Ökumenischer Gottesdienst eröffnet Interkulturelle Wochen in Schwerin

Evangelische und katholische Christen feiern gemeinsam Gottesdienst
Evangelische und katholische Christen feiern gemeinsam Gottesdienst

(sr). Am Sonntagmorgen war es in Schwerin wieder soweit: Über 500 Christinnen und Christen, versammelten sich auf dem Marktplatz zu einem Ökumenischen Gottesdienst. Der Gottesdienst bildete den Auftakt für die 23. Interkulturellen Wochen in Schwerin. Bis zum 5. Oktober wird es unter dem Motto „Wer offen ist, kann mehr erleben“ über 40 Veranstaltungen rund um das Thema interkulturelles und interreligiöses Zusammenleben geben. Buchlesungen, Filmvorführungen, Workshops, ein politischer Stammtisch zu Fragen der Integration, ein Simultan-Schachturnier, sportliche Veranstaltungen, Konzerte und vieles mehr, sorgen für ein buntes und vielfältiges Programm.

Lebendige ökumenische Gemeinschaft

Bei strahlendem Sonnenschein, begann um 11:00 Uhr der Gottesdienst, der gemeinsam von evangelischen Pastoren und einem katholischen Priester gestaltet wurde. „Reicht es?“ – unter diesem Leitsatz stand der diesjährige Gottesdienst. Die Predigt beschäftigte ich dann auch genau mit dieser Frage. Das Johannesevangelium erzählt uns eine Begebenheit, in der Jesus am Galiläischen Meer 5.000 Menschen mit Brot und Fisch speist. Die evangelische Pastorin sprach in ihrer Predigt in Erinnerung an diese Begebenheit, die verschiedensten soziale Herausforderungen der heutigen Gesellschaft an. Christen seien hier gefordert, ein Zeichen zu setzen. Die Kirchen in Schwerin stellen sich in den verschiedensten Bereichen dieser Herausforderung.

"Reicht es?" - diese Frage war auch Predigtthema
„Reicht es?“ – diese Frage war auch Predigtthema

Dass das nicht immer leicht ist, wird nach der Predigt deutlich. Der von der Caritas getragene Schulwerkstatt „fit for life“, die sich seit vielen Jahren um die Betreuung von Schulverweigerern kümmert, wird ab 1. Januar des kommenden Jahres die EU-Förderung gestrichen. Wie dieser finanzielle Ausfall ausgeglichen werden soll und ob das Projekt in der Form so weiter geführt werden kann, das steht im Moment noch in den Sternen. Während des Gottesdienstes wurde als Signal, erst einmal für die Schulwerkstatt gesammelt.

Nicht nur gemeinsam Beten sondern auch Essen. Dazu luden die Stände der Kirchengemeinden ein
Nicht nur gemeinsam Beten sondern auch Essen. Dazu luden die Stände der Kirchengemeinden ein

Den Abschluss des Gottesdienstes, bildete das gemeinsame Gebet des „Vater Unsers“. Im Anschluss hatten die evangelischen, freikirchliche und katholische Kirchengemeinden an verschiedenen Ständen Essen vorbereitet. Das Angebot des gemütlichen Beisammeneins wurde angenommen und so entwickelten sich überall interessante Gespräche. Hier wurde deutlich, dass die Christen in Schwerin in einer guten ökumenischen Gemeinschaft leben.

Aufeinander Zugehen statt Ausgrenzen 

„Wer offen ist, kann mehr erleben“ – so lautet das diesjährige Motto der Interkulturellen Wochen in Schwerin. Wie in den Jahren zuvor auch, gestaltet der Interreligiöse Dialog der Landeshauptstadt Schwerin diese Wochen.

Gegen 13:00 Uhr fanden sich dann auch Politprominenz wie der SPD-Bundestagsabgeordnete Hans-Joachim Hacker, der Fraktionsvorsitzende der LINKEN im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern, Helmut Holter oder die Spitzenkandidatin von Bündnis 90/ Die Grünen, Ulrike Seemann-Katz, die einen Infostand des Flüchtlingsrates MV betreute, und Schwerins Stadtpräsident Stephan Nolte ein, um der Eröffnungsrede der Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow beizuwohnen. Gramkow betonte in ihrem Grußwort das Bestreben der Landeshauptstadt ein offener und toleranter Begegnungsplatz für Menschen unterschiedlicher Kulturen zu sein. Gleichzeitig erteilte sie rassistischen und ausländerfeindlichen Bestrebungen eine klare Absage.

Grußworte der Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow
Grußworte der Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow

Diesen Aussagen schlossen sich in ihren anschließenden Grußworten auch die Vertreter der religiösen Gemeinschaften der Landeshauptstadt an. Sich für den anderen öffnen und Zuhören, das war die Kernaussage der Religionsvertreter.

In einer Gesellschaft, die ohne Zweifel vielfältiger wird und viele verschiedene Lebensentwürfe anbietet, ist Rücksichtnahme, Zuhören und Akzeptanz des Anderen sicherlich der einzige Weg eines friedlichen Miteinanders. Dass dieser Weg immer wieder auch Herausforderungen bereit hält, soll dabei nicht ausgeblendet. Auf den Anderen zuzugehen ist und bleibt aber das bessere Rezept des Zusammenlebens als aus Angst den Anderen auszugrenzen. Dafür möchte die nun eröffnete Interkulturelle Woche den Blick schärfen.

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