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Mehr Wahlfreiheit für Beamte bei Krankenversicherung

MV will Beamten per Hamburger Modell den Wechsel in die gesetzliche Krankenversicherung erleichtern – mit 50 % Zuschuss vom Dienstherrn. Start: August 2026.

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  • Veröffentlicht August 6, 2025
Beamte in MV sollen ab August 2026 leichter in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln können. Foto: Symbolbild
Beamte in MV sollen ab August 2026 leichter in die geset­zliche Kranken­ver­sicherung wech­seln kön­nen. Foto: Sym­bol­bild

 

Die Lan­desregierung in Meck­len­burg-Vor­pom­mern will Beamtin­nen und Beamten kün­ftig mehr Frei­heit bei der Wahl zwis­chen pri­vater und geset­zlich­er Kranken­ver­sicherung ein­räu­men. Geplant ist die Ein­führung ein­er pauschalen Bei­hil­fe nach dem soge­nan­nten Ham­burg­er Mod­ell. Das teilte das Finanzmin­is­teri­um in Schw­erin mit.

Hamburger Modell soll ab 2026 gelten

Bis­lang müssen sich frei­willig geset­zlich ver­sicherte Beamte in MV ihre Krankenkassen­beiträge kom­plett selb­st zahlen, während pri­vat Ver­sicherte vom Dien­s­ther­rn einen Zuschuss erhal­ten. Kün­ftig soll der Arbeit­ge­ber auch bei der geset­zlichen Kranken­ver­sicherung 50 Prozent der Beiträge übernehmen, wie es das Ham­burg­er Mod­ell vor­sieht, das bere­its in mehreren Bun­deslän­dern einge­führt wurde.

Nach den Plä­nen von Finanzmin­is­ter Heiko Geue (SPD) soll die neue Regelung am 1. August 2026 in Kraft treten. Ein entsprechen­der Geset­zen­twurf wird derzeit erar­beit­et, soll im Herb­st ins Kabi­nett und anschließend in den Land­tag einge­bracht wer­den. Anspruch sollen neu eingestellte Beamte sowie bere­its geset­zlich Ver­sicherte haben. Die Entschei­dung für eine der bei­den Ver­sicherungsarten soll dann endgültig sein.

Zustimmung und Kritik aus Verbänden

Von den rund 38.000 Beamten im Land sind nach Angaben des Finanzmin­is­teri­ums derzeit etwa 850 geset­zlich ver­sichert. Bun­desweit liegt der Anteil pri­vat Ver­sichert­er bei über 90 Prozent. Befür­worter wie der Deutsche Gew­erkschafts­bund (DGB) Nord begrüßen den Vorstoß. Vor­sitzende Lau­ra Pooth sprach von einem „wichti­gen und über­fäl­li­gen Schritt“, der dem öffentlichen Dienst neuen Schwung geben werde. Beson­ders in Bere­ichen wie dem Lehramt, tech­nis­chen Berufen und den unteren Besol­dungs­grup­pen erwarte man hohe Nach­frage.

Kri­tik­er befürcht­en hinge­gen, dass vor allem Beamte mit niedrigerem Einkom­men und mitver­sicherten Fam­i­lien in die geset­zliche Kranken­ver­sicherung wech­seln wer­den, was die Finan­zlage der Kassen belas­ten kön­nte. Der Beamten­bund lehnt das Mod­ell entsch­ieden ab, wie aus ein­er Stel­lung­nahme gegenüber dem Bun­destag her­vorge­ht.