Sa, 13. Juni 2026
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Weniger Armutsgefährdung im Nordosten:
Noch immer ist jeder Sechste in MV von Armut betroffen

Die Armutsquote in Mecklenburg-Vorpommern ist leicht gesunken. Dennoch gilt weiterhin etwa jeder sechste Einwohner als arm oder armutsgefährdet.

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  • Veröffentlicht Juni 3, 2026
Armutsquote sinkt leichtBundesweiter Trend zeigt nach oben. Foto: Schuldnerhilfe
Armut­squote sinkt leicht – Bun­desweit­er Trend zeigt nach oben. Foto: Schuld­ner­hil­fe.

 

Die Zahl der von Armut betrof­fe­nen Men­schen in Meck­len­burg-Vor­pom­mern ist im ver­gan­genen Jahr leicht zurück­ge­gan­gen. Nach Angaben des Par­itätis­chen Wohlfahrtsver­bands gal­ten 2025 rund 16,8 Prozent der Bevölkerung als arm oder armutsge­fährdet. Im Vor­jahr hat­te die Quote noch bei 17,2 Prozent gele­gen.

Trotz des Rück­gangs bleibt die Zahl der Betrof­fe­nen hoch. Nach Ein­schätzung des Wohlfahrtsver­bands ist weit­er­hin etwa jed­er sech­ste Ein­wohn­er Meck­len­burg-Vor­pom­merns von Armut betrof­fen. Als armutsge­fährdet gel­ten nach der Def­i­n­i­tion der Europäis­chen Union Men­schen, die über weniger als 60 Prozent des mit­tleren Einkom­mens ver­fü­gen. Für Alle­in­ste­hende lag diese Gren­ze zulet­zt bei einem monatlichen Net­toeinkom­men von 1.446 Euro. Für eine Fam­i­lie mit zwei Erwach­se­nen und zwei Kindern unter 14 Jahren betrug die Schwelle 3.036 Euro net­to im Monat.

Bundesweiter Trend zeigt nach oben

Während die Armut­squote in Meck­len­burg-Vor­pom­mern leicht sank, stieg sie bun­desweit an. Nach Angaben des Sta­tis­tis­chen Bun­de­samtes erhöhte sich die Armutsge­fährdungsquote von 15,5 auf 16,1 Prozent. Deutsch­landweit waren damit zulet­zt rund 13,3 Mil­lio­nen Men­schen betrof­fen. Beson­ders häu­fig von Armut bedro­ht sind ältere Men­schen, Frauen, Allein­erziehende, Allein­lebende, Men­schen mit Behin­derun­gen, chro­nis­chen Erkrankun­gen sowie Geflüchtete.

Verband fordert bessere Bildungschancen

Der Geschäfts­führer des Par­itätis­chen Wohlfahrtsver­bands Meck­len­burg-Vor­pom­mern, Dieter Eich­ler, ver­wies auf die konkreten Fol­gen von Armut im All­t­ag. Diese zeigten sich unter anderem bei steigen­den Leben­shal­tungskosten, Energiekosten und eingeschränk­ten Möglichkeit­en zur gesellschaftlichen Teil­habe.

Um Armut langfristig zu bekämpfen, fordert der Ver­band Investi­tio­nen in Bil­dung, Beschäf­ti­gung und soziale Sicherung. Hand­lungs­be­darf sieht Eich­ler ins­beson­dere im Bil­dungs­bere­ich. Nach seinen Angaben ver­lässt in Meck­len­burg-Vor­pom­mern mehr als jed­er zehnte junge Men­sch die Schule ohne Abschluss. Auch an den Beruf­ss­chulen bleibe etwa jed­er fün­fte Jugendliche ohne Beruf­s­ab­schluss.