OLA-Mitarbeiter kämpfen in Schwerin für ihre Arbeitsplätze

(sr). Seit heute kämpfen die Mitarbeiter der Ostseeland Verkehr GmbH (OLA) vor  der Staatskanzlei, dem Sitz des Ministerpräsidenten Erwin Sellering, für  ihre Arbeitsplätze. Sie fordern vom Land, Unterstützung bei der Sicherung ihrer Arbeitsplätze.

Über 100 OLA-Mitarbeiter stehen vor ihrer Entlassung

Mahnwache der OLA-Mitarbeiter heute vor der Staatskanzlei
Mahnwache der OLA-Mitarbeiter heute vor der Staatskanzlei

Ab Mitte Dezember wird das Verkehrsunternehmen ihre Regionalzüge in den Depots stehen lassen müssen. Das Land Mecklenburg-Vorpommern lässt die entsprechenden Verkehrsverträge auslaufen. Anschlussverträge gibt es nicht. In Schwerin ist die Strecke Rehna-Schwerin-Parchim betroffen, die ab 14. Dezember von der Deutschen Bahn (DB) und deren Tochter ODEG bedient werden wird. Eigentlich sollte die OLA bis zum Betreiberwechsel ihre Strecken weiterhin bedienen. Kurzfristig hat die Verkehrsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern  mbH (VMV) nun die Zusammenarbeit aufgekündigt.

Für über 100 Mitarbeiter und ihre Familien bedeutet diese Entscheidung eine ungewisse Zukunft. Sie müssen befürchten zu Weihnachten ohne Arbeitsstelle dazustehen. Ihrem Unmut machten sie daher heute Luft. Dem Land werfen sie vor, keinerlei Anstrengungen zu unternehmen, die Übernahme des Streckennetzes durch die Nachfolger an konkrete Bedingungen wie die Übernahme der Beschäftigten zu knüpfen.

 Verkehrsminister Schlotmann sieht Verantwortung beim OLA-Mutterkonzern

Verkehrsminister Schlotmann stellt sich der Kritik
Verkehrsminister Schlotmann stellt sich der Kritik

Dieser Kritik der OLA-Mitarbeiter, stellte sich heute Verkehrsminister Volker Schlotmann. Er suchte vor der Staatskanzlei und später auch in seinem Ministerium das Gespräch mit den Betroffenen. Schuld an dem jetzigen Dilemma trägt aus seiner Sicht die Konzernzentrale des französischen Violia-Konzerns, zu dem auch die Privatbahn Ostseelandverkehr (OLA) gehört. Den Konzernverantwortlichen warf Schlotmann eine „gnadenlose Politik“ und das hantieren mit „Taschenspielertricks“ vor. Sie würden ihre Verkehrssparte „verscherbeln“ wollen. Um einen möglichst guten Preis zu erzielen, hätte sie der OLA trotz ursprünglicher Teilnahme am Ausschreibungsverfahren seit Mitte Juni verboten, sich weiterhin um einen Zuschlag für die Strecken, die neu ausgeschrieben wurden, zu beteiligen. Die Bewerbung wurde daraufhin zurückgezogen und ein florierendes Unternehmen damit vom Markt genommen. Das Land sieht nun die „Verlässlichkeit“ des Mutterkonzerns in Frage gestellt. Aus der „Fürsorgepflicht“ gegenüber den Fahrgästen, musste das Land aus seiner Sicht reagieren. Um einen zuverlässigen Betrieb zu gewährleisten, wird die OLA nun in die Verhandlung über die Überbrückungsverträge nicht mehr beteiligt. Eine Entscheidung soll demnächst fallen.

Übernahme aller OLA-Mitarbeiter unrealistisch

Verkehrsminister Volker Schlotmann im Gespräch mit Betriebsratschef Joachim Borrmann
Verkehrsminister Volker Schlotmann im Gespräch mit Betriebsratsvorsitzenden Joachim Borrmann

Leidtragende in diesem Gerangel sind nun die Mitarbeiter der OLA, die im Ungewissen gelassen werden. Schlotmann betonte in seinem Gespräch zwar, dass er im Moment überall für eine „möglichst große Übernahme“ werbe. Die vollständige Übernahme aller OLA-Mitarbeiter halte er aber selbst für unrealistisch. Er versuche aber, das sicherte er den Anwesenden zu, das Beste aus dem Vergabeverfahren herauszuholen. Wie das aussehen könnte, dazu machte der Minister keine Angaben. Er erwähnte lediglich, dass etwa 40 der im Moment 110 Mitarbeiter übernommen werden könnten. Auf Nachfrage machte er dann aber klar, dass das keine Zusage sondern im Moment nur Spekulation sei.

Der OLA-Betriebsratsvorsitzende, Joachim Borrmann, sagte, dass im Moment mit der Unternehmensführung Verhandlungen über einen Sozialplan stattfinden würden. Montag soll dann ein Beschluss über den dann vorgelegten Vorschlag erfolgen. Bis Freitag werden die OLA-Mitarbeiter noch die Mahnwache vor dem Regierungssitz des Ministerpräsidenten durchführen. Die Situation scheint aber, dass wurde deutlich, mehr als verfahren zu sein.

Heute nun hat sich der Betriebsrat mit einem offenen Brief an SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück gewandt. Von ihm erwarten Sie in dieser Situation dringend Hilfe. Ob er das Dilemma wird auflösen können, bleibt aber fraglich.

Redaktion

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