Nahverkehr konnte 2017 bei Fahrgästen zulegen

Dem Nahverkehr ging es im vergangenen Jahr gut. 2,4 Prozent mehr Fahrgäste als 2016 nutzen die öffentlichen Verkehrsmittel in der Landeshauptstadt. Zuschüsse können an die Stadt zurückfließen. 2019 müssen sich die Fahrgäste aber auf Fahrpreiserhöhungen einstellen.

 

Mit dem vergangenen Jahr kann der Schweriner Nahverkehr zufrieden sein: 16 936 204 Fahrgäste beförderte das Unternehmen. Das waren 2,4 Prozent mehr als 2016. Vor allem die Straßenbahnlinie 2 ist es, die eine hohe Frequentierung verzeichnen kann. Zugelegt hat aber auch die Linie 3. 

Unter den Buslinien ist es vor allem die Linie 9 (Stauffenbergstraße – Stern Buchholz), die an Fahrgästen zulegen konnte. Bisher fährt der Bus an Werktagen zehn Mal am Tag in einem Abstand von eins bis zwei Stunden und am Wochenende lediglich drei Mal am Tag. Das möchte der Nahverkehr nun verändern und den Takt ab April noch einmal verdichten.

 

Taktung wird ab August verändert

 

Vermutlich wird es aber auch auf anderen Strecken eine Veränderung der Taktung oder der Linienführung gebe. Wie diese aussehen können, darüber wird sich die Fahrplankonferenz bis zum Fahrplanwechsel im August verständigen. 

NVS-Geschäftsführer Wilfried Eisenberg hat aber noch weitere Pläne mit dem Unternehmen. Bus- und Bahnfahren möchte er attraktiver machen. So sei beispielsweise eine Anzeigentafel am Hauptbahnhof geplant, die einen Überblick über Bus- und Bahnfahrten geben wird. Weiter arbeitet der NVS im Moment daran, dass man Fahrscheine in Zukunft auch über das Mobiltelefon und kontaktlos per EC-Karte zahlen kann. Hier ist das Verkehrsunternehmen aber noch auf der Suche nach geeigneten Anbietern. 

Die Stadt selbst dürfte sich über das gute Ergebnis des städtischen Nahverkehrs ebenfalls freuen, denn 200.000 Euro städtischer Zuschuss fließt in die Stadtkassen zurück. Angesichts des erwirtschafteten Überschuss werden auch die Ticketpreise in diesem Jahr stabil bleiben. 

 

2019 kommen Fahrpreiserhöhungen 

 

Für das kommende Jahr kündigt Eisenberg allerdings schon einen Preisanstieg um zwei Prozent an. Für welche Fahrscheine der Kunde dann tiefer in die Tasche greifen muss, ist noch unklar. 

Mit zwei Prozent Erhöhung läge der Nahverkehr allerdings unter der damaligen Empfehlung des Beratenden Beauftragten. Dieser hatte 2014 vorgeschlagen, dass der Zuschuss der Stadt an seinen Nahverkehr schrittweise reduziert und durch Erhöhung der Fahrpreise  kompensiert werden soll. So wurde 2015 der Fahrpreis um 20 Prozent erhöht. Zukünftig, so die damalige Empfehlung des Beratenden Beauftragten, solle man ab 2016 alle zwei Jahre die Fahrpreise um fünf Prozent erhöhen. 

Eine gute Entscheidung war es auch, dass den Bewohnern in der Asylunterkunft in Stern-Buchholz ein pauschaler Betrag für Fahrkarten vom Taschengeld abgezogen wird. Dadurch habe man die Schwarzfahrer-Quote in Schwerin reduzieren können, die 2017 bei lediglich 0,92 Prozent lag. 

 

 

 

Stefan Rochow

Journalist, Unternehmer und Gründer der digitalen Tageszeitung Schwerin-Lokal.de. Sie erreichen mich per E-Mail unter redaktion@schwerinlokal.de

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