Schwerin bekommt sein erstes Fahrradparkhaus am Bahnhof:
Ministerpräsidentin Schwesig versenkt Zeitkapsel
Mit einer neuen Mobilitätsstation am Packhof will die Landeshauptstadt den Umstieg aufs Rad erleichtern – über 300 Stellplätze entstehen bis Ende 2026.

Mit dem symbolischen Akt der Grundsteinlegung ist der Bau von Schwerins erstem Fahrradparkhaus offiziell gestartet. Direkt gegenüber dem Stadthaus am Packhof setzten Verkehrsdezernent Bernd Nottebaum und der Leiter des Zentralen Gebäudemanagements Kristian Meier-Hedrich gemeinsam mit Ministerpräsidentin Manuela Schwesig den ersten Baustein für die neue Mobilitätsstation am Bahnhof. Das zweistöckige Gebäude soll künftig mehr als 300 Stellplätze für Fahrräder bieten. Neben klassischen Abstellmöglichkeiten sind auch spezielle Bereiche für Langzeitparker, E‑Bikes und Lastenräder vorgesehen. Ergänzt wird das Angebot durch einen Fahrradverleih sowie ein öffentlich zugängliches, barrierefreies WC.
Moderne Infrastruktur für den Radverkehr
Eine befahrbare Rampe mit elf Prozent Neigung führt ins Obergeschoss und sorgt für einen komfortablen Zugang. Das Gebäude entsteht in Hybridbauweise: Während das Erdgeschoss als Massivkonstruktion ausgeführt wird, besteht das Obergeschoss aus einem leichten Holztragwerk. Die Materialien bleiben bewusst sichtbar und unverputzt, damit ihre natürlichen Eigenschaften erkennbar bleiben. Auch bei der Fassade setzt das Projekt auf Nachhaltigkeit. Recyceltes Ziegelmauerwerk und vertikale Holzlamellen schützen die Holzelemente vor Witterung, lassen aber zugleich Luft zirkulieren. Auf dem Flachdach sind eine Photovoltaikanlage und eine extensive Begrünung geplant, die sowohl Energieeffizienz als auch Biodiversität fördern sollen. Durch die L‑förmige Bauweise entsteht zudem ein einladender Vorplatz.

Millionenförderung für das Projekt
Für Verkehrsdezernent Nottebaum ist die Mobilitätsstation ein wichtiger Baustein der städtischen Verkehrswende. Fahrradparkhäuser würden eine zentrale Hürde für den Umstieg vom Auto aufs Rad abbauen, betont er. Gleichzeitig benötigten sie deutlich weniger Fläche als klassische Pkw-Parkplätze. Die Baukosten liegen bei rund 3,2 Millionen Euro. Rund 90 Prozent der Summe werden von Bund und Land gefördert. Weitere drei Prozent des städtischen Eigenanteils übernimmt die Metropolregion Hamburg. Betreiber der Anlage wird der Nahverkehr Schwerin sein, der damit auch sein eigenes Fahrradverleihangebot ausbauen möchte. Als Standort hat die Stadt ein Grundstück am Packhof in unmittelbarer Nähe zum Hauptbahnhof bereitgestellt. Mit dem Grunthalplatz liegt zudem ein wichtiger Knotenpunkt für Busse und Straßenbahn direkt nebenan.
Fertigstellung für 2026 geplant
Das Projekt wird vom Zentralen Gebäudemanagement der Landeshauptstadt umgesetzt. Ziel sei eine langlebige und gut erreichbare Infrastruktur für den wachsenden Radverkehr, erklärte Werkleiter Kristian Meier-Hedrich. Die Fertigstellung des Fahrradparkhauses ist für Ende 2026 vorgesehen, die Inbetriebnahme soll im ersten Quartal 2027 folgen. Den Baufortschritt können Interessierte bereits während der Bauphase über eine Baustellenkamera auf der Internetseite der Stadt verfolgen.




