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Schwerin stimmt zweimal ab:
Bürgerentscheid am 25. Januar – OB-Wahl am 12. April

Die Stadtvertretung hat entschieden: Der Bürgerentscheid zum Spielplatz findet bereits am 25. Januar 2026 per Briefwahl statt. Die OB-Wahl folgt später am 12. April – entgegen der Empfehlung des Innenministeriums.

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  • Veröffentlicht November 11, 2025
OB-Wahl Schwerin 2026
Mehrheitlich hat die Stadtvertre­tung entsch­ieden, dass der Bürg­er­entscheid und die OB-Wahl getren­nt durchge­führt wer­denFoto: Dario Rochow

Der Bürg­er­entscheid zum Spielplatz in der Kiel­er Straße wird am 25. Jan­u­ar 2026 stat­tfind­en – und nur per Briefwahl. Das hat die Stadtvertre­tung am Mon­tagabend beschlossen. Sie stellt sich damit gegen die Empfehlung des Innen­min­is­teri­ums, das für eine gemein­same Abstim­mung mit der Ober­bürg­er­meis­ter­wahl plädiert hat­te.

Für den Erhalt der parkähn­lichen Anlage in Lankow hat­ten Ini­tia­toren zuvor mehr als 4.300 Unter­schriften gesam­melt. Beim Bürg­er­entscheid soll nun gek­lärt wer­den, ob der Spielplatz beste­hen bleibt oder für ein Neubaupro­jekt mit Woh­nun­gen, Geschäften und Arzt­prax­en weichen soll.

Einsparungen durch vakantes OB-Amt sollen Kosten decken

Das Innen­min­is­teri­um hat­te darauf hingewiesen, dass ein sep­a­rater Ter­min rund 100.000 Euro zusät­zliche Kosten verur­sache. Für diese Summe habe es beim ursprünglichen Beschluss keinen Kos­ten­deck­ungsvorschlag gegeben, hieß es.

Die Mehrheit der Stadtvertreter fol­gte den­noch dem früheren Ter­min. Die CDU brachte einen Finanzierungsvorschlag ein: Die Kosten sollen durch die Weg­fall der Besol­dung des Ober­bürg­er­meis­ters gedeckt wer­den. Rico Baden­schi­er (SPD) schei­det zum 1. Jan­u­ar 2026 aus dem Amt. Laut Stadtver­wal­tung wer­den dadurch monatlich 16.021 Euro einges­part. Die Stadtvertre­tung stimmte dem zu.

CDU-Frak­tion­schef Gert Rudolf begrün­dete die frühe Abstim­mung zudem mit Plan­barkeit für den Investor: „Der Bürg­er­entscheid sollte nicht unnötig verzögert wer­den.“

SPD setzt Briefwahl durch

Die SPD-Frak­tion hat­te sich für einen gemein­samen Ter­min mit der OB-Wahl am 12. April 2026 aus­ge­sprochen – um Kosten zu ver­mei­den und die Wahlbeteili­gung zu erhöhen. Da sich hier­für keine Mehrheit abze­ich­nete, stellte sie stattdessen den Antrag, den Entscheid als reine Briefwahl durchzuführen.

„So wis­sen alle, dass sie eine Stimme haben – und es steigt die Chance, das erforder­liche 25-Prozent-Quo­rum zu erre­ichen“, sagte SPD-Frak­tionsvor­sitzende Mandy Pfeifer. Der Antrag fand eine bre­ite Mehrheit.

OB-Wahl im April

Unab­hängig vom Bürg­er­entscheid ste­ht nun fest: Die Wahl des neuen Ober­bürg­er­meis­ters find­et am 12. April 2026 statt. Sollte kein Kan­di­dat im ersten Wahl­gang die erforder­liche Mehrheit erre­ichen, kommt es am 26. April zur Stich­wahl.

Baden­schi­er hat­te im Sep­tem­ber über­raschend angekündigt, sein Amt vorzeit­ig niederzule­gen und in seinen Beruf als Neu­ro­ra­di­ologe zurück­zukehren. Bis zur Wahl übern­immt Bürg­er­meis­ter Bernd Not­te­baum (CDU) die Amts­geschäfte.

Widerspruch bei Kommunalaufsicht angekündigt

Stephan Mar­ti­ni, frak­tion­slos­er Stadtvertreter und Mitini­tia­tor des Bürg­er­begehrens, kündigte an, sich wegen des getren­nten Ter­mins erneut an das Innen­min­is­teri­um zu wen­den. Ob die Entschei­dung Bestand hat, ist daher noch offen.