Sa, 18. April 2026
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Führungswechsel bei IG BAU:
Neuer Vorsitzender mit klaren Forderungen

Klaus-Peter Tiedemann ist neuer Vorsitzender der IG BAU Mecklenburg. Der 66-Jährige will sich für bessere Arbeitsbedingungen, stärkere Tarifbindung und soziale Sicherheit einsetzen.

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  • Veröffentlicht April 2, 2026
Klaus Peter Tiedemann. Neuer Vorsitzender der IG Bau. Foto: IG BAU
Klaus Peter Tiede­mann. Neuer Vor­sitzen­der der IG Bau. Foto: IG BAU

 

Im Bezirksver­band Meck­len­burg der Indus­triegew­erkschaft Bauen-Agrar-Umwelt hat es einen Wech­sel an der Spitze gegeben. Klaus-Peter Tiede­mann ist zum neuen Bezirksvor­sitzen­den gewählt wor­den. Der 66-Jährige übern­immt das Amt für die kom­menden vier Jahre und fol­gt damit auf seinen Vorgänger Jörg Rep­pin, der den Ver­band neun Jahre lang geleit­et hat­te.

Tiede­mann ver­tritt kün­ftig die Inter­essen von Beschäftigten aus ver­schiede­nen Branchen, darunter das Bauhaupt­gewerbe, die Gebäud­ere­ini­gung sowie die Land- und Forstwirtschaft. Nach Angaben der Arbeit­sagen­tur sind allein in Schw­erin rund 920 Men­schen im Bauhaupt­gewerbe und etwa 810 in der Gebäud­ere­ini­gung tätig.

Der neue Bezirksvor­sitzende bringt langjährige Beruf­ser­fahrung mit. Er war 43 Jahre lang als Forstwirt tätig und hat zudem eine Aus­bil­dung als Mau­r­er absolviert. Mit sein­er Wahl übern­immt er Ver­ant­wor­tung für zen­trale arbeits- und sozialpoli­tis­che The­men in der Region.

 

Forderungen an Politik und Arbeitgeber

In ersten Stel­lung­nah­men betonte Tiede­mann die Bedeu­tung von Zusam­men­halt unter den Beschäftigten. Gute Löhne und faire Arbeits­be­din­gun­gen seien keine Selb­stver­ständlichkeit, son­dern müssten gemein­sam erkämpft wer­den. Er rief die Arbeit­nehmerin­nen und Arbeit­nehmer dazu auf, sich aktiv für ihre Inter­essen einzuset­zen – ins­beson­dere vor dem Hin­ter­grund wirtschaftlich­er Unsicher­heit­en.

Zugle­ich kündigte Tiede­mann an, dass sich die IG BAU Meck­len­burg weit­er­hin in poli­tis­che Diskus­sio­nen ein­brin­gen werde. Dabei ver­wies er unter anderem auf den Woh­nungs­bau, der für die Region von großer Bedeu­tung sei. Es brauche mehr Engage­ment des Bun­des, um bezahlbaren Wohn­raum und zusät­zliche Sozial­woh­nun­gen zu schaf­fen.

Ein weit­eres Anliegen sei die Stärkung der Tar­if­bindung. Tar­i­flöhne müssten aus sein­er Sicht wieder stärk­er zur Regel wer­den, um die Einkom­menssi­t­u­a­tion viel­er Beschäftigter nach­haltig zu verbessern.

Kri­tisch äußerte sich der neue Vor­sitzende zu aktuellen Debat­ten über mögliche Ein­schnitte im Sozial­bere­ich. Vorschläge wie eine Ein­schränkung der Lohn­fortzahlung im Krankheits­fall, eine Abkehr vom Acht-Stun­den-Tag oder eine weit­ere Anhebung des Rentenein­trittsalters wies er zurück. Ger­ade in kör­per­lich anspruchsvollen Berufen, etwa im Baugewerbe oder in der Land- und Forstwirtschaft, sei es für viele Beschäftigte bere­its heute schwierig, bis zum reg­ulären Rentenein­trittsalter zu arbeit­en.

Stattdessen fordert Tiede­mann Refor­men, die auf eine ver­lässliche und gerechte Altersver­sorgung abzie­len. Eine sichere Rente sei eine zen­trale Voraus­set­zung für soziale Sta­bil­ität und müsse entsprechend poli­tisch gestärkt wer­den.