Messerangriff am Schlosspark-Center:
Prozess nach tödlicher Messerattacke in Schwerin beginnt
Tödliche Messerattacke in Schwerin: Im Februar starb ein 17-Jähriger nach einer Auseinandersetzung am Schlosspark-Center. Nun muss sich ein 25-Jähriger vor Gericht verantworten.

Am 13. November beginnt vor dem Landgericht Schwerin der Prozess gegen einen 25-jährigen Mann, der Anfang Februar einen 17-Jährigen in der Schweriner Innenstadt tödlich verletzt haben soll. Der Angeklagte sitzt derzeit in der Justizvollzugsanstalt Bützow in Untersuchungshaft. Das Urteil soll nach bisheriger Planung bis zum 30. November fallen.
Dramatische Tat am Schlosspark-Center
Die tödliche Auseinandersetzung ereignete sich am 4. Februar am Ausgang des Schlosspark-Centers, nahe der Station Schwerin Mitte. Nach einer vorausgehenden Streitigkeit soll der 25-Jährige den 17-jährigen Landsmann mit einem Messer angegriffen haben. Nach den bisherigen Ermittlungen versetzte er ihm sechs Stiche mit einer rund 13 Zentimeter langen Klinge. Das Opfer verlor sehr viel Blut und verstarb wenig später im Krankenhaus.
Die Szene sorgte für Entsetzen unter Passanten. Polizei und Sicherheitskräfte sperrten kurzfristig Zugänge rund um das Einkaufszentrum ab. Ein Fährtenhund kam zum Einsatz, Spuren wurden gesichert, zahlreiche Zeugen befragt. Die Kriminalpolizei richtete unmittelbar eine Mordkommission ein, um die Hintergründe und den Ablauf der Tat zu klären.
Monatelange Flucht durch mehrere Länder
Kurz nach dem Angriff verschwand der mutmaßliche Täter. Die Ermittler veröffentlichten sein Foto und seinen Namen – daraufhin lief eine europaweite Fahndung an. Der 25-Jährige soll sich zunächst nach Frankreich abgesetzt und später nach Großbritannien weitergeflüchtet sein. Zielfahnder des Landeskriminalamts Mecklenburg-Vorpommern spürten ihn schließlich dort auf. Die britische Polizei nahm ihn fest und überstellte ihn nach Deutschland, wo er dem Haftrichter vorgeführt und nach Bützow gebracht wurde.
Hintergründe weiterhin unklar
Wie es zu dem Streit im Zentrum der Stadt kam und welche Rolle persönliche Konflikte gespielt haben könnten, sind Dinge, die immer noch unklar sind. Beide Männer sollen als unbegleitete Flüchtlinge aus Afghanistan nach Deutschland gekommen sein. Ob es bereits zuvor Spannungen zwischen ihnen gab, ist bislang nicht abschließend geklärt.
Mit dem Prozessbeginn könnte nun die juristische Aufarbeitung der Tat beginnen. Mehrere Verhandlungstage sind angesetzt, bevor das Gericht voraussichtlich Ende November ein Urteil sprechen wird.



