MV-Bauern erwarten geringere Ernteerträge als bundesweit prognostiziert
Mecklenburg-Vorpommerns Bauern erwarten trotz laufender Ernte leicht geringere Erträge als im Vorjahr – bundesweit rechnet der Raiffeisenverband mit einem deutlichen Plus.

Während der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) bundesweit von besseren Ernteergebnissen als im Vorjahr ausgeht, bleiben die Erwartungen in Mecklenburg-Vorpommern zurückhaltend. Nach Angaben des Landesbauernverbandes werden die Erträge im Nordosten insgesamt etwas geringer ausfallen.
Ministerpräsidentin sichert Unterstützung zu
Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) informierte sich im Rahmen ihrer Sommertour vor Ort über die Ernte und die Lage der Agrarbetriebe. Sie betonte, Landwirte könnten auf die Unterstützung der Landesregierung zählen – etwa beim geplanten Wiedereinstieg in die volle Rückvergütung für Agrardiesel ab 2026.
Neben finanziellen Themen standen auch der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, der Artenschutz und der Fortgang der Ernte auf der Agenda der Gespräche mit Landwirten und Verbandsvertretern.
Erträge bei Getreide und Raps unter Vorjahresniveau
Die Ernte der Wintergerste ist bereits abgeschlossen. Auf rund 135.000 Hektar wurden im Schnitt 75 Dezitonnen pro Hektar eingefahren – mehr als wetterbedingt erwartet, aber vier Dezitonnen weniger als im Vorjahr.
Beim Winterweizen, der mit etwa 305.000 Hektar die größte Anbaufläche einnimmt, sind zwei Drittel der Ernte eingebracht. Der Durchschnittsertrag liegt bei 73 Dezitonnen je Hektar, mit deutlichen regionalen Schwankungen.
Auch beim Winterraps bleibt MV hinter den bundesweiten Prognosen zurück. Nach rund 80 Prozent bearbeiteter Fläche liegt der Schnitt bei 33 Dezitonnen pro Hektar – weniger als im Vorjahr und unter dem langjährigen Mittel. Der DRV kalkuliert hier mit 36,5 Dezitonnen.
Bundesweit erwartet der DRV eine Getreideernte von rund 43 Millionen Tonnen – ein Plus von zehn Prozent gegenüber 2024. Grund seien größere Anbauflächen und höhere Hektarerträge. Auf den Brotpreis dürfte die höhere Produktion laut DRV kaum Einfluss haben, da die Rohstoffkosten nur einen geringen Teil des Endpreises ausmachen.



