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Landtagswahl:
Neue Fraktionen im Landtag MV wählen ihre Führungen

Nach der Landtagswahl haben sich die vier Fraktionen im Schweriner Landtag neu aufgestellt. SPD, AfD und Linke wählten ihre Führungen, die Grünen bestimmten zunächst einen kommissarischen Vorstand.

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  • Veröffentlicht September 23, 2026
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Schweriner Schloss erlebt umfassende Restauration: Erzengel und Kuppel erhalten neue Pracht.
Die Frak­tio­nen im Schw­er­iner Schloss haben gestern ihre Vorstaände gewählt. Foto: pri­vat

 


In Kürze:

  • Enri­co Schult führt die 32-köp­fige AfD-Frak­tion, Julian Barlen bleibt Vor­sitzen­der der 29-köp­fi­gen SPD-Frak­tion.
  • Hen­nis Herb­st übern­immt den Vor­sitz der fün­fköp­fi­gen Links­frak­tion, Wenke Brüdgam wird seine Stel­lvertreterin.
  • Clau­dia Müller führt die fünf Grü­nen-Abge­ord­neten zunächst kom­mis­sarisch. Der reg­uläre Vor­stand soll am 6. Okto­ber gewählt wer­den.

 

Nach der Land­tagswahl in Meck­len­burg-Vor­pom­mern stellen sich die vier Frak­tio­nen im Schw­er­iner Land­tag für die neue Wahlpe­ri­ode auf. SPD, AfD und Linke haben bei ihren ersten Frak­tion­ssitzun­gen ihre Vorstände gewählt. Die Grü­nen bes­timmten zunächst eine kom­mis­sarische Führung; die reg­uläre Vor­standswahl soll am 6. Okto­ber fol­gen.

Bei der SPD bleibt Julian Barlen Frak­tionsvor­sitzen­der. Die 29 Abge­ord­neten wählten ihn nach Angaben der Frak­tion mit deut­lich­er Mehrheit und ohne Gegen­stimme erneut an die Spitze. Auch Philipp da Cun­ha bleibt Par­la­men­tarisch­er Geschäfts­führer. Barlen führt die SPD-Frak­tion bere­its seit Novem­ber 2021.

Die mit 32 Abge­ord­neten größte Frak­tion stellt kün­ftig die AfD. Sie wählte Enri­co Schult zum Frak­tionsvor­sitzen­den. Thore Stein bleibt Par­la­men­tarisch­er Geschäfts­führer. Zu stel­lvertre­tenden Frak­tionsvor­sitzen­den wur­den San­dra Graf, Stef­fi Burmeis­ter, Thomas Naulin und Sarah Hoge gewählt, Mar­tin Schmidt übern­immt die Auf­gabe des Finanzvor­stands.

Auch die fünf Abge­ord­neten der Linken haben ihren Vor­stand bes­timmt. Neuer Frak­tionsvor­sitzen­der ist der Lan­desvor­sitzende Hen­nis Herb­st. Wenke Brüdgam wurde zu sein­er Stel­lvertreterin gewählt. Kom­plet­tiert wird der Vor­stand durch Jacque­line Bern­hardt als Par­la­men­tarische Geschäfts­führerin.

Barlen bleibt an der SPD-Spitze

Bei der SPD set­zt die neue Frak­tion damit zunächst auf Kon­ti­nu­ität. Barlen ste­ht seit knapp fünf Jahren an der Spitze der Land­tags­frak­tion. Der Volk­swirt gehört dem Land­tag seit 2019 wieder an, nach­dem er bere­its von 2011 bis 2016 Abge­ord­neter gewe­sen war.

Auch bei der par­la­men­tarischen Geschäfts­führung gibt es keinen Wech­sel. Philipp da Cun­ha wurde auf Vorschlag Bar­lens erneut in das Amt gewählt. Der Par­la­men­tarische Geschäfts­führer koor­diniert einen wesentlichen Teil der organ­isatorischen und par­la­men­tarischen Arbeit ein­er Frak­tion.

Mit 29 Abge­ord­neten stellt die SPD nach dem Ver­lust ihrer bish­eri­gen Posi­tion als stärk­ste Kraft nun die zweit­größte Frak­tion des Land­tags. Neben der Organ­i­sa­tion der par­la­men­tarischen Arbeit laufen zugle­ich die Vor­bere­itun­gen für Gespräche über die Bil­dung ein­er neuen Lan­desregierung.

Schult führt größte Fraktion

Bei der AfD übern­immt Enri­co Schult die Führung der neuen Land­tags­frak­tion. Der Lan­desvor­sitzende gehörte bere­its dem bish­eri­gen Land­tag an und war Spitzenkan­di­dat sein­er Partei bei der Land­tagswahl.

Die neue AfD-Frak­tion umfasst 32 Abge­ord­nete und ist damit die größte im neuen Lan­despar­la­ment. 22 ihrer Mit­glieder wur­den nach Angaben der Frak­tion direkt in ihren Wahlkreisen gewählt. Neben Schult und dem Par­la­men­tarischen Geschäfts­führer Thore Stein gehören vier Stel­lvertreter sowie Finanzvor­stand Mar­tin Schmidt der Frak­tions­führung an.

Mit der Wahl Schults ist zugle­ich gek­lärt, dass Leif-Erik Holm, der im Wahlkampf gemein­sam mit Schult eine zen­trale Rolle für die AfD spielte, nicht an der Spitze der Land­tags­frak­tion ste­ht. Holm gehört dem neuen Land­tag nicht als Abge­ord­neter an. Er beliebt Bun­destagsab­ge­ord­neter in Berlin.

Herbst übernimmt Linken-Fraktion

Bei der Linken gibt es einen Wech­sel an der Frak­tion­sspitze. Hen­nis Herb­st übern­immt den Vor­sitz der fün­fköp­fi­gen Frak­tion. Der Lan­desvor­sitzende zieht nach der Land­tagswahl neu in das Lan­despar­la­ment ein. Zu sein­er Stel­lvertreterin wählten die Abge­ord­neten Wenke Brüdgam. Die bish­erige Jus­tizmin­is­terin Jacque­line Bern­hardt übern­immt die par­la­men­tarische Geschäfts­führung.

Nach sein­er Wahl kündigte Herb­st an, die poli­tis­che Arbeit der kom­menden fünf Jahre neu auszuricht­en. Ein „Weit­er so“ dürfe es aus sein­er Sicht nicht geben. Die demokratis­chen Frak­tio­nen müssten sich damit auseinan­der­set­zen, wie sie auf die gestärk­te AfD reagieren. Damit ver­band Herb­st die per­son­elle Neuauf­stel­lung sein­er Frak­tion bere­its mit ein­er poli­tis­chen Schw­er­punk­t­set­zung für die neue Wahlpe­ri­ode.

Grüne bestimmen vorläufige Führung

Anders als die übri­gen drei Frak­tio­nen haben die Grü­nen ihren reg­ulären Vor­stand noch nicht gewählt. Die fün­fköp­fige Frak­tion bes­timmte für die Über­gangszeit Clau­dia Müller zur kom­mis­sarischen Vor­sitzen­den. Ole Krüger übern­immt kom­mis­sarisch den stel­lvertre­tenden Vor­sitz, Jut­ta Weg­n­er die par­la­men­tarische Geschäfts­führung.

Die endgültige Wahl des Frak­tionsvor­stands ist für den 6. Okto­ber vorge­se­hen. Bis dahin führt Müller die par­la­men­tarische Arbeit der Grü­nen. Sie war Spitzenkan­di­datin ihrer Partei bei der Land­tagswahl und wech­selt aus der Bun­de­spoli­tik in den Schw­er­iner Land­tag.

Für die Grü­nen bedeutet die neue Wahlpe­ri­ode zugle­ich die Rück­kehr als Frak­tion in das Lan­despar­la­ment. Mit Müller, Krüger und Weg­n­er ste­ht nun zunächst das Team fest, das den Auf­bau der par­la­men­tarischen Arbeit organ­isiert. Ob diese Beset­zung bei der reg­ulären Vor­standswahl beste­hen bleibt, ist noch offen.

Vier Fraktionen im neuen Landtag

Mit den ersten Frak­tion­ssitzun­gen nimmt die poli­tis­che Arbeit nach der Land­tagswahl organ­isatorisch Gestalt an. Im neuen Land­tag wer­den AfD, SPD, Linke und Grüne als Frak­tio­nen vertreten sein. Die CDU ist nach ihrem Scheit­ern an der Fünf-Prozent-Hürde erst­mals nicht mehr mit ein­er Frak­tion im Lan­despar­la­ment vertreten.

Die unter­schiedlichen Mehrheitsver­hält­nisse spiegeln sich auch in der Größe der Frak­tio­nen wider. Während die AfD mit 32 und die SPD mit 29 Abge­ord­neten den größten Teil des Par­la­ments stellen, ver­fü­gen Linke und Grüne jew­eils über fünf Man­date.

Mit der Wahl beziehungsweise vor­läu­fi­gen Bes­tim­mung der Frak­tions­führun­gen sind erste Per­son­alentschei­dun­gen gefall­en. Weit­ere fol­gen: Bei den Grü­nen ste­ht die reg­uläre Vor­standswahl noch aus. Zugle­ich begin­nen die Vor­bere­itun­gen auf die kon­sti­tu­ierende Sitzung des neuen Land­tags und die Gespräche über die kün­ftige Lan­desregierung.