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Messerangriff am Schlosspark-Center:
Prozess nach tödlicher Messerattacke in Schwerin beginnt

Tödliche Messerattacke in Schwerin: Im Februar starb ein 17-Jähriger nach einer Auseinandersetzung am Schlosspark-Center. Nun muss sich ein 25-Jähriger vor Gericht verantworten.

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  • Veröffentlicht November 6, 2025
Messerangriff Schwerin
Vor dem Schloss­park-Cen­ter wurde ein 17-jährige junge Mann im Feb­ru­ar niedergestochen. Foto: Ste­fan Rochow 

Am 13. Novem­ber begin­nt vor dem Landgericht Schw­erin der Prozess gegen einen 25-jähri­gen Mann, der Anfang Feb­ru­ar einen 17-Jähri­gen in der Schw­er­iner Innen­stadt tödlich ver­let­zt haben soll. Der Angeklagte sitzt derzeit in der Jus­tizvol­lzugsanstalt Büt­zow in Unter­suchung­shaft. Das Urteil soll nach bish­eriger Pla­nung bis zum 30. Novem­ber fall­en.

Dramatische Tat am Schlosspark-Center

Die tödliche Auseinan­der­set­zung ereignete sich am 4. Feb­ru­ar am Aus­gang des Schloss­park-Cen­ters, nahe der Sta­tion Schw­erin Mitte. Nach ein­er voraus­ge­hen­den Stre­it­igkeit soll der 25-Jährige den 17-jähri­gen Lands­mann mit einem Mess­er ange­grif­f­en haben. Nach den bish­eri­gen Ermit­tlun­gen ver­set­zte er ihm sechs Stiche mit ein­er rund 13 Zen­time­ter lan­gen Klinge. Das Opfer ver­lor sehr viel Blut und ver­starb wenig später im Kranken­haus.

Die Szene sorgte für Entset­zen unter Pas­san­ten. Polizei und Sicher­heit­skräfte sper­rten kurzfristig Zugänge rund um das Einkauf­szen­trum ab. Ein Fährten­hund kam zum Ein­satz, Spuren wur­den gesichert, zahlre­iche Zeu­gen befragt. Die Krim­i­nalpolizei richtete unmit­tel­bar eine Mord­kom­mis­sion ein, um die Hin­ter­gründe und den Ablauf der Tat zu klären.

Monatelange Flucht durch mehrere Länder

Kurz nach dem Angriff ver­schwand der mut­maßliche Täter. Die Ermit­tler veröf­fentlicht­en sein Foto und seinen Namen – daraufhin lief eine europaweite Fah­n­dung an. Der 25-Jährige soll sich zunächst nach Frankre­ich abge­set­zt und später nach Großbri­tan­nien weit­erge­flüchtet sein. Zielfah­n­der des Lan­deskrim­i­nalamts Meck­len­burg-Vor­pom­mern spürten ihn schließlich dort auf. Die britis­che Polizei nahm ihn fest und über­stellte ihn nach Deutsch­land, wo er dem Haftrichter vorge­führt und nach Büt­zow gebracht wurde.

Hintergründe weiterhin unklar

Wie es zu dem Stre­it im Zen­trum der Stadt kam und welche Rolle per­sön­liche Kon­flik­te gespielt haben kön­nten, sind Dinge, die immer noch unklar sind. Bei­de Män­ner sollen als unbe­gleit­ete Flüchtlinge aus Afghanistan nach Deutsch­land gekom­men sein. Ob es bere­its zuvor Span­nun­gen zwis­chen ihnen gab, ist bis­lang nicht abschließend gek­lärt.

Mit dem Prozess­be­ginn kön­nte nun die juris­tis­che Aufar­beitung der Tat begin­nen. Mehrere Ver­hand­lungstage sind ange­set­zt, bevor das Gericht voraus­sichtlich Ende Novem­ber ein Urteil sprechen wird.