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Ministerielle Kredithilfe für Apotheken in Mecklenburg-Vorpommern

Erst kürzlich abgeschlossene Verhandlungen zwischen Apothekerkammer und -verband und dem Wirtschafts- und Gesundheitsministerium in Mecklenburg-Vorpommern stellen einen wichtigen Schritt für die Apotheken innerhalb des Bundeslandes dar.

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  • Veröffentlicht November 8, 2020

 

Jene Unternehmen, die durch die Pan­demie von der Insol­venz bedro­ht seien, erhal­ten Zugang zu einem Hil­f­skred­it mit speziellen Son­derkon­di­tio­nen.

Im Gegen­satz zum Bran­den­bur­gis­chen Wirtschaftsmin­is­teri­um, welch­es von vie­len Seit­en für seine Vorge­hensweise kri­tisiert wurde, kon­nte die Regierung in Meck­len­burg Vor­pom­mern eine für bei­de Seit­en erfreuliche Eini­gung erzie­len. Vor­sitzende des ländlichen Apothek­erver­ban­des zeigten sich mit den Ergeb­nis­sen der Gespräche sehr erfreut. Mit der erziel­ten Eini­gung sollen beson­der schw­er getrof­fene Apotheken im Bun­des­land geholfen wer­den – dies entspricht einem Anteil von knapp 15 Prozent.

 

Hilfe im sechsstelligen Bereich

Obwohl Apotheken von den erst kür­zlich bekan­nt­gegeben Maß­nah­men zur Schließung von Geschäften nicht betrof­fen sind, kön­nen teils schw­er einge­fahrene Ver­luste nicht dadurch ein­fach geglät­tet wer­den. Zu diesem Zweck wer­den Apotheken in Meck­len­burg-Vor­pom­mern über einen Zeitraum von einem Jahr mit einem zinslosen Dar­lehen ver­sorgt. Bis zu 200.000 Euro pro Inhab­er wer­den dabei durch die Gesellschaft für Struk­tur- und Arbeits­mark­ten­twick­lung (GSA) in Schw­erin zur Ver­fü­gung gestellt.

Zur Auszahlung dieser Kred­ite müssen allerd­ings auch bes­timmte Aufla­gen erfüllt wer­den. “Die betrof­fe­nen Apothek­er müssten zunächst alle Finanzierungsmöglichkeit­en bei ihren üblichen Part­nern auss­chöpfen, auch mit erhöht­en Zinssätzen”, schildert Dr. Bernd Stahlhacke, Geschäfts­führer der Apothek­erkam­mer Meck­len­burg-Vor­pom­mern. Des Weit­eren seien die Apotheken auch dazu verpflichtet, ihre Kred­itlin­ien offen­zule­gen. Sollte dann nach wie vor eine Finan­zlücke vorhan­den sein, würde die Gesellschaft für Struk­tur- und Arbeits­mark­ten­twick­lung ein Dar­lehen ver­füg­bar machen.

 

Weitgehende Lücken sollen dadurch geschlossen werden

Mit diesem Hil­f­skred­it der GSA soll es jedoch nicht nur um die indi­vidu­elle Ret­tung aus­gewählter Unternehmen gehen. Mit der geziel­ten Abwen­dung von Insol­ven­zen soll auch ver­hin­dert wer­den, dass im Bun­des­land Meck­len­burg-Vor­pom­mern mögliche Lück­en oder Eng­pässe in Bezug auf die Arzneimit­telver­sorgung auftreten. Ob in diesem Zusam­men­hang in Zukun­ft auch län­gere Laufzeit­en möglich wären, wurde offen­ge­lassen. Auf­grund der rel­a­tiv hohen Anforderun­gen wird es allerd­ings wohl noch etwas dauern, bis die erste Auszahlung eines solchen Kred­its erfol­gt.

 

Angekündigte Hilfe auch auf Bundesebene

Falls sich die Kred­ith­il­fe der Schw­er­iner GSA als zu große Hürde ent­pup­pen sollte, gibt es nun auch Abhil­fe auf von Seit­en der Bun­desregierung. Im Rah­men des Novem­ber-Lock­downs wur­den Kred­ith­il­fen in Mil­liar­den­höhe ver­sprochen, die neben Apotheken auch andere Unternehmen und Selb­ständi­ge in Anspruch nehmen kön­nen. Ins­ge­samt sollen sich die Novem­ber-Hil­fen auf eine Gesamt­summe von 10 Mil­liar­den Euro belaufen. Dies stellt einen drastis­chen Anstieg von den 1,2 Mil­liar­den Euro dar, die bish­er aus­gezahlt wur­den.

Die zusät­zlichen Gelder der Bun­desregierung sor­gen auch ander­weit­ig für Ent­las­tung. Wie in etwa aus Infor­ma­tio­nen der Finanz- und Kred­it­ber­ater FITFORMONEY her­vorge­hen, wur­den bere­its 45 Mil­liar­den Euro an Dar­lehen durch die Kred­i­tanstalt für Wieder­auf­bau an durch die Coro­n­akrise schwächel­nde Unternehmen aus­gezahlt. Mit den noch ausste­hen­den Anträ­gen müssten weit­ere 12 Mil­liar­den fließen was dadurch nur noch wenig zusät­zlichen Puffer bedeutete, heißt es außer­dem von­seit­en des Mag­a­zins. Apotheken und andere Unternehmen, die sich ein­er möglichen Finanzspritze unsich­er waren, erhal­ten dadurch somit vielver­sprechende, neue Per­spek­tiv­en.