MV Trend:
AfD überholt alle: Partei bei 38 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern
Die AfD liegt in Mecklenburg-Vorpommern mit 38 Prozent klar vorn, die SPD stürzt auf 19 Prozent ab. CDU stagniert, Linke legt leicht zu. Schwesig bleibt beliebt, doch ihre Regierung verliert

Die politischen Kräfteverhältnisse in Mecklenburg-Vorpommern verschieben sich dramatisch. Laut einer aktuellen Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des NDR liegt die AfD mit 38 Prozent klar an der Spitze und würde ihr Ergebnis der Landtagswahl 2021 mehr als verdoppeln. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) verliert dagegen deutlich an Rückhalt: Ihre Partei kommt nur noch auf 19 Prozent – ein Absturz auf die Hälfte des letzten Wahlergebnisses.
CDU stagniert – Linke und AfD legen zu
Auch die CDU kann aus der Schwäche der SPD keinen Nutzen ziehen. Mit 13 Prozent bleibt sie auf dem historischen Tiefststand von 2021 hängen. Leichte Zugewinne verzeichnet hingegen die Linke, die mit 12 Prozent wieder zweistellig wird. Für die Grünen könnte es eng werden: Mit fünf Prozent liegen sie nur knapp über der Sperrklausel. Die neue Partei BSW verliert an Schwung und fällt auf sieben Prozent zurück. Die FDP spielt in der politischen Landschaft keine Rolle mehr.
Seit September 2023 führt die AfD in allen MV-Trends. Bereits bei der Bundestagswahl im Februar 2025 lag sie in Mecklenburg-Vorpommern mit 35 Prozent vorn und holte sämtliche Direktmandate. Auch die Kommunalwahl im Juni entschied sie für sich. Nun baut die Partei ihren Vorsprung weiter aus. AfD-Landeschef Leif-Erik Holm tritt zudem im Wahlkreis Schwerin direkt gegen Schwesig an – und könnte ihr das Mandat streitig machen.
Regierungsbildung schwierig
Die bisherige rot-rote Koalition aus SPD und Linken wäre mit diesen Zahlen abgewählt. Eine Regierungsmehrheit ohne AfD, die vom Bundesverfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft wird, wäre nur mit einem Bündnis von mindestens vier Parteien möglich – rechnerisch etwa SPD, CDU, Linke und Grüne oder eine Variante mit dem BSW. Beide Modelle gelten jedoch als politisch äußerst schwierig: Die CDU schließt eine Zusammenarbeit mit der Linken bislang aus, und zwischen Linke und BSW herrscht Konkurrenz statt Einigkeit.
Während die Landesregierung insgesamt an Rückhalt verliert – nur 40 Prozent der Befragten sind mit ihrer Arbeit zufrieden, 57 Prozent unzufrieden –, kann Schwesig persönlich punkten. Mit einem Bekanntheitsgrad von 94 Prozent und Zustimmungswerten von 50 Prozent liegt sie deutlich vor anderen Spitzenpolitikern im Land. Linken-Fraktionschefin Simone Oldenburg erreicht 60 Prozent Bekanntheit, CDU-Chef Daniel Peters ist mit 32 Prozent kaum bekannt.
Die Befragung wurde zwischen dem 18. und 23. September 2025 unter 1.151 Wahlberechtigten in Mecklenburg-Vorpommern durchgeführt – 674 telefonisch, 477 online. Die Schwankungsbreite liegt bei zwei bis drei Prozentpunkten.



