Stadt, Land, Talk -
Mittendrin veröffentlicht schon die dritte Folge
Eine schrille und verrückte Talkshow vom Schweriner Marktplatz geht in ihre dritte Folge. Wir haben mit den Verantwortlichen gesprochen.

Die Schweriner Talkshow “Mittendrin – Stadt, Land, Talk” hat ihre dritte Folge veröffentlicht. Gedreht wird die Show im Säulengebäude am Markt. Im Löwen sitzen Gäste und die Gastgeber Martin Neuhaus und David Kramer haben zusätzlich noch Gesprächspartner eingeladen. “Wir orientieren uns da schon an bestehenden Formaten. Inas Nacht zum Beispiel”, erklärt David Kramer. Mit der dritten Folge ist auch die Hälfte der ersten Staffel abgedreht. Eine weitere könnte in 2027 folgen.
Gäste aus der Region
In der dritten Folge sind die Autorin und Content Creatorin Lovis Messerschmidt und die Radsprinterin Lea Sophie Friedrich in der Talkshow zu Gast. “Ein lockeres Talk-Format in einer Kneipe. Aus der Region für die Region und die Gäste eben auch”, erläutert Kramer die Idee hinter der Show weiter. Die Stilmittel wechseln von Folge zu Folge. Eine Folge ist etwas ruhiger, eine andere etwas aufgedrehter und verrückter. Mit dabei ist auch immer ein Musik-Act. In der dritten Folge sind das die Kleinkunst-Punker “Kutterscholle mit Speckstippe”. Ein weiterer Bestandteil der Folgen ist immer ein Stadtspiel in einer Gemeinde in Westmecklenburg. Das Ensemble der Parchimer Kulturmühle darf in der dritten Folge gegen Martin und David in Parchim antreten.
Talkshow wird öffentlich gefördert
Martin Neuhaus und David Kramer sind in Schwerin auch für den Musikklub bekannt, der jeden Dienstag den Schweriner Markt belebt. Für die Organisation des Events und der Talkshow wurde in diesem Jahr ein Verein gegründet. Der erhielt auch eine Förderung, um die Talkshow zu produzieren. Gewinn soll damit aber nicht gemacht werden. Neuhaus dazu: “Wir sind zwei Schauspieler und kennen uns schon ewig. Und wollten einfach mal schauen, ob es möglich ist, sowas auf die Beine zu stellen.” Bis jetzt ist die Resonanz auf die Show positiv. Anmeldungen, um als Gast in der Show zu sitzen, soll es viele geben. Und auch im direkten Gespräch gibt es viel positives Feedback, erzählen die Talkshow-Organisatoren.

Angst vor Stillstand in der Stadt
35 Gäste pro Show, sechs Kameras und drei Kameraleute. Dazu kommt noch der Aufwand, um eine knappe Dreiviertelstunde Talkshow zu schneiden. Und der Dreh des Stadtspiels. Lohnt sich das? Für Martin Neuhaus auf jeden Fall: “In Schwerin bewegt sich wenig. Und mit der Show will ich auch dem Stillstand in der Stadt entgegenwirken.” Wer sich jetzt die neue Folge der Talkshow anschauen will, findet die Folge hier bei Youtube. Wer mehr über die Talkshow erfahren möchte, findet Mittendrin hier bei Instagram.
Meinung: Ein bisschen Leben für eine sterbende Stadt
Von Christoph Loose
Bevor ich zum Dreh der dritten Folge gegangen bin, habe ich mir die Zahlen der ersten Folgen angeschaut. Einige hundert Views auf Youtube pro Folge für die ersten beiden Episoden. Das Ganze wirkt wie viel Aufwand für wenig Reichweite. Einer der ersten Gedanken war: Geld und Ressourcen könnten woanders besser eingesetzt werden. Nach dem Interview mit Martin Neuhaus und David Kramer habe ich die Idee der Show etwas besser verstanden.
Sie soll schrill, laut und irgendwie verrückt sein. Und die Region und ihre Menschen zeigen. Das ist natürlich keine Talkshow, die im öffentlich-rechtlichen Fernsehen läuft und jede Woche Abends von tausenden Rentnern geschaut wird. Das ist aber anscheinend auch nicht das Ziel. Und eine Sache bringt die Show auf jeden Fall: Hamburg hat Inas Nacht und Schwerin hat jetzt Mittendrin. Und das ist gut, weil es Leben in eine sterbende Stadt bringt und eine Region repräsentiert, die die meisten Menschen in Deutschland kaum bis gar nicht kennen.
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