Führungswechsel bei IG BAU:
Neuer Vorsitzender mit klaren Forderungen
Klaus-Peter Tiedemann ist neuer Vorsitzender der IG BAU Mecklenburg. Der 66-Jährige will sich für bessere Arbeitsbedingungen, stärkere Tarifbindung und soziale Sicherheit einsetzen.

Im Bezirksverband Mecklenburg der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt hat es einen Wechsel an der Spitze gegeben. Klaus-Peter Tiedemann ist zum neuen Bezirksvorsitzenden gewählt worden. Der 66-Jährige übernimmt das Amt für die kommenden vier Jahre und folgt damit auf seinen Vorgänger Jörg Reppin, der den Verband neun Jahre lang geleitet hatte.
Tiedemann vertritt künftig die Interessen von Beschäftigten aus verschiedenen Branchen, darunter das Bauhauptgewerbe, die Gebäudereinigung sowie die Land- und Forstwirtschaft. Nach Angaben der Arbeitsagentur sind allein in Schwerin rund 920 Menschen im Bauhauptgewerbe und etwa 810 in der Gebäudereinigung tätig.
Der neue Bezirksvorsitzende bringt langjährige Berufserfahrung mit. Er war 43 Jahre lang als Forstwirt tätig und hat zudem eine Ausbildung als Maurer absolviert. Mit seiner Wahl übernimmt er Verantwortung für zentrale arbeits- und sozialpolitische Themen in der Region.
Forderungen an Politik und Arbeitgeber
In ersten Stellungnahmen betonte Tiedemann die Bedeutung von Zusammenhalt unter den Beschäftigten. Gute Löhne und faire Arbeitsbedingungen seien keine Selbstverständlichkeit, sondern müssten gemeinsam erkämpft werden. Er rief die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dazu auf, sich aktiv für ihre Interessen einzusetzen – insbesondere vor dem Hintergrund wirtschaftlicher Unsicherheiten.
Zugleich kündigte Tiedemann an, dass sich die IG BAU Mecklenburg weiterhin in politische Diskussionen einbringen werde. Dabei verwies er unter anderem auf den Wohnungsbau, der für die Region von großer Bedeutung sei. Es brauche mehr Engagement des Bundes, um bezahlbaren Wohnraum und zusätzliche Sozialwohnungen zu schaffen.
Ein weiteres Anliegen sei die Stärkung der Tarifbindung. Tariflöhne müssten aus seiner Sicht wieder stärker zur Regel werden, um die Einkommenssituation vieler Beschäftigter nachhaltig zu verbessern.
Kritisch äußerte sich der neue Vorsitzende zu aktuellen Debatten über mögliche Einschnitte im Sozialbereich. Vorschläge wie eine Einschränkung der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, eine Abkehr vom Acht-Stunden-Tag oder eine weitere Anhebung des Renteneintrittsalters wies er zurück. Gerade in körperlich anspruchsvollen Berufen, etwa im Baugewerbe oder in der Land- und Forstwirtschaft, sei es für viele Beschäftigte bereits heute schwierig, bis zum regulären Renteneintrittsalter zu arbeiten.
Stattdessen fordert Tiedemann Reformen, die auf eine verlässliche und gerechte Altersversorgung abzielen. Eine sichere Rente sei eine zentrale Voraussetzung für soziale Stabilität und müsse entsprechend politisch gestärkt werden.




