Ministerielle Kredithilfe für Apotheken in Mecklenburg-Vorpommern
Erst kürzlich abgeschlossene Verhandlungen zwischen Apothekerkammer und -verband und dem Wirtschafts- und Gesundheitsministerium in Mecklenburg-Vorpommern stellen einen wichtigen Schritt für die Apotheken innerhalb des Bundeslandes dar.

Jene Unternehmen, die durch die Pandemie von der Insolvenz bedroht seien, erhalten Zugang zu einem Hilfskredit mit speziellen Sonderkonditionen.
Im Gegensatz zum Brandenburgischen Wirtschaftsministerium, welches von vielen Seiten für seine Vorgehensweise kritisiert wurde, konnte die Regierung in Mecklenburg Vorpommern eine für beide Seiten erfreuliche Einigung erzielen. Vorsitzende des ländlichen Apothekerverbandes zeigten sich mit den Ergebnissen der Gespräche sehr erfreut. Mit der erzielten Einigung sollen besonder schwer getroffene Apotheken im Bundesland geholfen werden – dies entspricht einem Anteil von knapp 15 Prozent.
Hilfe im sechsstelligen Bereich
Obwohl Apotheken von den erst kürzlich bekanntgegeben Maßnahmen zur Schließung von Geschäften nicht betroffen sind, können teils schwer eingefahrene Verluste nicht dadurch einfach geglättet werden. Zu diesem Zweck werden Apotheken in Mecklenburg-Vorpommern über einen Zeitraum von einem Jahr mit einem zinslosen Darlehen versorgt. Bis zu 200.000 Euro pro Inhaber werden dabei durch die Gesellschaft für Struktur- und Arbeitsmarktentwicklung (GSA) in Schwerin zur Verfügung gestellt.
Zur Auszahlung dieser Kredite müssen allerdings auch bestimmte Auflagen erfüllt werden. “Die betroffenen Apotheker müssten zunächst alle Finanzierungsmöglichkeiten bei ihren üblichen Partnern ausschöpfen, auch mit erhöhten Zinssätzen”, schildert Dr. Bernd Stahlhacke, Geschäftsführer der Apothekerkammer Mecklenburg-Vorpommern. Des Weiteren seien die Apotheken auch dazu verpflichtet, ihre Kreditlinien offenzulegen. Sollte dann nach wie vor eine Finanzlücke vorhanden sein, würde die Gesellschaft für Struktur- und Arbeitsmarktentwicklung ein Darlehen verfügbar machen.
Weitgehende Lücken sollen dadurch geschlossen werden
Mit diesem Hilfskredit der GSA soll es jedoch nicht nur um die individuelle Rettung ausgewählter Unternehmen gehen. Mit der gezielten Abwendung von Insolvenzen soll auch verhindert werden, dass im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern mögliche Lücken oder Engpässe in Bezug auf die Arzneimittelversorgung auftreten. Ob in diesem Zusammenhang in Zukunft auch längere Laufzeiten möglich wären, wurde offengelassen. Aufgrund der relativ hohen Anforderungen wird es allerdings wohl noch etwas dauern, bis die erste Auszahlung eines solchen Kredits erfolgt.
Angekündigte Hilfe auch auf Bundesebene
Falls sich die Kredithilfe der Schweriner GSA als zu große Hürde entpuppen sollte, gibt es nun auch Abhilfe auf von Seiten der Bundesregierung. Im Rahmen des November-Lockdowns wurden Kredithilfen in Milliardenhöhe versprochen, die neben Apotheken auch andere Unternehmen und Selbständige in Anspruch nehmen können. Insgesamt sollen sich die November-Hilfen auf eine Gesamtsumme von 10 Milliarden Euro belaufen. Dies stellt einen drastischen Anstieg von den 1,2 Milliarden Euro dar, die bisher ausgezahlt wurden.
Die zusätzlichen Gelder der Bundesregierung sorgen auch anderweitig für Entlastung. Wie in etwa aus Informationen der Finanz- und Kreditberater FITFORMONEY hervorgehen, wurden bereits 45 Milliarden Euro an Darlehen durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau an durch die Coronakrise schwächelnde Unternehmen ausgezahlt. Mit den noch ausstehenden Anträgen müssten weitere 12 Milliarden fließen was dadurch nur noch wenig zusätzlichen Puffer bedeutete, heißt es außerdem vonseiten des Magazins. Apotheken und andere Unternehmen, die sich einer möglichen Finanzspritze unsicher waren, erhalten dadurch somit vielversprechende, neue Perspektiven.




