­nal­ität sowie Ver­mö­gens- und Fälschungs­de­lik­ten wur­den weniger Fälle reg­istri­ert. Beim Woh­nung­sein­bruch blieb die Zahl mit 933 Fällen nahezu unverän­dert.

Bei schw­eren Gewalt­de­lik­ten bewegten sich die Zahlen im Bere­ich des mehrjähri­gen Durch­schnitts. Ins­ge­samt wur­den 45 Straftat­en gegen das Leben erfasst, darunter sieben Mord- und 24 Totschlags­de­lik­te. Die Aufk­lärungsquote lag in diesen Bere­ichen bei nahezu 100 Prozent.

Leicht gestiegen ist die Zahl der Kör­per­ver­let­zungs­de­lik­te sowie von Bedro­hun­gen und Nöti­gun­gen. Zudem wur­den 476 Messeran­griffe reg­istri­ert, etwas mehr als im Vor­jahr. Seit 2020 wer­den solche Fälle bun­desweit geson­dert erfasst.