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Wahl wird geprüft:
Nachzählung in Schwerin – Sechs Wahlbezirke werden erneut ausgezählt

In sechs Schweriner Wahlbezirken werden heute die Stimmen noch einmal gezählt. Zahlen können sich dadurch ändern – das Direktmandat in Schwerin I aber vermutlich nicht mehr.

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  • Veröffentlicht September 23, 2026
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Nachzählung in Schwerin
Im Schw­er­iner Stadthaus wer­den heute sechs Wahlbezirke nachgezählt. Foto: Ste­fan Rochow

 


In Kürze:

  • In sechs Schw­er­iner Wahlbezirken wer­den heute die Stim­men der Land­tagswahl erneut gezählt.
  • In Schw­erin I gewann Manuela Schwe­sig mit 54,4 Prozent der Erst­stim­men deut­lich vor Leif-Erik Holm mit 28,2 Prozent. Dieser Abstand kann durch die Nachzäh­lung ver­mut­lich nicht mehr aufge­holt wer­den.
  • Offen ist, warum ger­ade diese sechs Bezirke über­prüft wer­den und wie viele Stim­men sich durch die Nachzäh­lung tat­säch­lich verän­dern.

 

In Schw­erin wer­den heute Teile der Land­tagswahl noch ein­mal aus­gezählt. Stadt­wahllei­t­erin Juliane Rick­ert hat für Mittwoch, 23. Sep­tem­ber, eine Nachzäh­lung in sechs Wahlbezirken ange­ord­net. Betrof­fen sind Gebi­ete in der West­stadt, in Lankow, Kreb­s­för­den, Wüst­mark, auf dem Großen Dreesch und in den Göhren­er Tan­nen.

Los geht es heute um 10 Uhr im Stadthaus am Pack­hof. Die Nachzäh­lung ist öffentlich. Die Stadt­wahllei­t­erin begrün­det den Schritt damit, dass das endgültige Wahlergeb­nis ord­nungs­gemäß fest­gestellt wer­den soll.

Warum aus­gerech­net diese sechs Wahlbezirke aus­gewählt wur­den, sagt die Bekan­nt­machung nicht. Auch von Fehlern oder anderen Auf­fäl­ligkeit­en bei der Auszäh­lung am Son­ntag ist darin nicht die Rede. Deshalb ist bis­lang offen, was den Auss­chlag für die erneute Zäh­lung gegeben hat.

Fest ste­ht: Bei ein­er Nachzäh­lung kön­nen sich Stim­men­zahlen verän­dern. Das bedeutet aber nicht automa­tisch, dass anschließend ein ander­er Kan­di­dat gewählt ist oder sich das Ergeb­nis der Land­tagswahl grundle­gend ver­schiebt. Entschei­dend ist, wie viele Stim­men nach der erneuten Prü­fung anders gezählt wer­den.

Hier wird heute nachgezählt

In Schw­erin I wer­den drei Ergeb­nisse noch ein­mal über­prüft: West­stadt III, West­stadt VI und der Briefwahlbezirk 903 für Lankow II und Lankow III.

In Schw­erin II bet­rifft die Nachzäh­lung Kreb­s­för­den IV/Wüstmark, Großer Dreesch I sowie Großer Dreesch IV/Göhrener Tan­nen.

Es wird also nicht die gesamte Wahl in Schw­erin neu aus­gezählt. Auf den Tisch kom­men nur die Stim­mzettel aus diesen sechs Bezirken.

Große Verschiebung in Schwerin I ausgeschlossen

Am Direk­t­man­dat im Wahlkreis Schw­erin I wird die Nachzäh­lung nichts ändern. Manuela Schwe­sig (SPD) erhielt 54,4 Prozent der Erst­stim­men, Leif-Erik Holm (AfD) 28,2 Prozent. Der Abstand beträgt 26,2 Prozent­punk­te.

Nachgezählt wer­den in diesem Wahlkreis zudem nur drei Bezirke: West­stadt III, West­stadt VI sowie der gemein­same Briefwahlbezirk für Lankow II und III. Angesichts des deut­lichen Vor­sprungs von Schwe­sig kön­nen mögliche Kor­rek­turen in diesen Bezirken das Direk­t­man­dat nicht mehr verän­dern.


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Auswirkun­gen kann die Nachzäh­lung den­noch auf die Ergeb­nisse der einzel­nen Bezirke haben. Wer­den Stim­men bei der erneuten Prü­fung anders bew­ertet oder zuge­ord­net, kön­nen sich dort Stim­men­zahlen und Prozen­twerte ver­schieben. Bei knap­pen Abstän­den kön­nte dadurch auch eine andere Partei in einem Bezirk vorne liegen.

Für das Gesamtergeb­nis des Wahlkreis­es wären solche Verän­derun­gen jedoch erst dann von größer­er Bedeu­tung, wenn eine entsprechend hohe Zahl von Stim­men betrof­fen wäre. Im Duell zwis­chen Schwe­sig und Holm ist der Abstand dafür deut­lich zu groß.

Lankow zeigt die Unterschiede

Wie unter­schiedlich die Ergeb­nisse schon inner­halb eines Stadt­teils aus­fall­en kön­nen, zeigt Lankow. In Lankow II kam die SPD bei den Zweit­stim­men auf 38,0 Prozent, die AfD auf 34,1 Prozent. In Lankow III war es umgekehrt: Dort erre­ichte die AfD 42,8 Prozent, die SPD 35,1 Prozent.

Nachgezählt wer­den allerd­ings nicht die Urnen­stim­men aus diesen bei­den Bezirken. Über­prüft wird der Briefwahlbezirk 903, in dem Briefwäh­ler aus Lankow II und Lankow III gemein­sam erfasst sind.

Das Beispiel zeigt auch, warum Verän­derun­gen bei ein­er Nachzäh­lung vor­sichtig ein­ge­ord­net wer­den müssen. Schon inner­halb eines Stadt­teils kön­nen sich die Ergeb­nisse deut­lich unter­schei­den. Aus eini­gen kor­rigierten Stim­men lässt sich deshalb noch kein neuer poli­tis­ch­er Trend für Lankow oder ganz Schw­erin ableit­en.

Was sich tatsächlich ändern kann

Bei der heuti­gen Nachzäh­lung geht es damit vor allem um die genaue Zahl der Stim­men. Denkbar ist beispiel­sweise, dass einzelne Stim­mzettel bei der erneuten Prü­fung anders bew­ertet wer­den oder eine Stimme zuvor nicht richtig zuge­ord­net wurde.

Erst nach der Nachzäh­lung lässt sich sagen, ob es über­haupt solche Abwe­ichun­gen gibt. Bleibt es bei weni­gen Stim­men, dürfte sich am Gesamt­bild der Wahl wenig ändern. Fall­en die Unter­schiede größer aus, stellt sich dage­gen die Frage, wie sie ent­standen sind.

Für das lan­desweite Ergeb­nis gilt das noch stärk­er. Die sechs Schw­er­iner Bezirke machen nur einen kleinen Teil aller Stim­men in Meck­len­burg-Vor­pom­mern aus. Änderun­gen dort fließen zwar in das endgültige Ergeb­nis ein, führen aber nicht automa­tisch zu ein­er größeren Ver­schiebung im Land.

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Die entschei­dende Zahl ste­ht deshalb noch aus: Wie viele Stim­men wer­den nach der erneuten Auszäh­lung anders ver­bucht als bish­er?

Ein Ver­gle­ich der alten und neuen Ergeb­nisse wird zeigen, ob es lediglich kleinere Kor­rek­turen gibt oder ob die Abwe­ichun­gen größer sind. Dann dürfte auch die Frage wichtiger wer­den, weshalb ger­ade diese sechs Bezirke für die Nachzäh­lung aus­gewählt wur­den.

Darauf gibt die Bekan­nt­machung bis­lang keine Antwort. Die Stadt­wahllei­t­erin nen­nt lediglich die ord­nungs­gemäße Fest­stel­lung des endgülti­gen Wahlergeb­niss­es als Grund. Damit geht es heute weniger darum, ob die Land­tagswahl in Schw­erin plöt­zlich einen anderen Aus­gang nimmt. Entschei­dend ist, ob die erneute Auszäh­lung die bish­eri­gen Zahlen bestätigt  oder ob und in welchem Umfang sie kor­rigiert wer­den müssen.


Transparenzhinweis

Aktu­al­isierung, 23. Sep­tem­ber: Die Nachzäh­lung der sechs Schw­er­iner Wahlbezirke ist inzwis­chen abgeschlossen. Nach Angaben der Stadt wur­den keine nen­nenswerten Abwe­ichun­gen von den am Wahlson­ntag gemelde­ten Ergeb­nis­sen fest­gestellt. Die Stadt­wahllei­t­erin hat inzwis­chen auch den Grund für die Nachzäh­lung genan­nt: In den betrof­fe­nen Bezirken gab es entwed­er Abwe­ichun­gen zwis­chen den Schnellmel­dun­gen und den Nieder­schriften der Wahlvorstände oder die Angaben ließen sich wegen der Qual­ität der Nieder­schriften nicht ein­deutig abgle­ichen.

Die Ergeb­nisse wer­den dem Wahlauss­chuss vorgelegt. Dieser soll am Fre­itag um 11 Uhr in öffentlich­er Sitzung im Stadthaus das amtliche Endergeb­nis für die bei­den Schw­er­iner Wahlkreise fest­stellen.

Nach Angaben der Stadt sind Nachzäh­lun­gen grund­sät­zlich nicht ungewöhn­lich. Die Häu­fung bei dieser Wahl kön­nte mit dem Ein­satz viel­er neuer Wahlhelfer zusam­men­hän­gen. Die Stadt­wahlleitung will deshalb noch prüfen, ob die betrof­fe­nen Wahlvorstände an den ange­bote­nen Schu­lun­gen teilgenom­men hat­ten.

Hin­weis der Redak­tion: Der fol­gende Artikel wurde vor Beginn der Nachzäh­lung veröf­fentlicht und ord­net auf Grund­lage der zu diesem Zeit­punkt vor­liegen­den Infor­ma­tio­nen ein, welche Auswirkun­gen mögliche Verän­derun­gen auf das Wahlergeb­nis haben kön­nten. Die damals noch offene Frage nach dem Anlass der Nachzäh­lung hat die Stadt inzwis­chen beant­wortet.