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Wachstum im Industriepark:
Nestlé Schwerin steigert Produktion auf 2,3 Milliarden Kaffeekapseln

Nestlé baut die Produktion in Schwerin deutlich aus. Ab 2027 sollen jährlich 500 Millionen Kaffeekapseln mehr hergestellt werden. Dafür entstehen rund 50 neue Arbeitsplätze.

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  • Veröffentlicht September 1, 2026
Das Nescafé-Dolce-Gus­to-Werk im Schw­er­iner Indus­triepark: Nestlé will die Pro­duk­tion ab 2027 deut­lich erhöhen und dafür rund 50 zusät­zliche Mitar­beit­er ein­stellen. Foto: Nestlé


In Kürze:

  • Nestlé erhöht die Pro­duk­tion in Schw­erin ab 2027 von 1,8 auf 2,3 Mil­liar­den Kaf­feekapseln pro Jahr.
  • Rund 50 neue Beschäftigte sollen eingestellt wer­den; drei Pro­duk­tion­slin­ien wech­seln dafür in den Vier-Schicht-Betrieb.
  • Schw­erin übern­immt zusät­zliche Auf­gaben inner­halb des Nestlé-Pro­duk­tion­snet­zes. Herkun­ft der Pro­duk­tion­s­men­gen und Investi­tion­ssumme sind bis­lang nicht bekan­nt.

 

Nestlé weit­et die Pro­duk­tion in seinem Schw­er­iner Werk deut­lich aus. Der Lebens­mit­telkonz­ern will dort ab 2027 jährlich rund 2,3 Mil­liar­den Kaf­feekapseln für Nescafé Dolce Gus­to her­stellen. Das sind etwa 500 Mil­lio­nen Kapseln oder 28 Prozent mehr als bis­lang. Gle­ichzeit­ig sollen rund 50 neue Arbeit­splätze entste­hen.

Der Stan­dort im Schw­er­iner Indus­triepark pro­duziert derzeit rund 1,8 Mil­liar­den Kapseln im Jahr. Rund 350 Men­schen arbeit­en dort, darunter 18 Auszu­bildende. Mit den geplanten Ein­stel­lun­gen kön­nte die Belegschaft auf etwa 400 Beschäftigte wach­sen.

Hin­ter dem Aus­bau ste­ht eine Entschei­dung inner­halb des inter­na­tionalen Pro­duk­tion­snet­zes von Nestlé. Das Schw­er­iner Werk übern­immt nach Angaben des Unternehmens zusät­zliche Pro­duk­tion­sauf­gaben. Welche Men­gen bis­lang an anderen Stan­dorten gefer­tigt wer­den und von wo sie nach Schw­erin ver­lagert wer­den, teilte Nestlé nicht mit.

„Schw­erin hat sich in den ver­gan­genen Jahren zu ein­er zen­tralen Pro­duk­tion­sstätte inner­halb des inter­na­tionalen Net­zw­erks entwick­elt und wir sehen hier weit­eres Poten­zial“, erk­lärt Alexan­der von Mail­lot, Vor­standsvor­sitzen­der von Nestlé Deutsch­land. Warum die zusät­zlichen Pro­duk­tion­s­men­gen konkret nach Schw­erin gehen, erläutert das Unternehmen darüber hin­aus bis­lang nicht.

Nestlé Schwerin stellt drei Linien auf vier Schichten um

Um die zusät­zlichen Men­gen pro­duzieren zu kön­nen, sollen drei der ins­ge­samt zehn Fer­ti­gungslin­ien vom Drei-Schicht- auf einen Vier-Schicht-Betrieb umgestellt wer­den. Hinzu kom­men am Stan­dort acht Ver­pack­ungslin­ien. Ins­ge­samt wer­den in Schw­erin derzeit 28 ver­schiedene Kapsel­sorten der Marke Nescafé Dolce Gus­to für unter­schiedliche Märk­te hergestellt.

Für die höhere Aus­las­tung braucht Nestlé zusät­zlich­es Per­son­al. Gesucht wer­den Maschi­nen- und Anla­gen­führer, Mecha­tron­iker, Elek­trik­er beziehungsweise Elek­tron­iker sowie Mitar­beit­er für die Logis­tik. Die ersten neuen Beschäf­ti­gungsver­hält­nisse sollen ab dem 1. Okto­ber begin­nen.

Wie viele der rund 50 Stellen eine abgeschlossene Fachaus­bil­dung voraus­set­zen und für wie viele Arbeit­splätze auch angel­ernte Kräfte infrage kom­men, geht aus der Mit­teilung nicht her­vor. Ger­ade bei tech­nis­chen Berufen dürfte die Per­son­al­gewin­nung damit zu ein­er wichti­gen Frage für den Aus­bau wer­den.

Werk in Schwerin wächst seit 2014

Nestlé nahm das Werk im Schw­er­iner Indus­triepark 2014 in Betrieb. Seit­dem wur­den dort nach Unternehmen­sangaben ins­ge­samt rund 20 Mil­liar­den Kaf­feekapseln hergestellt.

Für den Wirtschafts­stan­dort Schw­erin ist deshalb nicht allein die Zahl der zusät­zlichen Arbeit­splätze von Bedeu­tung. Bemerkenswert ist vor allem, dass Nestlé weit­ere Pro­duk­tion­s­men­gen inner­halb seines inter­na­tionalen Net­zw­erks nach Schw­erin überträgt. Damit erhält das Werk zusät­zliche Auf­gaben inner­halb des Konz­erns.

Werkleit­er Thomas Kolodzin­sky ver­weist auf die steigen­den Pro­duk­tion­s­men­gen. „Mit der pos­i­tiv­en Entwick­lung unser­er Volu­mi­na eröff­nen wir Men­schen in Schw­erin und der Region neue beru­fliche Per­spek­tiv­en“, sagt er.

Investitionssumme für Schwerin bleibt offen

Wie viel Nestlé konkret in die aktuelle Pro­duk­tion­sausweitung in Schw­erin investiert, nen­nt das Unternehmen nicht. In der Mit­teilung ver­weist der Konz­ern lediglich darauf, jährlich ins­ge­samt rund 60 bis 90 Mil­lio­nen Euro in Mod­ernisierung, Weit­er­en­twick­lung und Zukun­ftssicherung sein­er Werke zu investieren. Welch­er Anteil davon nach Schw­erin fließt, bleibt offen.

Unklar ist eben­falls, ob für die zusät­zlichen Pro­duk­tion­s­men­gen neben der höheren Aus­las­tung beste­hen­der Anla­gen weit­ere Investi­tio­nen in Fer­ti­gungslin­ien, Gebäude oder Flächen geplant sind.

Nach Unternehmen­sangaben stammt der Strom für die Pro­duk­tion in Schw­erin voll­ständig aus erneuer­baren Energien. Die Kaf­fee­bohnen wer­den am Stan­dort geröstet, gemahlen und anschließend weit­er­ver­ar­beit­et.

Für die weit­ere Entwick­lung des Werks bleiben damit vor allem drei Fra­gen: Woher kom­men die zusät­zlichen Pro­duk­tion­s­men­gen, warum hat sich Nestlé inner­halb seines Pro­duk­tion­snet­zes für Schw­erin entsch­ieden und welche Investi­tio­nen sind mit dieser Entschei­dung ver­bun­den?