Stadt setzt auf frühzeitige Beratung bei Bauprojekten:
Neuer Welterbebeirat für Schwerin
Ab 2026 soll ein sechsköpfiges Expertengremium Planungen im Welterbegebiet begleiten und Konflikte frühzeitig entschärfen.

In Schwerin entsteht ein neues Gremium, das künftig über die Entwicklung in der Welterbe-Zone wachen soll: Der Welterbebeirat. Damit folgt die Landeshauptstadt dem Beispiel anderer UNESCO-Welterbe-Städte wie Wismar, Stralsund und Lübeck, wo sich vergleichbare Beiräte bereits bewährt haben. Der Beirat soll Planungen und Bauvorhaben im Welterbegebiet und dessen Pufferzone frühzeitig begleiten und so mögliche Konflikte rechtzeitig erkennen.
„Der Welterbe-Beirat soll durch externe Impulse die Akteure vor Ort beraten und an Lösungen für Konflikte im Welterbe mitwirken“, erklärt Linda Holung, Schwerins Welterbebeauftragte. Ziel ist es, den außergewöhnlichen universellen Wert des Residenzensembles Schwerin langfristig zu erhalten – und dies im Einklang mit einer nachhaltigen Stadtentwicklung.
Ein Beirat als Frühwarnsystem für das Welterbe
Der Welterbebeirat wird aus sechs unabhängigen Experten bestehen, darunter auch die drei ICOMOS-Monitoring-Beauftragten der Schweriner Welterbestätte. Erste Sitzungen sind ab dem Jahr 2026 geplant. Die Geschäftsführung übernimmt die Stabsstelle Weltkulturerbe der Stadtverwaltung.
Beraten werden sollen vor allem Bauvorhaben, die das Stadtbild prägen oder Auswirkungen auf den Welterbe-Titel haben könnten – sowohl private als auch öffentliche Projekte. Dazu zählen etwa neue Baupläne, Umgestaltungen, Planungsverfahren oder größere Infrastrukturmaßnahmen. Ziel ist es, diese Vorhaben bereits in der frühen Planungsphase gemeinsam zu bewerten.
Vernetzung mit Experten aus ganz Deutschland
Neben der lokalen Wirkung ist der Beirat auch ein Instrument zur besseren nationalen Vernetzung: Schwerin ist seit März 2025 Mitglied im Verein UNESCO-Welterbestätten Deutschland. Zudem nimmt die Koordinatorin der Stabsstelle Weltkulturerbe ab heute, dem 27. November 2025 erstmals am Arbeitskreis UNESCO-Welterbe-Altstädte des Deutschen Städtetages teil.
Diese enge Zusammenarbeit mit anderen Welterbestätten soll Schwerins Position als Kulturerbestadt stärken und neue Impulse für die Zusammenarbeit auf nationaler Ebene geben.



