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OB-Wahl entschieden:
Sebastian Ehlers wird neuer Oberbürgermeister

Schwerin hat gewählt: CDU-Kandidat Sebastian Ehlers wird neuer Oberbürgermeister. Mit 54,0 Prozent setzt er sich gegen Mandy Pfeifer (SPD/Linke) durch. Nun warten große Aufgaben bei Finanzen, Wohnungsbau und Wirtschaft.

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  • Veröffentlicht April 26, 2026
Oberbürgermeisterwahl Schwerin
Sebas­t­ian Ehlers wir Schw­erins neuer Ober­bürg­er­meis­ter. Foto: Sebas­t­ian Ehlers

 

Die Schw­er­iner­in­nen und Schw­er­iner haben entsch­ieden: Sebas­t­ian Ehlers (CDU) wird neuer Ober­bürg­er­meis­ter von Schw­erin. Nach Auszäh­lung aller Wahlbezirke liegt der CDU-Kan­di­dat vorn und kann den Wahlsieg für sich ver­buchen.

Ehlers kommt nach dem vor­läu­fi­gen Ergeb­nis auf 54,0 Prozent der Stim­men. Seine Konkur­rentin Mandy Pfeifer, die von SPD und Linken unter­stützt wurde, erre­icht 46,0 Prozent.

Von 77.873 Wahlberechtigten gin­gen 32.419 Schw­er­iner­in­nen und Schw­er­iner zur Wahl. Die Wahlbeteili­gung lag damit bei 41,6 Prozent. Ins­ge­samt wur­den 572 Stim­men als ungültig gew­ertet (1,8 Prozent), 31.847 Stim­men waren gültig (98,2 Prozent).

Mit dem Wahlsieg von Ehlers begin­nt für Schw­erin eine neue poli­tis­che Phase. Gle­ichzeit­ig wartet auf den neuen Ver­wal­tungschef eine lange Liste an Auf­gaben.

Mit dem Wahlsieg von Ehlers begin­nt für Schw­erin eine neue poli­tis­che Phase. Gle­ichzeit­ig wartet auf den neuen Ver­wal­tungschef eine lange Liste an Auf­gaben.

Wirtschaft und Fachkräfte bleiben zentrale Themen

Eine der wichtig­sten Her­aus­forderun­gen bleibt die wirtschaftliche Entwick­lung der Stadt. Mit rund 97.000 Ein­wohn­ern ist Schw­erin zwar die kle­in­ste Lan­deshaupt­stadt Deutsch­lands, wirtschaftlich ste­ht die Stadt jedoch vor ähn­lichen Prob­le­men wie größere Städte.

Die Arbeit­slosen­quote liegt derzeit bei etwa 9 bis 10 Prozent und damit deut­lich über dem Bun­des­durch­schnitt. Gle­ichzeit­ig suchen viele Unternehmen drin­gend Per­son­al.

Beson­ders im Handw­erk, im Dien­stleis­tungs­bere­ich und in tech­nis­chen Berufen fehlen Fachkräfte. Für die Stadt­poli­tik stellt sich daher zunehmend die Frage, wie Schw­erin attrak­tiv­er für Arbeit­nehmer wer­den kann, etwa durch gute Arbeit­splätze, bezahlbaren Wohn­raum und eine leis­tungs­fähige Infra­struk­tur.

Wohnungsmarkt und Stadtentwicklung

Auch der Woh­nungs­markt bleibt ein Dauerthe­ma. In Schw­erin gibt es rund 55.000 Woh­nun­gen, der Leer­stand ist in den ver­gan­genen Jahren deut­lich zurück­ge­gan­gen und liegt inzwis­chen bei etwa vier bis fünf Prozent.

Viele Woh­nun­gen stam­men aus den 1960er- bis 1980er-Jahren und müssen ener­getisch mod­ernisiert wer­den. Gle­ichzeit­ig ger­at­en Neubaupro­jek­te durch steigende Baukosten und höhere Zin­sen zunehmend unter Druck.

Hinzu kommt eine soziale Her­aus­forderung: Während Alt­stadt und Schelf­s­tadt stark nachge­fragt sind, leben in den großen Plat­ten­bauge­bi­eten – etwa Großer Dreesch, Neu Zip­pen­dorf und Mueßer Holz – zusam­men rund 20.000 Men­schen. Dort sind die Einkom­men oft niedriger und soziale Prob­leme stärk­er aus­geprägt.

Demografischer Wandel verändert die Stadt

Par­al­lel dazu verän­dert sich die Bevölkerungsstruk­tur. Schon heute liegt der Anteil der über 65-Jähri­gen bei etwa 25 Prozent.

Prog­nosen gehen davon aus, dass die Zahl älter­er Men­schen in Schw­erin in den kom­menden Jahren weit­er deut­lich steigen wird. Damit wach­sen auch die Anforderun­gen an Pflegeange­bote, bar­ri­ere­freien Wohn­raum und soziale Infra­struk­tur.

Finanzen und Investitionen im Blick

Eine beson­ders sen­si­ble Auf­gabe bet­rifft den städtis­chen Haushalt. Der Etat der Lan­deshaupt­stadt umfasst jährlich rund 400 bis 450 Mil­lio­nen Euro.

Zwar kon­nte Schw­erin seine Finanzen in den ver­gan­genen Jahren sta­bil­isieren, doch steigende Aus­gaben für soziale Leis­tun­gen, Energie und Infra­struk­tur set­zen den Haushalt zunehmend unter Druck. Für das Haushalt­s­jahr 2026 wurde schon jet­zt ein Mehrbe­darf von min­destens 18 Mil­lio­nen Euro angemeldet, was zu einem prog­nos­tizierten Defiz­it von min­destens 5 Mil­lio­nen Euro führt.

Große Investi­tio­nen – etwa in Schulen, Straßen oder Kli­maschutz – kosten schnell mehrere zehn Mil­lio­nen Euro. Für den neuen Ober­bürg­er­meis­ter wird es daher entschei­dend sein, Investi­tio­nen, soziale Auf­gaben und Haushalts­diszi­plin miteinan­der in Ein­klang zu brin­gen.

Verwaltung modernisieren

Auch inner­halb der Stadtver­wal­tung ste­hen Verän­derun­gen an. Rund 2000 Mitar­bei­t­erin­nen und Mitar­beit­er arbeit­en derzeit für die Stadt Schw­erin.

In den kom­menden Jahren wird ein Teil der Beschäftigten alters­be­d­ingt auss­chei­den. Gle­ichzeit­ig wün­schen sich viele Bürg­er schnellere Genehmi­gun­gen und mehr dig­i­tale Dien­stleis­tun­gen.

Innenstadt und Einzelhandel unter Druck

Ein weit­eres The­ma bet­rifft die Entwick­lung der Innen­stadt. Wie in vie­len Städten lei­det auch der Schw­er­iner Einzel­han­del unter dem wach­senden Online-Han­del.

In Deutsch­land wird inzwis­chen rund ein Vier­tel des Einzel­han­del­sum­satzes online erzielt. Auch in Schw­erin ste­hen deshalb in eini­gen Lagen Laden­flächen leer oder wer­den neu genutzt.

Die Stadt sucht daher nach Konzepten, um die Innen­stadt attrak­tiv zu hal­ten – etwa durch mehr Gas­tronomie, Kul­tur­ange­bote und Ver­anstal­tun­gen.

Klimaneutrale Energie und Welterbe

Par­al­lel dazu arbeit­et Schw­erin am Umbau der Energiev­er­sorgung. Ziel ist eine kli­ma­neu­trale Wärmev­er­sorgung bis spätestens 2045.

Schon heute sind rund 70 Prozent der Haushalte an das Fer­n­wärmenetz angeschlossen. Per­spek­tivisch sollen auch neue Tech­nolo­gien wie Geot­her­mie einge­set­zt wer­den.

Seit 2024 ste­ht zudem das Schw­er­iner Res­i­den­zensem­ble auf der UNESCO-Wel­ter­beliste. Dazu gehören mehr als 30 his­torische Gebäude und Anla­gen, darunter das Schw­er­iner Schloss, The­ater und Muse­um.

Der Wel­terbesta­tus bringt neue Chan­cen für den Touris­mus – gle­ichzeit­ig müssen Denkmalschutz, Stad­ten­twick­lung und Leben­squal­ität miteinan­der in Ein­klang gebracht wer­den.

Erste Entscheidungen dürften schnell anstehen

Mit dem Amt­santritt von Sebas­t­ian Ehlers wird sich auch zeigen, welche The­men im Rathaus zuerst Pri­or­ität bekom­men. Bere­its in den kom­menden Haushalts­ber­atun­gen wird sich entschei­den, wie stark Schw­erin in Schulen, Infra­struk­tur und Stad­ten­twick­lung investieren kann – und wo ges­part wer­den muss.