Mehr Wahlfreiheit für Beamte bei Krankenversicherung
MV will Beamten per Hamburger Modell den Wechsel in die gesetzliche Krankenversicherung erleichtern – mit 50 % Zuschuss vom Dienstherrn. Start: August 2026.

Die Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern will Beamtinnen und Beamten künftig mehr Freiheit bei der Wahl zwischen privater und gesetzlicher Krankenversicherung einräumen. Geplant ist die Einführung einer pauschalen Beihilfe nach dem sogenannten Hamburger Modell. Das teilte das Finanzministerium in Schwerin mit.
Hamburger Modell soll ab 2026 gelten
Bislang müssen sich freiwillig gesetzlich versicherte Beamte in MV ihre Krankenkassenbeiträge komplett selbst zahlen, während privat Versicherte vom Dienstherrn einen Zuschuss erhalten. Künftig soll der Arbeitgeber auch bei der gesetzlichen Krankenversicherung 50 Prozent der Beiträge übernehmen, wie es das Hamburger Modell vorsieht, das bereits in mehreren Bundesländern eingeführt wurde.
Nach den Plänen von Finanzminister Heiko Geue (SPD) soll die neue Regelung am 1. August 2026 in Kraft treten. Ein entsprechender Gesetzentwurf wird derzeit erarbeitet, soll im Herbst ins Kabinett und anschließend in den Landtag eingebracht werden. Anspruch sollen neu eingestellte Beamte sowie bereits gesetzlich Versicherte haben. Die Entscheidung für eine der beiden Versicherungsarten soll dann endgültig sein.
Zustimmung und Kritik aus Verbänden
Von den rund 38.000 Beamten im Land sind nach Angaben des Finanzministeriums derzeit etwa 850 gesetzlich versichert. Bundesweit liegt der Anteil privat Versicherter bei über 90 Prozent. Befürworter wie der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Nord begrüßen den Vorstoß. Vorsitzende Laura Pooth sprach von einem „wichtigen und überfälligen Schritt“, der dem öffentlichen Dienst neuen Schwung geben werde. Besonders in Bereichen wie dem Lehramt, technischen Berufen und den unteren Besoldungsgruppen erwarte man hohe Nachfrage.
Kritiker befürchten hingegen, dass vor allem Beamte mit niedrigerem Einkommen und mitversicherten Familien in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln werden, was die Finanzlage der Kassen belasten könnte. Der Beamtenbund lehnt das Modell entschieden ab, wie aus einer Stellungnahme gegenüber dem Bundestag hervorgeht.



