Wachstum im Industriepark:
Nestlé Schwerin steigert Produktion auf 2,3 Milliarden Kaffeekapseln
Nestlé baut die Produktion in Schwerin deutlich aus. Ab 2027 sollen jährlich 500 Millionen Kaffeekapseln mehr hergestellt werden. Dafür entstehen rund 50 neue Arbeitsplätze.

In Kürze:
- Nestlé erhöht die Produktion in Schwerin ab 2027 von 1,8 auf 2,3 Milliarden Kaffeekapseln pro Jahr.
- Rund 50 neue Beschäftigte sollen eingestellt werden; drei Produktionslinien wechseln dafür in den Vier-Schicht-Betrieb.
- Schwerin übernimmt zusätzliche Aufgaben innerhalb des Nestlé-Produktionsnetzes. Herkunft der Produktionsmengen und Investitionssumme sind bislang nicht bekannt.
Nestlé weitet die Produktion in seinem Schweriner Werk deutlich aus. Der Lebensmittelkonzern will dort ab 2027 jährlich rund 2,3 Milliarden Kaffeekapseln für Nescafé Dolce Gusto herstellen. Das sind etwa 500 Millionen Kapseln oder 28 Prozent mehr als bislang. Gleichzeitig sollen rund 50 neue Arbeitsplätze entstehen.
Der Standort im Schweriner Industriepark produziert derzeit rund 1,8 Milliarden Kapseln im Jahr. Rund 350 Menschen arbeiten dort, darunter 18 Auszubildende. Mit den geplanten Einstellungen könnte die Belegschaft auf etwa 400 Beschäftigte wachsen.
Hinter dem Ausbau steht eine Entscheidung innerhalb des internationalen Produktionsnetzes von Nestlé. Das Schweriner Werk übernimmt nach Angaben des Unternehmens zusätzliche Produktionsaufgaben. Welche Mengen bislang an anderen Standorten gefertigt werden und von wo sie nach Schwerin verlagert werden, teilte Nestlé nicht mit.
„Schwerin hat sich in den vergangenen Jahren zu einer zentralen Produktionsstätte innerhalb des internationalen Netzwerks entwickelt und wir sehen hier weiteres Potenzial“, erklärt Alexander von Maillot, Vorstandsvorsitzender von Nestlé Deutschland. Warum die zusätzlichen Produktionsmengen konkret nach Schwerin gehen, erläutert das Unternehmen darüber hinaus bislang nicht.
Nestlé Schwerin stellt drei Linien auf vier Schichten um
Um die zusätzlichen Mengen produzieren zu können, sollen drei der insgesamt zehn Fertigungslinien vom Drei-Schicht- auf einen Vier-Schicht-Betrieb umgestellt werden. Hinzu kommen am Standort acht Verpackungslinien. Insgesamt werden in Schwerin derzeit 28 verschiedene Kapselsorten der Marke Nescafé Dolce Gusto für unterschiedliche Märkte hergestellt.
Für die höhere Auslastung braucht Nestlé zusätzliches Personal. Gesucht werden Maschinen- und Anlagenführer, Mechatroniker, Elektriker beziehungsweise Elektroniker sowie Mitarbeiter für die Logistik. Die ersten neuen Beschäftigungsverhältnisse sollen ab dem 1. Oktober beginnen.
Wie viele der rund 50 Stellen eine abgeschlossene Fachausbildung voraussetzen und für wie viele Arbeitsplätze auch angelernte Kräfte infrage kommen, geht aus der Mitteilung nicht hervor. Gerade bei technischen Berufen dürfte die Personalgewinnung damit zu einer wichtigen Frage für den Ausbau werden.
Werk in Schwerin wächst seit 2014
Nestlé nahm das Werk im Schweriner Industriepark 2014 in Betrieb. Seitdem wurden dort nach Unternehmensangaben insgesamt rund 20 Milliarden Kaffeekapseln hergestellt.
Für den Wirtschaftsstandort Schwerin ist deshalb nicht allein die Zahl der zusätzlichen Arbeitsplätze von Bedeutung. Bemerkenswert ist vor allem, dass Nestlé weitere Produktionsmengen innerhalb seines internationalen Netzwerks nach Schwerin überträgt. Damit erhält das Werk zusätzliche Aufgaben innerhalb des Konzerns.
Werkleiter Thomas Kolodzinsky verweist auf die steigenden Produktionsmengen. „Mit der positiven Entwicklung unserer Volumina eröffnen wir Menschen in Schwerin und der Region neue berufliche Perspektiven“, sagt er.
Investitionssumme für Schwerin bleibt offen
Wie viel Nestlé konkret in die aktuelle Produktionsausweitung in Schwerin investiert, nennt das Unternehmen nicht. In der Mitteilung verweist der Konzern lediglich darauf, jährlich insgesamt rund 60 bis 90 Millionen Euro in Modernisierung, Weiterentwicklung und Zukunftssicherung seiner Werke zu investieren. Welcher Anteil davon nach Schwerin fließt, bleibt offen.
Unklar ist ebenfalls, ob für die zusätzlichen Produktionsmengen neben der höheren Auslastung bestehender Anlagen weitere Investitionen in Fertigungslinien, Gebäude oder Flächen geplant sind.
Nach Unternehmensangaben stammt der Strom für die Produktion in Schwerin vollständig aus erneuerbaren Energien. Die Kaffeebohnen werden am Standort geröstet, gemahlen und anschließend weiterverarbeitet.
Für die weitere Entwicklung des Werks bleiben damit vor allem drei Fragen: Woher kommen die zusätzlichen Produktionsmengen, warum hat sich Nestlé innerhalb seines Produktionsnetzes für Schwerin entschieden und welche Investitionen sind mit dieser Entscheidung verbunden?


